Ein Bund Petersilie hält im Kühlschrank fünf Tage, bevor er gelb wird. In grobem Meersalz gemahlen hält der gleiche Bund sechs Monate, ohne dass das Aroma kippt. Das ist keine Nostalgie aus Omas Vorratskammer, das ist einfache Lebensmittelchemie: Salz zieht Wasser, und ohne Wasser kein Verderb.
Wir machen unser Kräutersalz seit Jahren in zwei Versionen. Die schnelle Variante mit getrockneten Kräutern aus dem Vorrat, fertig in zehn Minuten. Und die Sommerversion mit 300 g frischen Kräutern aus dem Garten, die wir bei 50 °C im Backofen eine Stunde vortrocknen, bevor sie in den Mixtopf kommen. Beide landen in Schraubgläsern und stehen danach das ganze Jahr griffbereit neben Pfeffermühle und Olivenöl.
Warum 250 g Salz auf wenige Esslöffel Kräuter
Das Mengenverhältnis im Grundrezept wirkt auf den ersten Blick unausgewogen. 250 g grobes Meersalz, dazu rund 7 EL Kräuter und 1 TL Chiliflocken. Die Logik dahinter: Das Salz ist hier nicht nur Würzmittel, sondern Konservierer. Es entzieht der Mischung jede freie Feuchtigkeit, und genau das ist der Grund, warum das Glas sechs Monate hält, ohne dass etwas schimmelt oder muffig wird. Wer das Verhältnis umdreht und mehr Kräuter als Salz nimmt, bekommt eine schöne grüne Mischung, die im April Stockflecken zieht.
Der Thermomix ist für diesen Schritt das richtige Werkzeug, weil er die Kräuter und das Salz auf einer Stufe pulverisiert: 10 Sekunden auf Stufe 10, einmal mit dem Spatel nach unten schieben, bei Bedarf 5 Sekunden auf Stufe 10 nacharbeiten. Dabei passiert zweierlei. Die Salzkristalle brechen die Kräuterzellen auf und setzen die ätherischen Öle frei, gleichzeitig binden die Salzflächen die Aromastoffe. Im Mörser dauert das zwanzig Minuten und wird nie so gleichmäßig.

Frische Kräuter brauchen einen Trocknungsschritt vorab
Die häufigste Frage zu diesem Rezept dreht sich um frische Kräuter aus dem eigenen Garten. Antwort: Sie funktionieren, aber nur mit einem zusätzlichen Trocknungsschritt. Wir ernten 300 g vor der Blüte, zupfen die Blättchen ab, waschen sie kalt und schütteln sie in einem Geschirrtuch trocken. Dann kommen sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech in den Backofen. 50 °C Umluft, eine Stunde, Tür einen Spaltbreit offen, damit die Feuchtigkeit entweicht. Wer 60 °C nimmt, riskiert braune Ränder und verlorene ätherische Öle. Wer auf das Trocknen verzichtet und die feuchten Blätter direkt mit Salz mahlt, bekommt eine grüne Paste, die nach drei Wochen Schimmelpunkte zeigt.
Nach dem Trocknen ersetzen die selbst getrockneten Kräuter die getrockneten aus dem Grundrezept. Das Mahlen läuft identisch ab, das Mengenverhältnis von Salz zu Kräutern bleibt gleich. Wir nehmen 40 g grobes Salz auf 300 g frische Kräuter für den Trocknungsschritt selbst, gemahlen wird die getrocknete Mischung dann mit den restlichen 210 g Salz aus dem Rezept.
Drei Mischungen, drei Charaktere
Wir geben euch in diesem Beitrag drei Rezepte. Die Klassiker-Mischung mit Bärlauch, Petersilie, Thymian, Majoran, Oregano, Rosmarin und Chiliflocken passt zu fast allem: Ofengemüse, Bratkartoffeln, Salatdressing, Tomatensuppe. Die Knoblauch-Variante nutzt eine frische Knoblauchzehe, die 3 Sekunden auf Stufe 8 zerkleinert und danach mit 150 g Salz und Kräutern weiterverarbeitet wird. Sie schmeckt deutlich runder als jede Knoblauchgranulat-Mischung aus dem Supermarkt, weil das frische Allicin beim Mahlen freigesetzt wird.
Das mediterrane Kräutersalz ist unsere Lieblingsmischung für Pasta, Pizza und Bruschetta. 4 TL Rosmarin, 4 TL Basilikum, je 2 TL Oregano, Thymian und Majoran, dazu wieder eine Knoblauchzehe und 150 g grobes Salz. Wer Italien-Urlaub im Glas haben will, nimmt diese Mischung. Sie hält rund vier bis fünf Monate, etwas kürzer als die Klassiker-Variante, weil der Basilikum-Anteil hoch ist und Basilikum schneller Aroma verliert als Rosmarin oder Thymian.
Was beim Lagern wirklich passiert
Drei Dinge entscheiden über die Haltbarkeit: Trockenheit der Kräuter, Dichtigkeit des Glases, Lichtschutz. Wir füllen direkt nach dem Mahlen in saubere Schraubgläser ab, drücken das Salz mit einem trockenen Löffel etwas zusammen und verschließen sofort. Die Gläser stehen bei uns im Küchenregal, nicht in der Fensterbank. Sonnenlicht bleicht die grüne Farbe innerhalb von acht Wochen aus, der Geschmack leidet später nach.
