TM31 · TM5 · TM6 · TM7

Temperaturen des Thermomix® richtig nutzen Ratgeber

Aktualisiert 16. Mai 2026
Nudeln und Hack bei der richtigen Temperatur im Mixtopf kochenPin

Varoma ist keine Temperatur. Das ist der wichtigste Satz, den wir über die Heizstufen des Thermomix® sagen können. Varoma ist ein Heizmodus, der konstant auf 100 °C heizt, um maximale Dampfbildung zu erzeugen. Bei manueller 100 °C-Einstellung schaltet die Heizung zwischendurch ab, die Temperatur pendelt zwischen 98 und 100 °C. Das ist der Unterschied zwischen „Temperatur halten“ und „Dampf erzeugen“. Wer das versteht, versteht auch, warum TM31-Nutzer für manche 120 °C-Rezepte „Varoma“ wählen sollen: nicht wegen der Hitze, sondern weil der TM31 keine 120 °C hat und Varoma die höchste Heizstufe ist.

Nudeln und Hack im Mixtopf kochenPin
Nudeln und Hack bei der richtigen Temperatur im Mixtopf kochen

Der Thermomix® steuert seine Heizung über einen integrierten Sensor. Jede eingestellte Temperatur wird durch eine automatische Kontrollfunktion konstant gehalten (Quelle: fitgemixt.de, August 2025). Beim Herd ist das nicht so einfach möglich. Die Herdplatte heizt nach, schwankt, überhitzt kurz, kühlt wieder ab. Der Thermomix® hält die Temperatur exakt. Das ist der Grund, warum Soßen nicht anbrennen und Milchreis nicht überkocht, wenn du kurz ins Kochbuch schaust.

Die Temperaturpalette reicht von 37 °C bis 120 °C bei TM5 und TM6. Der TM7 schafft bis zu 160 °C (Quelle: rezeptemitherz-mag.de, September 2025). Über den Touchscreen stellst du die Gradzahl sekundenschnell ein. Ist die Temperatur erreicht, bleibt sie konstant. Das unterscheidet den Thermomix® von jedem Herd.

Temperatur-Matrix nach Modell

Nicht jedes Thermomix®-Modell kann jede Temperatur. Das ist wichtig, wenn du Rezepte aus der Community nachkochst oder zwischen Modellen wechselst.

  • TM31: maximal 100 °C manuell einstellbar, Varoma für Dampfgaren (kein 120 °C-Modus)
  • TM5 und TM6: bis 120 °C manuell, bis 160 °C nur über Guided Cooking im Anbraten-Modus (Quelle: Cookidoo.de, Januar 2025)
  • TM7: bis 160 °C auch manuell möglich, neues Heizsystem mit 2.000 W Nennleistung (Quelle: tn4u.de, Dezember 2025)

Der TM6 hat einen Anbraten-Modus, der über 120 °C geht. Aber: Dieser Modus ist nur über Guided-Cooking-Rezepte zugänglich. Du kannst nicht einfach 140 °C manuell einstellen. Das ist eine Sicherheitssperre. Der TM7 hebt diese Sperre auf und erlaubt manuelle Eingabe bis 160 °C.

Wir erklären dir weiter unten, warum diese Sperre existiert und wie Fortgeschrittene sie umgehen können.

Die 5 wichtigsten Temperaturbereiche

Jede Temperatur hat eine Funktion. Wir haben die Bereiche auf fünf Kernzonen reduziert, die du im Alltag brauchst.

37 °C: Hefe aktivieren und Babybrei erwärmen

37 °C ist Körpertemperatur. Bei dieser Temperatur aktiviert sich Hefe optimal. Heißer und die Hefepilze sterben ab, kälter und der Gärprozess läuft zu langsam. Auch Babybrei erwärmst du auf 37 °C, nicht heißer. Die Temperatur ist exakt die Trinktemperatur.

