Ein Nudel-Schinken-Gratin ist nur so gut wie der Moment, in dem der Käse aufgestreut wird. Wir streuen ihn nicht zu Beginn auf den Auflauf, sondern erst zehn Minuten vor Schluss. Genau das ist der Punkt, an dem die meisten Familien-Gratins scheitern.

Wir kochen dieses Gratin mit 400 g Pasta, 200 g Speckwürfeln und einer cremigen Käsesoße aus 400 g Gemüsebrühe und 200 g Sahne. 300 g Gouda landen zur Hälfte in der Soße und zur Hälfte als Kruste auf dem Auflauf. Der Thermomix übernimmt das Reiben des Käses, das Hacken von Zwiebel und Knoblauch und die komplette Béchamel in einem einzigen Mixtopf, ohne Topfwechsel und ohne dass wir nebenbei Mehlschwitze rühren müssen.
Was dieses Rezept zum Familien-Klassiker macht, ist die Kombination aus etwas, das wir fast immer im Haus haben. Nudeln, Sahne, Speckwürfel, Gouda, eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe und Mehl. Die 45 Minuten Gesamtzeit verteilen sich auf 15 Minuten am Mixtopf und 30 Minuten im Ofen, und in dieser halben Stunde Backzeit räumen wir die Küche auf oder decken den Tisch.
Warum der Käse erst zum Schluss auf den Auflauf kommt
Im Originalrezept streuen wir den restlichen Käse vor dem Backen auf den Auflauf und schieben ihn 30 Minuten in den Ofen bei 180 °C. Das funktioniert. Wir haben aber inzwischen die Variante mit höherer Hitze getestet, weil wir die Kruste tiefer goldbraun haben wollten. Bei 200 °C und 25 Minuten Gesamtbackzeit kippt der Gouda nach 12 bis 15 Minuten von goldbraun in Richtung dunkel und bitter, wenn er von Anfang an oben liegt.
Unsere Lösung ist simpel. Wir backen den Auflauf die ersten 15 bis 20 Minuten ohne Käseschicht, nur mit der Sahnesoße über Pasta und Speckwürfeln. So zieht die Soße in die Pasta ein und die Speckwürfel werden knusprig. Erst dann öffnen wir den Ofen, streuen die restlichen 150 g Gouda auf und backen weitere 10 Minuten zu Ende. Der Käse zerläuft, zieht Fäden und bekommt eine helle Krustenfarbe, ohne zu verbrennen. Wer beim Originalrezept bei 180 °C bleibt, kann den Käse direkt mit aufstreuen, da reicht die Hitze nicht für ein Verbrennen.
Pasta al dente kochen, nicht durch
Die 400 g Pasta kommen vorgekocht in die Auflaufform. Hier liegt der zweite Punkt, an dem viele Gratins kippen. Wenn wir die Nudeln so weich kochen, wie wir sie sonst zur Tomatensoße essen würden, werden sie im Ofen matschig. Die heiße Sahnesoße und 30 Minuten bei 180 °C garen die Pasta nämlich nach.
Wir kochen die Pasta deshalb zwei Minuten kürzer als auf der Packung angegeben. Bei Penne mit 11 Minuten Kochzeit also 9 Minuten, bei Rigatoni mit 12 Minuten dann 10 Minuten. Sie soll im Kern noch einen leichten Biss haben, fast etwas zu fest. Im Ofen wird sie genau richtig.
Die Béchamel im Mixtopf in einem Rutsch
Die Soße ist das Herzstück und entsteht direkt nach dem Käsereiben im selben Mixtopf. Zwiebel und Knoblauch werden 3 Sekunden auf Stufe 8 zerkleinert, dann kommen 60 g Butter und 50 g Mehl dazu. Diese Mehlschwitze dünsten wir 3 Minuten bei Varoma auf Stufe 2 an. Genau das ist der Schritt, der eine echte Béchamel von einer Mehlsoße trennt. Das Mehl muss anschwitzen, bis es leicht nussig riecht, sonst schmeckt die Soße später nach rohem Mehl.
Anschließend gießen wir 400 g Gemüsebrühe und 200 g Sahne dazu, geben Salz, Pfeffer und 150 g des geriebenen Goudas zu und kochen 6 Minuten bei 100 °C auf Stufe 3. Die Soße wird seidig, der Käse zieht ein, das Mehl bindet. Zum Schluss 10 Sekunden auf Stufe 8 mixen, damit Zwiebel und Knoblauch komplett verschwinden und die Soße glatt wird. Das ist der Vorteil im Thermomix gegenüber Topf und Schneebesen. Keine Klümpchen, keine Zwiebelstücke und keine getrennte Phase, in der wir die Mehlschwitze separat aufschlagen müssen.
Speckwürfel oder Schinkenwürfel
Wir nehmen 200 g Speckwürfel und geben sie roh dazu, ohne sie vorher anzubraten. In den 25 bis 30 Minuten im Ofen geben sie genug Fett ab und werden knusprig. Wer es milder mag, nimmt stattdessen Schinkenwürfel oder gewürfelten Kochschinken. Die werden nicht so knusprig, sind aber salzärmer und passen besser für Kinder.
Was wir nicht empfehlen, ist eine Mischung aus rohem Bauchspeck und gewürfelten Salami-Resten. Klingt nach guter Resteverwertung, schmeckt aber dominant nach Salami und überdeckt die Sahnesoße. Wenn ihr einen Mix wollt, dann besser Speckwürfel plus gewürfelter Kochschinken zu gleichen Teilen.
