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Schokoladenglasur Thermomix®: glänzend bei 50 °C

Easy peasy Thermomix® Schokoladenglasur zum Bestreichen von Kuchen, Lebkuchen, Plätzchen und vielem mehr.

4,94 · 563 Bewertungen · Aktualisiert 20. Mai 2026
Schokoguss aus dem Thermomix®Pin
Schokoguss aus dem Thermomix®
Aktiv
3 Min
Gesamt
5 Min
Portionen
1
Aufwand
Einfach

Schokoladenglasur kippt im Topf schnell vom seidigen Guss in eine grieselige, fettig glänzende Masse. Der Auslöser ist fast immer dieselbe Zahl: 50 °C. Sobald die Schokolade darüber kommt, trennt sich Kakaobutter von der Kakaomasse, und auf der Torte zeigen sich später matte Schlieren. Genau diese Schwelle hält der Thermomix® stabil, und das macht ihn zum verlässlichsten Werkzeug für eine glänzende Schokoladenglasur.

Wir machen diesen Guss seit Jahren regelmäßig, am häufigsten für Paradiescreme-Kuchen, Marmorkuchen und für Lebkuchen in der Adventszeit. Inzwischen wissen wir genau, wo die Reibungspunkte sitzen: bei der Temperatur, bei der Konsistenz und beim Zeitpunkt, an dem die Glasur auf den Kuchen kommt. Mit zwei Zutaten, fünf Minuten und einer klaren Reihenfolge wird daraus ein Guss, der spiegelglatt zieht und sauber durchschneidet.

Warum 50 °C die Obergrenze sind

Schokolade ist eine Emulsion aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker. Diese Emulsion ist stabil, solange die Kakaobutter weich, aber nicht zu heiß wird. In Lehrbüchern für Konditoren wird der Bereich zwischen 45 °C und 50 °C genannt, in dem Vollmilch- und Zartbitterschokolade sicher schmelzen. Über 50 °C beginnen die Fettkristalle, sich aus dem Verbund zu lösen. Die Folge sind Grieseln, eine matte Oberfläche und im schlimmsten Fall ein grauer Fettreif, der nach dem Festwerden auf der Torte sichtbar wird.

Auf dem Herd ist diese Grenze schwer zu treffen. Die Restwärme im Topf zieht weiter, der Boden wird heißer als der Rand, und schon ein paar Sekunden Unaufmerksamkeit reichen für 60 °C. Im Thermomix® stellen wir 50 °C/Stufe 1 ein und das Gerät hält genau diese Temperatur. Das Mixmesser dreht langsam, schiebt die Schokolade von außen nach innen und sorgt dafür, dass die Wärme gleichmäßig durch die Masse läuft. Anbrennen am Boden ist hier physikalisch nicht möglich, weil keine Stelle deutlich heißer wird als die eingestellte Temperatur.

Wie Kuvertüre und Sahne zur Spiegelglasur werden

  • Kokosfett als Schnittfestigkeits-Booster. 20 g Kokosfett auf 200 g Schokolade verändern den Schmelzpunkt der Glasur leicht nach oben und machen die fertige Schicht schnittfest, ohne dass sie hart und brüchig wird. Ohne dieses Fett wirft die Glasur beim Anschnitt Splitter.
  • Hacken und Schmelzen in einem Topf. Wir brechen die 200 g Schokolade grob, geben sie mit dem Kokosfett in den Mixtopf und zerkleinern alles in 8 Sekunden auf Stufe 8. Die fein gehackte Masse schmilzt deutlich schneller und gleichmäßiger als ganze Stücke. Ein zweiter Topf zum Hacken entfällt.
  • Konstante Schmelztemperatur ohne Wasserbad. Klassisch wird Schokolade über dem Wasserbad geschmolzen, damit nichts heißer als der Topf darunter wird. Der Thermomix® ersetzt das Wasserbad, weil er die Temperatur direkt im Mixtopf vorgibt und über das langsame Rühren auf Stufe 1 verteilt. Ein Geschirrteil weniger, ein Risiko weniger.
Schokolade hacken im MixtopfPin
Vor dem Schmelzen hackst du die Schokolade im Mixtopf

Welche Schokolade passt

Die Sorte entscheidet über Glanz, Geschmack und Schmelzverhalten. Wir nutzen am häufigsten Vollmilchkuvertüre für süße Kuchen, Zartbitter mit 55 % bis 60 % Kakaoanteil für Marmorkuchen und Lebkuchen, und weiße Kuvertüre für Beerenkuchen. Tafelschokolade aus dem Supermarkt funktioniert auch, allerdings braucht sie etwas länger zum Schmelzen, weil ihr Kakaobutteranteil niedriger liegt als bei echter Kuvertüre. Bei Tafelschokolade verlängern wir die Schmelzzeit auf 5 bis 6 Minuten/50 °C/Stufe 1.

