Focaccia aus dem Thermomix® braucht Zeit, aber keine Aufmerksamkeit. Wir mischen den Teig in 8 Minuten, lassen ihn 2,5 Stunden gehen und backen ihn mit Gorgonzola-Creme 20 Minuten goldbraun.
Focaccia ist ligurisches Fladenbrot aus Hefeteig mit Olivenöl. Der Thermomix® knetet den Teig auf Knetstufe glatt und elastisch. Die Hefe wird vorher bei 37°C aktiviert, genau die Temperatur, bei der Hefe optimal arbeitet ohne abzusterben.
Warum die Mulden im Teig keine Deko sind
Die charakteristischen Finger-Mulden im Focaccia-Teig sind funktionale Ölreservoirs. Olivenöl sammelt sich darin, zieht beim Backen in den Teig und sorgt für die typischen feuchten Stellen zwischen knusprigen Zonen. Ohne Mulden verteilt sich das Öl gleichmäßig und das Focaccia wird trocken statt saftig-knusprig.
Wir drücken die Mulden mit dem Daumen tief in den Teig, direkt vor dem zweiten Gehen. Der Teig ist dann schon aufgegangen, aber noch weich genug für die Vertiefungen. Nach dem Backen entstehen dadurch die unregelmäßigen Lufttaschen, die Focaccia von Pizza unterscheiden.
Gehzeit bestimmt die Luftigkeit
Der Teig muss zweimal gehen: 2 Stunden nach dem Kneten, 30 Minuten nach dem Formen. Die erste Gehzeit baut das Glutengerüst auf und gibt dem Teig Struktur. Die zweite Gehzeit nach dem Ausrollen lässt die Mulden sich mit Gas füllen und sorgt für die typische Luftigkeit.
Zu kurz und der Teig bleibt dicht wie Pizzateig. Zu lang und er fällt beim Backen zusammen, weil die Hefe die Stärke aufgefressen hat. 2 Stunden plus 30 Minuten sind der Korridor, in dem Focaccia saftig und luftig bleibt.
Gorgonzola-Creme statt Käse-Streifen
Wir mischen Gorgonzola mit Frischkäse und Kräuter-Crème-fraîche auf Stufe 6 zu einer streichfähigen Creme. Reine Gorgonzola-Brösel würden beim Backen verbrennen und bitter werden. Die Frischkäse-Basis schützt den Gorgonzola und macht die Creme mild genug für Kinder.
Die Creme wird nach dem zweiten Gehen auf den Teig gestrichen, nicht vorher. Vorher gezogen würde sie in den Teig einsinken und die Oberfläche matschig machen. Erst kurz vor dem Backen aufgetragen bleibt sie als Schicht oben und bekommt beim Backen goldbraune Ränder.
Tomaten halbieren, nicht vierteln
Cocktailtomaten werden halbiert auf den Teig gesetzt, Schnittfläche nach oben. Ganze Tomaten platzen beim Backen und machen den Teig nass. Geviertel geben sie zu viel Flüssigkeit ab und der Belag wird suppig. Halbiert behalten sie genug Struktur und geben nur so viel Saft ab, dass die Creme saftig bleibt.
Basilikum kommt frisch über die fertigen Tomaten, nicht mit in den Ofen. Gebackenes Basilikum wird bitter und verliert sein Aroma. Wir zerreißen die Blätter erst nach dem Backen über das heiße Focaccia, dann entfaltet sich das Aroma ohne zu verbrennen.
Backen bei 200°C Ober- und Unterhitze
Mittlere Schiene, 200°C Ober- und Unterhitze, 20 Minuten. Umluft trocknet das Focaccia aus. Die Hitze von unten gart den Teig durch, die Hitze von oben bräunt die Creme. Nach 20 Minuten ist der Boden fest und die Oberfläche goldbraun. Länger und die Creme wird dunkel, kürzer und der Teig bleibt teigig.
Wir schneiden das Focaccia noch warm in 12 Stücke. Kalt geschnitten bricht die Kruste und der Belag rutscht ab. Warm bleibt der Teig elastisch und lässt sich sauber portionieren.
Andere Beläge für Focaccia
Statt Gorgonzola-Creme funktionieren auch Oliven und Rosmarin klassisch italienisch, karamellisierte Zwiebeln mit Thymian für süß-herzhaft, Ziegenkäse mit Honig und Walnüssen für süße Note oder Knoblauch und Parmesan für intensive Würze. Der Teig bleibt gleich, nur die Creme oder der Belag ändert sich.
Für veganes Focaccia die Gorgonzola-Creme durch Olivenpaste (Tapenade) oder getrocknete Tomaten in Öl ersetzen. Die Mulden bleiben Pflicht, weil sie die Saftigkeit auch ohne Käse garantieren.
Focaccia aufbewahren
Warm schmeckt Focaccia am besten. Im Kühlschrank hält es sich 2 Tage in einer verschlossenen Dose. Zum Aufwärmen 5 Minuten bei 180°C in den Ofen, nicht in die Mikrowelle, sonst wird der Teig gummiartig.
Einfrieren funktioniert nicht gut mit Gorgonzola-Belag. Die Creme trennt sich beim Auftauen und wird wässrig. Pures Focaccia ohne Belag lässt sich einfrieren und nach dem Auftauen frisch belegen.
Weitere italienische Rezepte aus dem Thermomix®: Pizza Margherita, Ciabatta, Risotto und Pesto Genovese.

Focaccia mit Gorgonzola aus dem Thermomix®
Zutaten
- 300 g Wasser
- 40 g Olivenöl *
- 2 TL Salz *
- 30 g Hefe *
- 500 g Mehl
- 150 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
- 200 g Kräuter-Crème-fraîche
- 200 g Gorgonzola
- 250 g Cocktailtomaten *
- 2 Stiele Basilikum
- 1 TL Pfeffer * frisch gemahlen
Anleitungen
- Wasser, Olivenöl, Salz und Hefe in den Mixtopf geben und 3 Minuten/37 °C/Stufe 1 erwärmen.300 g Wasser, 40 g Olivenöl, 2 TL Salz, 30 g Hefe
- Mehl zugeben und 5 Minuten/Knetstufe zu einem glatten Teig kneten, in eine Schüssel geben und abgedeckt an einem warmen Ort 2 Stunden gehen lassen.500 g Mehl
- Ein Backblech mit Backpapier auslegen, den Teig mit Mehl bestäuben, auf dem Backblech ausrollen und mit dem Daumen Mulden in den Teig drücken. Nochmals 30 Minuten gehen lassen. Backofen auf 200 °C Ober und Unterhitze vorheizen.
- Frischkäse, Crème fraîche und Gorgonzola in Stücken in den Mixtopf geben und 6 Sekunden/Stufe 6 vermischen.150 g Frischkäse (Doppelrahmstufe), 200 g Kräuter-Crème-fraîche, 200 g Gorgonzola
- Die Creme gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Cocktailtomaten halbieren und auf dem Teig setzen. Basilikum waschen, trockenschütteln, die Blätter abzupfen, zerreißen und über das Focaccia verteilen. Pfeffer darüber streuen.250 g Cocktailtomaten, 2 Stiele Basilikum, 1 TL Pfeffer
- Auf der mittleren Schiene des Backofens ca. 20 Minuten backen, bis die gewünschte Bräune erreicht ist. Das Brot in 12 Stücke schneiden und genießen.














Da bleibt selten was übrig Danke fürs Rezept
Luftig lockerer Teig, toller leckerer Belag! Perfekt für uns!