Ajvar aus dem Thermomix® braucht 80 Minuten (davon 60 Min Köcheln) und ergibt 6 Schraubgläser à 200 ml. Die Balkan-Spezialität aus 1 kg roter Spitzpaprika plus 500 g Aubergine ist der intensiver gewürzte und cremiger als jedes industrielle Ajvar aus dem Glas. Plus: ohne Konservierungsstoffe und 6 Monate haltbar.
Wir machen es jedes Jahr im September, wenn die rote Spitzpaprika reif und günstig ist. Eine Portion (50 g) hat etwa 90 kcal und passt als Aufstrich, Dip oder Beilage. Im Vergleich zu Marken-Ajvar im Glas (4-6 Euro pro 200 ml) kostet die selbstgemachte Variante etwa 1,30 Euro pro Glas.
Spitzpaprika statt Block-Paprika: warum
Rote Spitzpaprika (auch „italienische Paprika“ oder „Ramiro“) ist die Pflicht-Sorte für Ajvar. Sie hat dünnere Wände, weniger Wasser, mehr Aroma. Block-Paprika (klassische dicke rote Paprika) funktioniert auch, ergibt aber wässrigeres Ajvar mit weniger Geschmacks-Tiefe.
Original-Balkan-Variante: Paprika erst auf dem offenen Grill rösten, bis die Haut schwarz ist, dann in einer Plastiktüte 10 Min ruhen lassen, Haut abziehen, dann verarbeiten. Das ergibt das beste Aroma, ist aber 30 Minuten Mehraufwand. Unsere Thermomix®-Variante überspringt diesen Schritt.
Aubergine ist nicht optional
500 g Aubergine machen das Ajvar cremig und weniger süß als reine Paprika-Varianten. Wer Aubergine nicht mag oder nicht da hat: durch 500 g zusätzliche Paprika ersetzen. Dann wird das Ajvar süßer und intensiver, ist aber kein authentisches Ajvar mehr (mehr ein Paprika-Aufstrich).
Aubergine vor dem Mixen schälen. Die dunkle Schale enthält Bitterstoffe, die im fertigen Ajvar schmecken. Wer die Schale dran lässt: das Ajvar wird leicht bitter und dunkler in der Farbe.

60 Minuten köcheln: warum die lange Garzeit
Die 60 Minuten bei 90 °C auf Sanftrührstufe sind der Schlüssel. In dieser Zeit verdampft die Flüssigkeit aus Paprika und Aubergine, das Ajvar wird konzentriert und cremig. Wer kürzer kocht (30-40 Min): Ajvar bleibt wässrig und schmeckt nach Gemüsemus. Wer länger kocht (90+ Min): nicht schädlich, aber bringt keinen Mehrwert.
Wichtig: ohne Messbecher köcheln, damit der Dampf entweicht. Mit Messbecher bleibt die Feuchtigkeit drin, das Ajvar dickt nicht ein. Wer Spritzschutz nutzen will: ein Sieb über die Öffnung legen.
200 g Olivenöl: warum so viel
200 g Olivenöl sind etwa 15 Prozent der Gesamt-Menge. Klingt nach viel, aber Ajvar ist traditionell ein „feuchtes“ Gemüse-Mus, das viel Fett braucht. Das Öl macht es streichfähig, konserviert es und gibt mediterranen Charakter. Mit weniger Öl (100 g) wird das Ajvar zu trocken und körnig.
20 g Öl gehen am Anfang dazu (zum Andünsten), 180 g kommen vor dem Köcheln dazu. Diese Reihenfolge ist wichtig: das frühe Öl bringt die Aromen aus den Zwiebeln und Knoblauch raus, das späte Öl bleibt als geschmacksgebende Flüssigkeit erhalten.
Mild oder scharf: Chilischote-Dosis variabel
Klassisch wird Ajvar mit 1 ganzen Chilischote gemacht (mittelscharf). Wer mild will: nur 1/2 Chilischote ohne Kerne. Wer richtig scharf will (Sliven-Stil aus Bulgarien): 2 ganze Chilischoten mit Kernen. Plus 1 TL Sambal Oelek zusätzlich.
Wer ohne Chili: 1 TL geräuchertes Paprikapulver (Pimentón de la Vera) für rauchige Note. Das ist die kinderfreundliche Variante. Geräuchertes Paprikapulver bringt die „wie vom Grill“-Note ohne Schärfe.

