Chocolate-Chip-Cookies aus dem Thermomix: Wir haben ueber die Jahre bestimmt 30 verschiedene Cookie-Rezepte ausprobiert. Dieses hier ist geblieben. Die Cookies werden aussen knusprig, innen weich und leicht teigig, mit Schokoladenstuecken, die beim Reinbeissen noch warm und fluessig sind. Das Geheimnis liegt in drei Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen guten und wirklich guten Cookies ausmachen.

Warum diese Cookies anders schmecken
Drei Sachen machen dieses Rezept besonders. Erstens: Brown Butter. Die Butter wird im Thermomix bei Stufe 1 auf 100 Grad erhitzt, bis sie nussig duftet und goldbraun wird. Das dauert etwa 8 Minuten. Diese gebräunte Butter bringt einen karamellig-nussigen Geschmack in den Teig, den normale weiche Butter nicht liefert. Der Unterschied ist sofort schmeckbar.
Zweitens: Der Teig muss kalt sein. Nach dem Kneten kommt der Teig fuer mindestens 30 Minuten in den Kuehlschrank. Besser sind 2 Stunden, am besten ueber Nacht. Kalter Teig laeuft im Ofen langsamer auseinander. Die Cookies bleiben dicker, werden aussen knusprig und behalten innen den leicht teigigen Kern. Wer den Teig direkt auf das Blech setzt, bekommt flache, gleichmaessig durchgebackene Kekse. Gut, aber nicht das, was wir wollen.
Drittens: Schokolade grob hacken statt Schokochips. Chips haben eine gleichmaessige Form und schmelzen kontrolliert. Das ist langweilig. Grob gehackte Schokolade ergibt unregelmaessige Stuecke: manche schmelzen komplett, manche bleiben als Chunks bestehen, an der Oberflaeche werden sie leicht kross. Diese Textur-Vielfalt macht die Cookies interessant. Wir nehmen dunkle Kuvertuere mit 60 bis 70 Prozent Kakao. Vollmilch funktioniert auch, wird aber sehr suess.
Brown Butter: So gelingt sie im Thermomix
Butter in Stuecken in den Mixtopf geben. 8 Minuten, 100 Grad, Stufe 1. Die Butter schmilzt zuerst, faengt an zu schaeumen und wird dann goldbraun. Der Geruch veraendert sich: von neutral-buttrig zu nussig-karamellig. Das ist der Moment, in dem die Milchfeststoffe in der Butter roesten. Genau da wollen wir hin.
Wichtig: Die Brown Butter muss komplett abkuehlen, bevor sie in den Teig kommt. Am besten in eine Schuessel umfuellen und 30 Minuten stehen lassen, oder 15 Minuten in den Kuehlschrank. Warme Butter wuerde den Zucker schmelzen und die Textur ruinieren. Die Butter soll cremig-weich sein, nicht fluessig.
Falls die Butter zu dunkel wird: wegschuetten und neu anfangen. Verbrannte Butter schmeckt bitter und ist nicht zu retten. Lieber einmal mehr aufpassen als einen ganzen Batch Cookies verderben.
Der richtige Zucker macht den Unterschied
Dieses Rezept braucht beide Zuckersorten: weissen Zucker und braunen Zucker. Weisser Zucker sorgt fuer Knusprigkeit an den Raendern. Brauner Zucker bringt Feuchtigkeit und Karamellnoten. Das Verhaeltnis entscheidet ueber die Textur.
Mehr brauner Zucker bedeutet weichere, zaehere Cookies. Mehr weisser Zucker macht sie knuspriger und flacher. Unser Verhaeltnis (180 g weiss, 220 g braun) ist auf chewy-in-der-Mitte optimiert. Wer es knuspriger mag, dreht das Verhaeltnis um.
Den Zucker pulverisieren wir zusammen mit dem Vanillemark im Thermomix. Das geht in 10 Sekunden auf Stufe 10. Der feine Zucker loest sich schneller in der Butter und ergibt eine glattere Teigbasis.
Teig richtig kuehlen: Geduld wird belohnt
Der fertige Teig kommt in Frischhaltefolie gewickelt in den Kuehlschrank. Minimum 30 Minuten, ideal 2 bis 12 Stunden. Ueber Nacht ist am besten, weil sich die Aromen verbinden und der Teig eine festere Konsistenz bekommt.
Wir portionieren den Teig oft schon vor dem Kuehlen: Kugeln von etwa 50 g auf ein Blech mit Backpapier setzen und das ganze Blech in den Kuehlschrank stellen. So koennen die Cookies direkt aus dem Kuehlschrank in den Ofen. Das spart Zeit und die Kugeln sind schon gleichmaessig geformt.
Vorportioniert einfrieren: Die rohen Teigkugeln lassen sich perfekt einfrieren. Auf dem Blech anfrieren lassen, dann in einen Gefrierbeutel umfuellen. Haltbarkeit: mindestens 3 Monate. Direkt aus dem Gefrierfach backen, 2 Minuten laengere Backzeit einplanen. So haben wir immer frische Cookies auf Vorrat.