40 bis 55 °C: Schokolade und Butter schmelzen

Schokolade schmilzt zwischen 40 und 45 °C für Vollmilch und weiße Schokolade, bei 45 bis 50 °C für Zartbitter (Quelle: backtraum.eu). Höher und die Schokolade verbrennt, wird klumpig oder bekommt Fettreif. Butter schmilzt bei 40 °C. In diesem Bereich arbeitest du schonend, nichts wird zu heiß, nichts trennt sich.

Wer Schokolade richtig temperieren will für Pralinen oder Überzüge, hält sich an diese Schwellen: Zartbitter darf nach dem Schmelzen maximal 34,5 °C warm sein, Vollmilch 32,5 °C, weiße Schokolade 31,5 °C (Quelle: theobroma-cacao.de). Über diesen Temperaturen bilden sich die falschen Kristallformen und die Schokolade wird stumpf statt glänzend.

80 bis 95 °C: Soßen ziehen lassen

Soßen wie Sauce Hollandaise oder Vanillesoße brauchen Hitze, aber keine 100 °C. Bei 80 bis 95 °C dicken sie an, ohne dass Eier gerinnen. Das ist die Zone für Wasserbadgerichte. Der Thermomix® hält diese Temperaturen konstant, beim Herd müsstest du ständig regulieren.

100 °C: Kochen und Garen

Bei 100 °C kocht Wasser. Suppen, Eintöpfe, Nudeln, Reis, alles was im Wasser gart, läuft bei 100 °C. Der Thermomix® erreicht diese Temperatur schnell und hält sie konstant. Nichts kocht über, nichts brennt an, weil die Heizung nicht überschießt wie eine Herdplatte.

120 °C: Dünsten und Sirup herstellen

120 °C ist die höchste manuell einstellbare Temperatur bei TM5 und TM6. Bei dieser Hitze dünstest du Fleisch und Gemüse an, karamellisierst Zucker oder kochst Sirup ein. Der TM7 geht bis 160 °C und erlaubt scharfes Anbraten. Bei TM5 und TM6 bleibt 120 °C das Maximum, außer du nutzt Guided Cooking.

Warum Varoma ein Heizmodus ist, keine Temperatur

Varoma steht für „Dampfgaren“. Das Display zeigt „Varoma“ an, sobald der Thermomix® die 100 °C für Dampfbildung erreicht hat. Aber: Varoma ist keine höhere Temperatur als 100 °C. Varoma ist ein Heizmodus, der konstant auf 100 °C heizt, ohne zwischendurch abzuschalten (Quelle: zaubertopf.de, September 2022).

Der Unterschied zu manueller 100 °C-Einstellung: Bei 100 °C schaltet die Heizung ab, sobald die Temperatur erreicht ist, und heizt erst nach, wenn sie leicht absinkt. Die Temperatur pendelt zwischen 98 und 100 °C. Das spart Energie. Aber es erzeugt weniger Dampf, weil die Heizung nicht durchgehend läuft.

Varoma heizt durchgehend. Das erzeugt mehr Dampf. Dieser Dampf steigt durch die Löcher im Varoma-Aufsatz nach oben und gart Fleisch, Fisch, Gemüse schonend. Mehr als 100 °C wären kontraproduktiv, weil Dampf zu schnell entweichen würde und die Garzeit sich nicht verkürzt. 100 °C sind die optimale Dampfgartemperatur.

Das erklärt auch, warum TM31-Nutzer für manche Rezepte „Varoma“ statt „120 °C“ wählen sollen. Der TM31 hat keine 120 °C-Funktion. Varoma ist die höchste Heizstufe. Aber die Rezepte meinen damit nicht „über 100 °C“, sondern „maximale Heizleistung“.

Automatische Temperaturkontrolle als Alleinstellungsmerkmal

Jede eingestellte Temperatur wird durch eine automatische Kontrollfunktion der integrierten Heizung konstant gehalten. Das ist das Alleinstellungsmerkmal des Thermomix® gegenüber dem Herd. Die Heizung reagiert auf den Temperatursensor und regelt sekundengenau nach. Beim Herd schwankt die Temperatur. Die Herdplatte heizt über das Ziel hinaus, kühlt ab, heizt wieder nach. Das ist der Grund, warum Milchreis am Herd anbrennt und im Thermomix® nicht.

