Vorwerk hat im Dezember 2025 den Cookidoo® Assistant gestartet, einen KI-Helfer, der erstmals direkt in die Thermomix®-Plattform integriert ist. Er versteht gesprochene und geschriebene Sprache, schlägt Rezepte aus vorhandenen Zutaten vor und ist exklusiv für den TM7®. Wir schauen uns an, was der Assistant wirklich kann, wer ihn zuerst bekommt und wo die ehrlichen Grenzen der neuen Funktion liegen.

Was der Cookidoo Assistant konkret kann
Der Assistant ist kein klassischer Chatbot, sondern ein Helfer für den Kochalltag. Wir können ihn in der Cookidoo-App per Tastatur oder per Spracheingabe ansprechen. Er versteht natürliche Alltagssprache und liefert in Sekunden passende Rezepte oder Anpassungen.
Diese Hauptfunktionen sind laut Vorwerk und mehreren Fachmedien-Tests gestartet:
- Rezeptsuche per Sprache oder Text: „Was kann ich aus Hühnchen und Reis machen?“ oder „Gib mir ein schnelles Rezept unter 30 Minuten“ werden direkt in passende Cookidoo-Rezepte übersetzt.
- Reste-Verwertung: „Ich habe noch Brokkoli im Kühlschrank, was kann ich daraus kochen?“ Der Assistant priorisiert dann Rezepte, die mit den vorhandenen Zutaten funktionieren.
- Strukturierung von Kochabläufen: Bei mehrgängigen Menüs hilft er, die richtige Reihenfolge zu finden und Vorbereitungszeiten zu schätzen.
- Vergleichen und Filtern: Ähnliche Rezepte werden gegenübergestellt, etwa zwei Tomatensaucen-Varianten mit Unterschieden bei Zeit, Schärfe, Kalorien.
Wer den Assistant zuerst bekommt
Vorwerk hat die Einführung bewusst über den Direktvertrieb gesteuert. Die Early-Access-Phase mit ausgewählten Thermomix-Repräsentantinnen und -Repräsentanten startete Anfang Dezember 2025 in Deutschland. Erst nach deren Feedback rollt Vorwerk die Funktion an die breite Kundschaft aus.
Der Plan für 2026 sieht vor:
- Deutschland: Launch-Markt, Early-Access seit Dezember 2025, breite Freigabe im Lauf von 2026
- Sechs weitere europäische Länder: Tests parallel zur deutschen Rollout-Phase, konkrete Liste hat Vorwerk nicht öffentlich gemacht
- Hardware-Voraussetzung: TM7 mit Cookidoo-Account. Sprache läuft über die Cookidoo-App auf Smartphone oder Tablet, nicht über das TM7-Display selbst.
Wo der Assistant noch an seine Grenzen kommt
Wir wollen ehrlich sein: Wer einen GPT-ähnlichen Allzweck-Chatbot erwartet, der jeden Wunsch versteht, wird zunächst enttäuscht. ifun.de fasst die ersten Eindrücke trocken zusammen: „wie GPT in der App, ohne erweiterte Sprachsteuerungs-Features“. Das deckt sich mit unserer Einschätzung nach Sichtung der bisher veröffentlichten Tests.
Diese drei Punkte sind nach aktuellem Stand realistisch:
- Begrenzte Konversationstiefe: Der Assistant antwortet gut auf einfache Fragen („Rezept mit X“), kommt aber bei komplexen Folgefragen („Mach das gleiche Rezept laktosefrei, mit halber Salzmenge und Backofen statt Pfanne“) schnell an seine Grenzen.
- Keine echte Bilderkennung: Ein Foto vom Kühlschrank-Inhalt hochladen und der Assistant schlägt etwas vor, das geht aktuell nicht. Wir müssen Zutaten weiterhin per Text oder Sprache eingeben.
- Cookidoo-Abo bleibt Pflicht: Der Assistant ist Teil von Cookidoo und kostet damit weiter 60 Euro pro Jahr. Wer kein Abo hat, kann ihn nicht nutzen.
Was bedeutet das für TM6-Nutzer?
Wer einen TM6 oder älter hat, bekommt den Cookidoo Assistant nach aktuellem Stand nicht. Vorwerk hat klar gesagt, dass die Funktion TM7-exklusiv ist. Der Grund ist plausibel: Die Integration zwischen App-Assistant und Geräte-Display nutzt Schnittstellen, die der TM6 hardwareseitig nicht hat.
Trotzdem gibt es eine wichtige Klarstellung von Vorwerk: Der TM6 bekommt weiterhin Cookidoo-Updates und Sicherheits-Patches. Die Rezept-Bibliothek bleibt also für alle TM6-Besitzer offen, nur der KI-Aufsatz ist es nicht. Wer mit den klassischen Cookidoo-Suchfunktionen zurechtkommt, verliert mit dem TM6 nichts Wesentliches.
Unser Fazit nach erstem Sichten
Der Cookidoo Assistant ist ein Komfort-Werkzeug, kein Game-Changer. Er hebt die ohnehin starke Cookidoo-Plattform auf ein neues Niveau bei Bedienung und Reste-Verwertung, ist aber kein Grund allein, vom TM6 auf den TM7 zu wechseln. Wer den TM7 ohnehin geplant hat, bekommt mit dem Assistant ein nettes Extra. Wer einen TM6 hat und damit zufrieden ist, verpasst nichts Lebensveränderndes. Spannend wird, wie schnell Vorwerk die Funktion weiterentwickelt, etwa um Bilderkennung oder tiefere Konversationen.
- TM7 nach einem Jahr: das kann der neue Thermomix wirklich (unser ausführlicher TM7-Überblick)
- Thermomix: Modelle, Funktionen, Grenzen (TM6 versus TM7 im Detail)
- Thermomix-Ratgeber (Hub mit allen Wissens-Artikeln)
Quellen
- Vorwerk Pressemitteilung: Cookidoo Cookidone, KI-gestützter Kochassistent
- PC-WELT: Cookidoo Assistant für Thermomix TM7
- NETZWELT: KI-Update für den Thermomix TM7
- ifun.de: Cookidoo Assistant, Thermomix TM7 bekommt KI-Funktionen
- Smarthomeassistent: KI beim Kochen, Vorwerk präsentiert Cookidoo Assistant