Backen: Lieber zu kurz als zu lang
Die wichtigste Regel beim Cookie-Backen: Rausholen, wenn sie noch zu weich aussehen. Die Cookies backen auf dem heissen Blech noch 3 bis 5 Minuten nach. Wenn sie im Ofen schon perfekt aussehen, sind sie beim Abkuehlen hart.
Unsere Richtwerte: 180 Grad Ober-/Unterhitze, 10 bis 12 Minuten. Die Raender sollen goldbraun sein, die Mitte noch leicht glaenzend und weich. Nach dem Rausholen 5 Minuten auf dem Blech lassen, dann auf ein Gitter legen. In dieser Zeit setzen sich die Cookies und bekommen ihre typische Textur: aussen fest, innen chewy.
Jeder Ofen ist anders. Beim ersten Batch lieber nach 9 Minuten schauen. Die Cookies sind nicht alle gleich gross, also die kleineren eventuell frueher rausnehmen. Ein Blech mit heller Oberflaeche funktioniert besser als ein dunkles, weil dunkle Bleche staerker abstrahlen und die Unterseite verbrennen kann.
Varianten, die wir ausprobiert haben
Mit Meersalz-Flocken: Vor dem Backen ein paar Flocken Fleur de Sel auf jede Teigkugel druecken. Der Salz-Schokolade-Kontrast ist fantastisch und hebt den Karamellgeschmack der Brown Butter hervor. Das ist unsere Lieblingsvariante.
Mit Nuessen: 100 g Walnuesse oder Pecans grob hacken und unter den Teig heben. Die Nuesse roesten wir vorher kurz im Thermomix (4 Minuten, Varoma, Stufe 1). Geroestete Nuesse bringen viel mehr Geschmack als rohe.
Double Chocolate: 30 g vom Mehl durch Backkakao ersetzen und die gehackte Schokolade durch weisse Kuvertuere tauschen. Sieht dramatisch aus und schmeckt intensiv schokoladig.
Mit Espressopulver: Einen Teloeffel loeslichen Espresso zum Zucker geben und mitpulverisieren. Man schmeckt keinen Kaffee, aber die Schokolade schmeckt schokoladiger. Das ist ein alter Konditor-Trick, der wirklich funktioniert.
Aufbewahrung
Fertige Cookies halten sich in einer luftdichten Dose 4 bis 5 Tage. Ein Stueck weiches Toastbrot in der Dose haelt sie feucht, das Brot zieht die ueberschuessige Feuchtigkeit und gibt sie langsam wieder ab. Klingt seltsam, funktioniert aber.
Zum Aufwaermen: 10 Sekunden in der Mikrowelle machen aus einem Tag-alten Cookie wieder einen frisch-gebacken-schmeckenden Cookie. Im Backofen bei 150 Grad fuer 3 Minuten funktioniert auch, dauert aber laenger.
Dazu passt
Wer die volle Dessert-Erfahrung will: Cookie frisch aus dem Ofen mit einer Kugel Vanilleeis aus dem Thermomix servieren. Die Kombination aus warmem Cookie und kaltem Eis ist kaum zu toppen.
Unsere Cookies passen auch gut zum Nachmittagskaffee oder als suesses Mitbringsel. Einfach in Zellophan-Tuetchen verpacken und ein Band drum binden. Kommt immer gut an, besonders wenn man dazusagt, dass die Butter gebraeunet ist. Das macht Eindruck.


Chocolate-Chip-Cookies aus dem Thermomix®
Zutaten
- 380 g Mehl
- 1 TL Natron *
- 1 TL Backpulver
- 1 TL Salz *
- 1 Vanilleschote *
- 180 g Zucker *
- 220 g brauner Zucker *
- 230 g Butter *
- 3 Eier
- 300 g Schokochips
Anleitungen
- Mehl, Natron, Backpulver und Salz in den Mixtopf geben, 10 Sekunden/Stufe 5 vermengen und beiseite geben.380 g Mehl, 1 TL Natron, 1 TL Backpulver, 1 TL Salz
- Vanilleschote mit weißem und braunem Zucker in den Mixtopf geben und 20 Sekunden/Stufe 10 pulverisieren.1 Vanilleschote, 180 g Zucker, 220 g brauner Zucker
- Butter in Stücke schneiden, zugeben und auf 1 Minute/Stufe 3 schaumig schlagen.230 g Butter
- Eier zugeben und 3 Minuten/Stufe 4 aufschlagen.3 Eier
- Backblech mit Backpapier auslegen und Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Mehlmischung zugeben und 2 Minuten/TEIGSTUFE kneten.
- Schokochips zugeben und 1 Minute/TEIGSTUFE einkneten.300 g Schokochips
- Aus dem Teig Kugeln mit ca. 3 cm Durchmesser formen und diese mit ausreichend Abstand zueinander auf das Backblech legen.
- Cookies 8 Minuten auf mittlerer Schiene backen und anschließend ein paar Minuten auskühlen lassen.