Weiße Schokolade ist der empfindlichste Fall. Sie enthält keine Kakaomasse, sondern nur Kakaobutter, Milchpulver und Zucker. Ab 45 °C wird sie schon weich, ab 48 °C läuft sie. Wir reduzieren bei weißer Glasur auf 4 Minuten/45 °C/Stufe 1 und prüfen am Spatel, ob sich noch feste Stücke zeigen. Lieber zwei Minuten nachschmelzen als einmal zu heiß werden lassen.

Was unser Rezept anders macht als die üblichen Thermomix®-Glasuren

Die meisten Schokoglasur-Rezepte für den Thermomix® arbeiten mit 55 °C auf Stufe 2 oder schicken die Schokolade gleich ganz aufs Wasserbad. Beides funktioniert, beides liegt aber dichter an der kritischen Schwelle, ab der die Emulsion kippt. Wir bleiben bewusst bei 50 °C/Stufe 1, weil dieser Bereich auch empfindliche Vollmilchkuvertüre verzeiht und keine matten Schlieren auf der fertigen Torte verursacht. Auch das Verhältnis 200 g Schokolade zu 20 g Kokosfett ist bewusst knapp gewählt: genug, damit die Glasur schnittfest bleibt, wenig genug, damit der Schokoladengeschmack nicht vom Fett überlagert wird.

Wann der Guss auf den Kuchen kommt

Hier liegt der zweite große Fehler bei vielen Schokoladengussen. Die Glasur wird gleich nach dem Schmelzen auf einen lauwarmen oder noch warmen Kuchen gegossen, läuft komplett seitlich ab, und auf der Tortenoberfläche bleibt nur eine dünne, fleckige Schicht zurück. Der Grund: Die Restwärme der Torte schmilzt den Guss nach, er wird zu dünn, und die Schwerkraft zieht ihn weg.

Wir lassen den Kuchen vor dem Glasieren immer komplett auskühlen, idealerweise eine Stunde auf dem Gitter, bei dichten Kuchen wie Marmorkuchen sogar zwei. Erst dann bringen wir den fertigen Guss auf. Er ist zu diesem Zeitpunkt lauwarm, fließt seidig vom Spatel und zieht sauber über die Oberfläche. Eine Ausnahme machen wir bei Lebkuchen und kleinen Plätzchen: Hier schadet eine leicht warme Unterseite nicht, weil die Glasur dünner aufgetragen wird und der Guss durch die kleinere Fläche schneller fest wird.

Paradiescreme Kuchen Thermomix mit SchokoladenglasurPin
Paradiescreme Kuchen mit Schokoladenguss und weißer Schokolade bestreut

Wo Schokoglasur stumpf wird oder reißt

1. Glasur grieselt nach dem Schmelzen

Die Masse sieht im Mixtopf nicht glatt aus, sondern zeigt kleine Klümpchen oder eine sandige Struktur. Ursache ist meistens Feuchtigkeit. Schon ein paar Tropfen Wasser im Mixtopf reichen aus, damit Schokolade verklumpt. Auch das Mixmesser nach dem Spülen muss komplett trocken sein.

Unsere Lösung: Mixtopf und Messer vor dem Schmelzen mit einem Küchentuch trocken reiben. Falls die Glasur trotzdem grieselt, retten wir sie mit einem Esslöffel neutralem Pflanzenöl, das wir bei 1 Minute/50 °C/Stufe 2 einrühren. Das bringt die Emulsion zurück.

2. Glasur läuft komplett von der Torte

Die Glasur fließt am Rand ab und auf der Oberfläche bleibt nur ein dünner Film zurück. Der Kuchen ist in dem Fall noch zu warm, oder die Glasur zu dünnflüssig geraten.

Unsere Lösung: Kuchen mindestens eine Stunde auskühlen lassen, bei großen Kuchen zwei Stunden. Wenn die Glasur zu flüssig geblieben ist, lassen wir sie im Mixtopf zwei bis drei Minuten ohne Heizen auf Stufe 1 nachrühren. So fällt sie auf die richtige, sirupartige Konsistenz zurück.

3. Glasur splittert beim Anschnitt

Beim Aufschneiden bricht die Glasur in scharfe Stücke und reißt von der Tortenoberfläche ab. Das passiert, wenn die Schokolade ohne Fettzusatz geschmolzen wurde oder die Glasur zu dick aufgetragen ist.

Unsere Lösung: Die 20 g Kokosfett oder alternativ 1 EL geschmacksneutrales Pflanzenöl gehören dazu. Beides verschiebt den Schmelzpunkt nach unten und macht die feste Glasur biegsamer. Außerdem die Glasur in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht aufbringen, nicht in einer dicken Schicht stehen lassen.