Wenn das Salz nach zwei Wochen klumpt, war ein Kraut noch nicht durchgetrocknet. Das ist kein Drama. Wir stellen das offene Glas dann eine Stunde bei 50 °C in den Backofen, lassen es abkühlen und schließen es wieder. Geschmacklich ändert sich nichts, optisch löst sich das Klumpen meistens auf. Schimmelpunkte (grau, blau, schwarz) sind hingegen ein Stop-Signal. Dann muss das Glas weg. Schimmel im Salz ist selten, aber er passiert, wenn die Kräuter zu feucht waren.
Wo das Kräutersalz seinen Auftritt hat
Wir nutzen unser Kräutersalz an Stellen, wo normales Salz zu eindimensional wäre. Über Ofenkartoffeln direkt vor dem Servieren, weil die Hitze die ätherischen Öle sofort öffnet. In Kartoffelsuppe aus dem Thermomix, wenn die Suppe schon cremig ist und nur noch ein letzter Würzakzent fehlt. Auf Tomaten mit Mozzarella, einem Schuss Olivenöl und sonst nichts. Im Salatdressing zusammen mit Senf, Essig und Öl, statt Salz und einer separaten Kräutermischung. Auf gegrilltem Fleisch direkt nach dem Wenden, niemals davor, weil Salz Fleischsaft zieht und die Kräuter auf dem Rost verbrennen würden.
In kleinen Schraubgläsern abgefüllt, mit handgeschriebenem Etikett, ist das Kräutersalz auch ein Mitbringsel, das deutlich persönlicher wirkt als eine Flasche Wein. Für eine größere Menge skalieren wir das Grundrezept einfach hoch und füllen aus dem Mixtopf in mehrere 90-ml-Gläser ab. Aus einem Durchgang werden so vier bis fünf Geschenke.
6 Monate dicht verschlossen, dunkel
Im verschlossenen Schraubglas, dunkel und bei Zimmertemperatur, hält das Klassiker-Kräutersalz sechs Monate aromatisch. Die mediterrane Mischung mit hohem Basilikum-Anteil rund vier bis fünf Monate, danach wird sie blasser im Geschmack, ist aber noch verwendbar. Älteres Kräutersalz, das nicht mehr ganz frisch wirkt, geben wir in Brühen und Schmorgerichte, dort fällt der Aromaverlust nicht auf.
Weitere Grundrezepte für den Thermomix® haben wir in unserer Grundrezepte-Sammlung gebündelt.
Dazu passt: Pasta.
Dazu passt: Zitronensalzpaste Thermomix®.
Einfrieren ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Salz zieht im Tiefkühlfach Feuchtigkeit aus der Umgebung, sobald das Glas geöffnet wird, und klumpt dann irreversibel. Die Trockenlagerung ist die richtige Methode.
Kräutersalz aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 8 ✓
- 1 EL getrockneter Bärlauch
- 2 EL getrocknete Petersilie
- 1 EL getrockneten Thymian
- 1 EL getrockneter Majoran
- 1/2 EL getrockneter Oregano
- 1/2 EL getrockneten Rosmarin
- 1 TL Chiliflocken optional
- 250 g Meersalz grobe Körnung
Anleitung 0 / 3
-
1
Mahlen.
Alle Zutaten in den Mixtopf geben, 10 Sekunden/Stufe 10 mahlen und mit dem Spatel nach unten schieben.
- 1 EL getrockneter Bärlauch
- 2 EL getrocknete Petersilie
- 1 EL getrockneten Thymian
- 1 EL getrockneter Majoran
- 1/2 EL getrockneter Oregano
- 1/2 EL getrockneten Rosmarin
- 1 TL Chiliflocken
- 250 g Meersalz
-
2
Nacharbeiten.
Falls es noch nicht fein genug ist, nochmal 5 Sekunden/Stufe 10 mahlen,
-
3
Abfüllen.
Kräutersalz in ein sauberes Schraubglas füllen und luftdicht verschließen. So zubereitet hält sich das Kräutersalz mehrere Jahre.
Tipp: Die Chiliflocken geben dem Salz eine milde Schärfe.
Video
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Nährwerte pro Portion
Kräutersalz aus dem Thermomix® mit Knoblauch
Zutaten 0 / 8 ✓
- 1 Knoblauchzehe
- 150 g grobes Salz
- 1 TL getrockneter Rosmarin
- 1 TL getrockneter Thymian
- 3 TL getrocknete Petersilie
- 3 TL getrockneter Basilikum
- 1 TL getrockneter Oregano
- 1 Lorbeerblatt
Anleitung 0 / 2
-
1
Knoblauch abziehen, in den Mixtopf geben, 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
-
2
Übrige Zutaten in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Stufe 9 zerkleinern.
Tipp: Variiere die Kräuter gerne nach eigenem Geschmack. So stellst du dein persönliches Kräutersalz her.
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Mediterranes Kräutersalz aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 7 ✓
- 1 Knoblauchzehe
- 150 g grobes Salz
- 4 TL getrockneter Rosmarin
- 2 TL getrockneter Oregano
- 2 TL getrockneter Thymian
- 2 TL getrockneter Majoran
- 4 TL getrockneter Basilikum
Anleitung 0 / 2
-
1
Knoblauch abziehen, in den Mixtopf geben, 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
-
2
Übrige Zutaten in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Stufe 9 zerkleinern.









Gutes Grundrezept.
Super Rezept. Wird nicht mehr gekauft!
Man kann die Kräuter auch nach eigenem Geschmack variieren. Ich nehms nicht so genau bei den Mengen.
Wollte mich für das Rezept bedanken. Hier weißt du was drin ist. Keine Rieselhilfen, Geschmacksverstärker usw. Danke!