Rosmarin im Rührteig ist kein Experiment, sondern eine gezielte Entscheidung. Die ätherischen Öle im Rosmarin lösen sich nur durch mechanischen Druck, wir pulverisieren ihn deshalb mit dem Zucker auf Stufe 10, statt ihn gehackt in den Teig zu geben. Erst dann gibt er sein volles Aroma an den Kuchen ab.

Warum Rosmarin-Zucker vor der Butter kommt
Wir geben Rosmarinnadeln nicht direkt in den Teig, weil sie dort als faserige Stückchen durchkommen würden. 10 Sekunden auf Stufe 10 mit dem Zucker mahlen sie zu Pulver und setzen gleichzeitig die ätherischen Öle frei. Der Zucker wirkt dabei als Schleifmittel. Das Ergebnis ist ein durchgehend würziger Teig, nicht einzelne scharfe Stellen.
Der Rosmarin muss trocken sein, sonst klebt er. Frische Nadeln nach dem Waschen auf Küchenpapier ausbreiten, 10 Minuten warten. Gefrorener Rosmarin funktioniert nicht, er wird matschig statt pulvrig.
Orangenschale: nur zwei von drei Orangen
Das Rezept braucht drei Orangen, zwei für die Schale, alle drei für den Saft. Die dritte Orange liefert nur Saft, keine Schale. Warum: Zu viel Orangenschale macht den Teig bitter. Zwei abgeriebene Orangen geben genug Aroma, ohne dass die weißen Bitterstoffe unter der Schale dominieren.
Die Hälfte der Schale wird vor dem Mixen beiseite gelegt und kommt später als Dekoration auf die Glasur. Der Rest wandert in den Teig. Achte darauf, nur die farbige Schale abzureiben, nicht die weiße Haut darunter. Eine feine Reibe hilft, die Schale in dünnen Streifen zu erwischen.
Orangensaft-Likör-Verhältnis: 50 zu 50 im Teig
Von den drei ausgepressten Orangen brauchen wir 50 g Saft für den Teig, plus 50 g Orangenlikör. Dieses Verhältnis ist kein Zufall: Der Likör liefert Alkohol-Aroma und verstärkt die Orangennote, ohne den Teig zu verwässern. Mehr Saft würde den Teig zu flüssig machen, mehr Likör zu aufdringlich.
Wer keinen Orangenlikör hat, nimmt stattdessen 100 g Orangensaft. Der Kuchen wird dann weniger aromatisch, aber immer noch saftig. Die restlichen 30 g Saft und 20 g Likör gehen in die Glasur.

Gugelhupfform richtig fetten
Eine Gugelhupfform hat viele Ecken und Kanten. Wenn du die Form nur leicht ausstreichst, klebt der Teig nach dem Backen an den Rillen fest. Nimm weiche Butter und streiche sie mit einem Pinsel in jede Vertiefung. Die Form muss komplett bedeckt sein, sonst bricht der Kuchen beim Stürzen.
Alternative: Backspray. Das geht schneller und erreicht auch schmale Zwischenräume. Wir nutzen beide Methoden, je nachdem was griffbereit ist.
Stäbchenprobe nach 60 Minuten
Nach 60 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze (160 °C Umluft) ist der Kuchen meist durch. Aber Backöfen schwanken. Deshalb die Stäbchenprobe: Holzstäbchen oder dünnes Messer in die dickste Stelle des Kuchens stechen. Wenn kein Teig mehr dran klebt, ist er fertig. Wenn noch feuchte Krümel hängen, 5 Minuten länger backen und erneut testen.
Den Kuchen nach dem Backen 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann erst stürzen. Zu früh gestürzt, bricht er auseinander. Zu spät, klebt er fest.
Glasur auf warmem Kuchen
Die Glasur kommt auf den noch warmen Kuchen. Warum warm: Der Puderzucker schmilzt leicht an und zieht in die Oberfläche ein. Auf kaltem Kuchen bleibt die Glasur stumpf und trocknet schneller. Wir mischen Puderzucker mit Orangensaft, Likör und Konfitüre direkt nach dem Stürzen und verstreichen sie mit einem Löffel.
Die restliche abgeriebene Orangenschale wird als Dekoration über die feuchte Glasur gestreut. Sie haftet besser, solange die Glasur noch nicht getrocknet ist.
Wenn dir nach zwei bis drei Tagen auffällt, dass die Glasur matt geworden ist, ist das normal. Puderzucker zieht Feuchtigkeit und kristallisiert leicht nach. Der Geschmack bleibt.
So bleibt er saftig
Der Kuchen hält sich bei Raumtemperatur drei bis vier Tage in einer Kuchendose. Durch den Orangensaft und die Butter im Teig trocknet er langsamer als klassischer Rührkuchen. Im Kühlschrank wird er zäh, lass ihn deshalb draußen stehen.
Einfrieren funktioniert, aber nur ohne Glasur. Den fertigen Kuchen abkühlen lassen, in Frischhaltefolie wickeln und einfrieren. Hält drei Monate. Zum Auftauen bei Raumtemperatur 2-3 Stunden stehen lassen, dann erst glasieren.

Orangen-Rosmarin-Kuchen aus dem Thermomix®
Zutaten
- 2 Zweige Rosmarin
- 250 g Zucker *
- 3 Orangen unbehandelt
- 240 g Butter *
- 500 g Mehl
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 4 Eier
- 70 g Orangenlikör
- 100 g Orangenkonfitüre
- 200 g Puderzucker
Anleitungen
- Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze (Umluft 160 °C) vorheizen.
- Rosmarin waschen, trocknen, Nadeln abzupfen, mit Zucker in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Stufe 10 mahlen.2 Zweige Rosmarin, 250 g Zucker
- 2 Orangen waschen, trocknen und Schale abreiben. Die Hälfte der Schale beiseite geben, den Rest mit Butter in Stücken, Mehl, Backpulver, Vanillezucker und Eier in den Mixtopf geben.3 Orangen, 500 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver, 1 Päckchen Vanillezucker, 4 Eier, 240 g Butter
- Alle Orangen auspressen, 50 g Orangensaft mit 50 g Orangenlikör in den Mixtopf geben und 30 Sekunden/Stufe 4 mischen.3 Orangen
- Gugelhupfform mit etwas Butter fetten, Teig in die Form geben und 60 Minuten auf der mittleren Schiene des Backofens backen. Stäbchenprobe machen, ob der Kuchen fertig ist.
- 20 g Orangenlikör, 30 g Orangensaft, Orangenkonfitüre mit Puderzucker mischen und großzügig auf den noch warmen Kuchen verteilen. Mit der restlichen abgeriebenen Orangenschale verzieren.70 g Orangenlikör, 100 g Orangenkonfitüre, 200 g Puderzucker
Rezept-Zubehör
Notizen
Nährwerte
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Heute zum ersten Mal gebacken, weil ich noch viele Saftorangen daheim hatte.
Ist mega lecker und toll fluffig und echt schnell gemacht!
Backe ich wieder!