Mit weißer Schokolade, Kakao oder Nussöl

  • Sahne-Variante für mehr Cremigkeit. Statt 20 g Kokosfett nehmen wir 50 g Schlagsahne. Die Glasur wird weicher, glänzt stärker und erinnert dann an eine schlichte Ganache. Schmelzzeit gleich, also 5 Minuten/50 °C/Stufe 1. Wer eine vollwertige Tortenfüllung sucht, schaut besser in unser Ganache-Rezept.
  • Pflanzenöl statt Kokosfett. Mit 1 EL geschmacksneutralem Öl wie Sonnenblumen- oder Rapsöl wird die Glasur deutlich glänzender. Geschmacklich neutraler als Kokosfett, dafür weniger schnittfest bei Zimmertemperatur.
  • Weiße Schokolade mit Beere. 200 g weiße Kuvertüre mit 20 g Kokosfett auf 45 °C/Stufe 1 schmelzen, danach mit getrockneten Himbeeren oder Pistazienkernen bestreuen. Funktioniert besonders auf Käsekuchen und auf hellem Biskuit.
  • Mit Espresso für Erwachsene. 1 TL Instant-Espresso unter die Schokolade vor dem Schmelzen geben. Hebt das Schokoladenaroma deutlich, ohne dass die Glasur nach Kaffee schmeckt. Passt zu Marmorkuchen und zu Schoko-Tartes.

Welche Torten und Gebäcke unter die Glasur

Diese Glasur ist die Standardlösung in unserer Küche, wenn ein Kuchen ein schnelles, sauberes Finish braucht. Sie sitzt auf Paradiescreme-Kuchen ebenso wie auf einfachem Marmorkuchen, auf Lebkuchen aus dem Mix-Backbuch oder auf Donauwellen mit Buttercreme. Wer eine elegantere, dickere Schicht für Geburtstagstorten möchte, ist mit einer Ganache aus Sahne und Schokolade besser bedient. Für Plätzchen und Pralinen empfiehlt sich eine getemperte Kuvertüre, die wir in einem eigenen Beitrag erklären.

5 Tage Kühlschrank, Reste als Trüffel-Basis

Die fertige Glasur ziehen wir in einem Stück über den Kuchen und lassen sie bei Zimmertemperatur eine bis zwei Stunden fest werden. Im Kühlschrank wird sie schneller fest, allerdings verliert sie dort etwas Glanz und kann beim späteren Anschnitt brüchiger werden. Wir bevorzugen Zimmertemperatur und decken den Kuchen mit einer Tortenhaube ab, statt mit Folie. So bleibt die Oberfläche unversehrt.

Reste der noch flüssigen Glasur lassen wir im Mixtopf vollständig auskühlen, kratzen sie mit dem Spatel in ein kleines Glas und stellen sie verschlossen in den Kühlschrank. Dort hält sie etwa zwei Wochen. Vor der nächsten Verwendung kommt das Glas für 2 Minuten in heißes Wasser, danach lässt sich der Inhalt zurück in den Mixtopf geben und mit 3 Minuten/50 °C/Stufe 1 erneut verflüssigen. Eingefroren funktioniert die Glasur weniger gut, weil das Kokosfett beim Auftauen Risse bildet.

Falls sich Reste auf dem Backblech oder auf einem Stück Backpapier sammeln, lohnt es sich, kleine Tropfen darauf zu setzen und auskühlen zu lassen. Diese Schokoladentropfen wandern bei uns in einer Dose neben den Tee und werden später als Topping für Joghurt, Quark oder als kleine Nascherei verwendet.

Rezept powered by WP Recipe Maker

Schokoladenglasur aus dem Thermomix®

von Marion
Schokoguss aus dem Thermomix®
4,94 · 563 Bewertungen
Kochmodus — Bildschirm bleibt an
Portionen
1 Portion (ca. 220 g)

Zutaten 0 / 2 ✓

  • 200 g Schokolade
  • 20 g Kokosfett z.B. Palmin

Anleitung 0 / 3

  1. 1

    Schokolade hacken.

    Schokolade und Kokosfett in Stücke brechen, in den Mixtopf geben, 8 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern.

    • 200 g Schokolade
    • 20 g Kokosfett
    schokolade kokosfett thermomixPin
  2. 2

    Schokolade schmelzen.

    Mit dem Spatel nach unten schieben und 5 Minuten/50 °C/Stufe 1 schmelzen.

    schokolade schmelzen thermomixPin
  3. 3

    Guß verarbeiten.

    Schokoladenguss sofort verarbeiten.

    kuchen schokoguss bestreichenPin
Tipp.

Tipp: Den Schokoladenguss kannst du schon auf denwarmen Kuchen verteilen,  dann bleibt der Kuchen innen schön saftig. 

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Nährwerte pro Portion

1130
kcal
125g
Kohlenhyd.
9g
Protein
78g
Fett
104g
Zucker
1mg
Vit. C

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