Welche Pasta funktioniert
Wir nehmen Penne oder Rigatoni, weil die kurzen Röhren die Soße aufnehmen und beim Servieren mit Käse gefüllt aus der Form kommen. Spirelli funktionieren auch, halten aber weniger Soße. Spaghetti oder Tagliatelle eignen sich nicht, weil sie sich beim Schichten zu Klumpen ziehen und ungleichmäßig garen.
Bei Vollkornpasta kochen wir nur eine Minute kürzer als auf der Packung, weil sie ohnehin etwas länger braucht. Glutenfreie Pasta aus Mais oder Reis verträgt das Nachgaren im Ofen schlechter. Wer auf glutenfrei angewiesen ist, sollte die Pasta wirklich nur 7 Minuten kochen und die Backzeit auf 20 Minuten reduzieren, sonst zerfällt sie.
Soße zu dünn, Auflauf wässrig
Wenn die fertige Soße direkt aus dem Mixtopf zu dünn aussieht, war das Mehl nicht heiß genug angeschwitzt oder die 6 Minuten bei 100 °C wurden vorzeitig abgebrochen. Wir geben dann einfach noch 2 Minuten bei 100 °C auf Stufe 3 oben drauf. Die Soße muss sichtbar binden und wie eine sämige Béchamel aussehen, nicht wie warme Milch.
Wässrig wird der Auflauf am Ende meistens dadurch, dass die Pasta vor dem Schichten nicht abgetropft war. Wir lassen sie nach dem Kochen 2 bis 3 Minuten im Sieb stehen, bevor sie in die Auflaufform kommt. Das Restwasser aus den Nudeln verdünnt sonst die Soße im Ofen und macht das Ganze suppig.
Vorbereiten für den Feierabend
Den Auflauf können wir bis zur fertig geschichteten Form vorbereiten und mit Frischhaltefolie abgedeckt bis zu 6 Stunden im Kühlschrank stehen lassen. Den Käse streuen wir trotzdem erst kurz vor dem Backen auf, sonst zieht er Wasser. Wer ihn aus dem Kühlschrank in den Ofen schiebt, rechnet 5 bis 10 Minuten Backzeit dazu, weil die Soße erst auf Temperatur kommen muss.
Was nicht funktioniert, ist die Soße separat vorzubereiten und kalt über die Pasta zu gießen. Sie zieht dann nicht richtig ein und der Auflauf wird trocken. Entweder das ganze Gratin geschichtet vorbereiten oder erst direkt vor dem Essen ansetzen.
Reste und Aufbewahrung
Im Kühlschrank hält sich der Auflauf zugedeckt 2 bis 3 Tage. Wir wärmen ihn portionsweise im Ofen bei 160 °C für 12 Minuten auf, dann bleibt die Kruste knusprig. Mikrowelle geht auch und ist schneller, der Käse wird darin aber zäh und gummiartig.
Einfrieren funktioniert nur bedingt. Die Pasta wird beim Auftauen mehlig und die Soße trennt sich leicht. Wer trotzdem einfrieren will, friert besser nur die fertige Käsesoße separat ein und kocht die Pasta beim Servieren frisch. Die Soße hält in Portionsdosen bis zu 4 Wochen im Gefrierfach und lässt sich im Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren wieder cremig aufschlagen.
Was dazu auf den Tisch kommt
Zum Nudel-Schinken-Gratin servieren wir grünen Salat mit einem säuerlichen Dressing, das den Sahne-Käse-Charakter ausgleicht. Ein klassisches Joghurt-Dressing aus dem Thermomix oder ein einfaches Essig-Öl-Dressing sind unsere Standardbegleiter. Wer Tomaten dazu mag, schneidet ein paar Cocktailtomaten in den Salat, das frischt den schweren Auflauf auf. Für eine vegetarische Variante ohne Speck passt unsere Spinat-Gnocchi-Auflauf aus dem Thermomix als Inspiration, dort wird Spinat zur tragenden Zutat.

Nudel-Schinken-Gratin aus dem Thermomix®
Zutaten
- 300 g Gouda
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 60 g Butter *
- 50 g Mehl, Type 405
- 400 g Gemüsebrühe
- 200 g Sahne *
- 1/2 TL Salz *
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer *
- 400 g Pasta
- 200 g Speckwürfel
Anleitungen
- Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Gouda in Stücke schneiden, in den Mixtopf geben, 8 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern und beiseite geben.300 g Gouda
- Zwiebel abziehen und halbieren, Knoblauch abziehen. Beides in den Mixtopf geben, 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe
- Butter und Mehl zugeben und 3 Minuten/Varoma/Stufe 2 andünsten.60 g Butter, 50 g Mehl, Type 405
- Gemüsebrühe, Sahne, Salz, Pfeffer und 150 g Gouda zugeben und 6 Minuten/100 °C/Stufe 3 kochen.400 g Gemüsebrühe, 200 g Sahne, 1/2 TL Salz, 1/2 TL schwarzer Pfeffer
- Inzwischen Pasta und Speckwürfeln in der Auflaufform verteilen.400 g Pasta, 200 g Speckwürfel
- Soße 10 Sekunden/Stufe 8 mixen und über die Pasta gießen.
- Restlichen Käse darüberstreuen und auf mittlerer Schiene 30 Minuten backen.
Rezept-Zubehör
Video
Notizen
Mehr Auflauf-Ideen aus dem Mixtopf findet ihr in unserer Rubrik Auflauf-Rezepte.