Wir nutzen diese Kontrollfunktion bewusst: Soßen bei 80 °C ziehen lassen, ohne dass wir rühren müssen. Schokolade bei 45 °C schmelzen, ohne dass sie überhitzt. Hefe bei 37 °C aktivieren, ohne dass sie stirbt. Der Thermomix® macht das von alleine. Am Herd müsstest du ständig die Temperatur prüfen und die Platte regulieren.

Die Heizleistung ist modellabhängig: Der TM6 hat 1.000 W (Quelle: kinderleichtkochen.com, Januar 2021), der TM7 schafft 2.000 W im Nennbetrieb (Quelle: tn4u.de, Dezember 2025). Mehr Leistung bedeutet schnelleres Aufheizen, aber die Temperaturkontrolle funktioniert bei beiden Modellen identisch präzise.

Anbraten über 120 °C: Nur mit Guided Cooking oder TM7

Der TM6 hat einen Anbraten-Modus, der Temperaturen über 120 °C erlaubt. Aber: Dieser Modus ist nur über Guided-Cooking-Rezepte zugänglich (Quelle: Cookidoo.de, Januar 2025). Du kannst nicht einfach 140 °C manuell einstellen. Das ist eine Sicherheitssperre. Vorwerk will verhindern, dass Nutzer bei zu hoher Hitze Öl überhitzen oder Plastikteile beschädigen.

Der TM7 hebt diese Sperre auf. Hier kannst du bis 160 °C manuell einstellen. Das neue Heizsystem erlaubt scharfes Anbraten ohne Guided-Cooking-Pflicht (Quelle: rezeptemitherz-mag.de, September 2025).

Fortgeschrittene TM6-Nutzer umgehen die Sperre mit einem Workaround: Sie starten ein Guided-Cooking-Rezept mit Anbraten-Modus, zum Beispiel „Rindfleisch in Pilz-Sahnesoße“ aus dem Grundkochbuch. Dann ändern sie die Anbrat-Zeit, brechen das Rezept ab und kochen manuell weiter. Das funktioniert, aber: auf eigene Gefahr. Vorwerk empfiehlt Guided Cooking, weil die Rezepte auf sichere Öl- und Fettmengen abgestimmt sind.

Wir raten: Wenn du regelmäßig über 120 °C arbeiten willst und einen TM6 hast, bleib bei Guided Cooking. Wenn du Flexibilität brauchst, ist der TM7 die bessere Wahl.

Wenn es überkocht oder nicht heizt

Sollte dein Gargut überkochen, reduziere die Temperatur kurz auf 90 °C und erhöhe die Drehzahl auf Stufe 1 bis 2. Das bremst die Hitzeentwicklung und verhindert, dass die Flüssigkeit über den Rand tritt. Sobald das Kochen sich beruhigt hat, stellst du die ursprüngliche Temperatur wieder ein.

Wenn der Thermomix® nicht heizt, prüfe zuerst den Messbecher. Bei erhitzten Speisen muss der Messbecher in der Öffnung des Mixtopfdeckels sitzen, sonst schaltet die Heizung aus Sicherheitsgründen nicht ein. Ist der Messbecher korrekt eingesetzt und die Heizung läuft trotzdem nicht, ist vermutlich der Temperatursensor defekt. In diesem Fall: Vorwerk-Kundendienst kontaktieren.

Hier findest du die ultimativen Anfängertipps für den Thermomix® und unseren Varoma-Ratgeber für optimales Dampfgaren.

Autor

  • will-mixen Team Marion

    Marion besitzt den TM31, TM5 und TM6. Als Profi am Thermomix® zaubert sie alltagstaugliche und köstliche Gerichte. Zusammen mit den Bloggern Daniela und Tobias fesselt sie über 200.000 Follower auf will-mixen.de, Facebook, Instagram und Pinterest. Sie konnte ihre Expertise bei der Erstellung mehrerer Thermomix® Kochbuch Bestseller und Kalender beweisen.

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