Wozu Ajvar serviert wird
Klassisch zu Cevapcici, Pljeskavica, Lammspieße oder anderen Balkan-Grillgerichten. Plus als Aufstrich auf Fladenbrot, als Dip mit Brot, als Soße zu Pasta, als Pizza-Topping, in Hummus eingerührt, zu gegrilltem Gemüse, zu Bratkartoffeln. Eine Portion (50 g) reicht als Beilage zu einem Hauptgericht.
Wer mehr Balkan-Atmosphäre will: dazu unsere Knoblauchbutter aus dem Thermomix® auf Fladenbrot streichen und Ajvar drüber. Die Knoblauchbutter ergänzt das Ajvar perfekt.
Ajvar 6 Monate ungeöffnet, 4 Wochen nach Öffnen
Heiß in sterilisierte Schraubgläser füllen, sofort verschließen, 20 Min kopfüber stellen für das Vakuum. So abgefüllt hält das Ajvar kühl und dunkel 6 Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank 4 Wochen, mit Olivenöl-Spiegel obendrauf bis zu 6 Wochen.
Wer Vorrat anlegt: das doppelte Rezept geht knapp in den TM6/TM7 Mixtopf (TM31/TM5 lieber in zwei Durchgängen). 12 Gläser pro Jahres-Charge reichen für eine 4-köpfige Familie problemlos.
Dazu passt: Fladenbrot.
Ebenfalls beliebt: Vegane Leberwurst aus dem Thermomix®.
Spitzpaprika oder Block-Paprika?
Spitzpaprika (Ramiro) hat dünnere Wände, weniger Wasser, mehr Aroma. Block-Paprika ergibt wässrigeres Ajvar. Original mit gegrillter Paprika (Haut abziehen).
Brauche ich Aubergine?
500g Aubergine macht cremig und mildert Süße. Ohne Aubergine: 500g mehr Paprika, dann süßer und intensiver. Aubergine schälen wegen Bitterstoffen.
Warum 60 Minuten köcheln?
Flüssigkeit muss verdampfen, Ajvar konzentrieren. Kürzer = wässrig. Ohne Messbecher köcheln, damit Dampf entweicht.
200 g Olivenöl, ist das nicht zu viel?
Klassisch 15% der Gesamtmenge. Macht streichfähig, konserviert, mediterran. Mit weniger Öl (100g) wird trocken und körnig.
Wie scharf wird das Ajvar?
1 Chilischote = mittelscharf (Standard). 1/2 ohne Kerne = mild. 2 ganze + 1 TL Sambal = sehr scharf (Sliven-Stil). Ohne: 1 TL geräuchertes Paprika.
Wie lange hält Ajvar?
6 Monate ungeöffnet kühl und dunkel. Nach Öffnen 4 Wochen im Kühlschrank, mit Öl-Spiegel bis zu 6 Wochen.
Welche Thermomix®-Modelle funktionieren?
Alle. TM6/TM7 packen Doppelmenge, TM31/TM5 lieber zwei Durchgänge. 90 °C Sanftrührstufe für Köcheln.
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Ajvar aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 10 ✓
- 5 Knoblauchzehe
- 1 Zwiebel
- 1 Chilischote
- 500 g Aubergine
- 1000 g rote Spitzpaprika
- 200 g Olivenöl
- 2 EL Balsamicoessig
- 1 TL Zitronensaft
- 1 TL Salz
- 1/2 TL Pfeffer
Anleitung 0 / 6
-
1
Knoblauch zerkleinern.
Knoblauch abziehen, in den Mixtopf geben und 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern.
- 5 Knoblauchzehe
-
2
Zwiebel abziehen.
Zwiebel abziehen und mit Chilischote in den Mixtopf geben.
- 1 Zwiebel
- 1 Chilischote
-
3
Gemüse zerkleinern.
Aubergine schälen, Paprika waschen und entkernen. Auberginen und Paprika in Stücken in den Mixtopf geben bis dieser fast voll ist und 5 Sekunden/Stufe 5 mithilfe des Spatels zerkleinern. Restlichen Paprika in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Stufe 5 mithilfe des Spatels zerkleinern.
- 500 g Aubergine
- 1000 g rote Spitzpaprika
-
4
Andünsten.
20 g Olivenöl zugeben und 10 Minuten/Varoma/Stufe 1 erhitzen. Aufsteigend bis Stufe 8 pürieren.
- 200 g Olivenöl
-
5
Kochen lassen.
180 g Olivenöl, Essig, Zitronensaft, Salz und Pfeffer zugeben 10 Sekunden/Stufe 3 mischen und ca. 60 Minuten/90 °C/Sanftrührstufe köcheln lassen. Die Flüssigkeit sollte verkocht sein, und das Ajvar eine homogene Masse haben.
- 200 g Olivenöl
- 2 EL Balsamicoessig
- 1 TL Zitronensaft
- 1 TL Salz
- 1/2 TL Pfeffer
-
6
Abfüllen.
Inzwischen Schraubgläser und Deckel auskochen, das heiße Ajvar in die sterilen Gläser füllen, Deckel verschließen und für 20 Minuten auf den Kopf stellen. So abgefüllt wird das Ajvar für etwa 6 Monate haltbar.
Tipp: Ajvar passt gut zu gegrillten Fleisch, mit frischen gehackten Zwiebeln zu Hacksteaks und Cevapcici, ist sehr lecker auf frischem Bauernbrot, passt zu Nudeln, zur Pizza oder zum Flammkuchen. Vermischt mit Joghurt oder Quark gibt es einen herrlichen Dip für Gemüsesticks oder Knabberzeug.










Ist gut gelungen. Schmeckt fast wie im Urlaub 😉
sehr, sehr lecker!