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Thermomix®: Die ewige Koch-Debatte! „Wer einen hat, ist zu blöd zum Kochen“

Aktualisiert 29. April 2026
Diskussion um den Thermomix®
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Diskussion um den Thermomix®

Koch ist IHK-Beruf, kein Handwerk. Das ist kein Detail, sondern der Kern der Debatte: Wer behauptet, Thermomix-Nutzer würden nicht kochen, weil sie kein Handwerk betreiben, setzt am falschen Punkt an. Die Industrie- und Handelskammern wachen über die Ausbildungsordnung zum Koch, nicht die Handwerkskammern. Kochen ist eine Kulturtechnik, keine Werkzeug-Frage. Der Thermomix® ist ein Werkzeug wie ein Messer, Schneiden ist der Prozess wie Kochen der Prozess ist.

Wir schreiben diesen Post, weil die Debatte 2025 wieder hochkocht. Über 300.000 TM7-Bestellungen binnen weniger Wochen (marktundmittelstand.de, Juni 2025), Vorwerk peilt zwei Milliarden Euro Umsatz allein mit dem TM7 an. Über 100.000 aktive Berater weltweit (netcoo.com, Juni 2025), 6 Millionen Cookidoo-Nutzer Anfang 2025. Das Gerät wird erfolgreicher, die Community wächst, die Kritik wird lauter. Was ist dran an „wer einen hat, ist zu blöd zum Kochen“?

Kochen ist Kulturtechnik, kein Werkzeug-Monopol

Kochen gehört zu den ältesten und wichtigsten Kulturtechniken des Menschen, möglicherweise wesentlich früher genutzt als Feuer (Wikipedia Kochen). Garen von Lebensmitteln, Zubereitung von Nahrung, Veränderung durch Hitze oder mechanische Bearbeitung. Nirgends steht: nur mit Topf und Herd. Nirgends steht: nur von Hand. Nirgends steht: nur ohne Maschine.

Der Denkfehler vieler Kritiker liegt in der Gleichsetzung von Werkzeug und Prozess. Wer ein Messer benutzt, schneidet trotzdem. Wer einen Pürierstab nutzt, püriert trotzdem. Wer einen Thermomix® nutzt, kocht trotzdem. Die Frage ist nicht, mit welchem Gerät du Zutaten verarbeitest, sondern ob du weißt, was du tust.

Kritiker argumentieren oft: „Echtes Kochen ist Handwerk.“ Falsch. Koch ist laut Ausbildungsordnung ein IHK-Beruf, kein Handwerksberuf. Die Zuständigkeit liegt bei den Industrie- und Handelskammern, nicht bei den Handwerkskammern wie bei Bäckern oder Konditoren (Wikipedia Koch). Damit fällt das stärkste Kritiker-Argument weg. Kochen ist kein geschütztes Handwerk, es ist eine universelle Fähigkeit.

Warum Sterneköche den Thermomix® nutzen und trotzdem kochen

Sven Elverfeld, 3-Sterne-Koch im Aqua in Wolfsburg (Rang 33 der „World’s 50 best restaurants“), nutzt zwei Thermomix-Geräte in seiner Profiküche. Nicht für das À-la-carte-Geschäft am Herd, sondern gezielt in der Vorbereitung: für Pürees, Saucen, Eismassen, Kräutersaucen (WirtschaftsWoche 2015). Warum? Weil der Thermomix® Präzision liefert bei Temperatur und Geschwindigkeit, die von Hand schwer zu erreichen ist.

Heston Blumenthal, britischer Sternekoch und Molekulargastronom, bezeichnete den Thermomix® als „das wichtigste Küchengerät seit dem Herd“ (pcwelt.de, Dezember 2023). Juan Amador, Sarah Wiener, Holger Stromberg sind offizielle Partner. Keiner dieser Köche würde behaupten, sie würden nicht kochen, nur weil sie ein Gerät nutzen, das Temperatur hält und rührt.

Der Unterschied liegt im Einsatz. Wer blind ein Cookidoo-Rezept nachkocht ohne zu verstehen, warum Zwiebeln bei 100 °C auf Stufe 1 glasig werden statt bei 120 °C auf Stufe 4, der kocht genauso wenig wie jemand, der ein Rezept aus einem Kochbuch abschreibt ohne zu wissen, warum Butter kalt sein muss für Mürbeteig. Das Gerät ist nicht das Problem, das fehlende Verständnis ist es.

Die zwei Lager: Was Kritiker und Fans wirklich trennt

Die Thermomix-Debatte ist keine Koch-Philosophie-Frage, sondern eine Identitätsfrage. Auf der einen Seite: über 100.000 aktive Berater weltweit (netcoo.com, Juni 2025), eine Community, die sich über das Gerät definiert, die sich über Rezepte austauscht, die stolz darauf ist, in 30 Minuten ein Drei-Gänge-Menü auf den Tisch zu stellen. Auf der anderen Seite: Traditionalisten, die Kochen als Kulturgut sehen, als langsamen Prozess, als sinnliche Erfahrung, als Verbindung zur Oma-Küche.

Beide Seiten haben recht. Und beide liegen falsch, wenn sie behaupten, die andere Seite würde nicht kochen. Wer eine Béchamel von Hand rührt und dabei die Temperatur über das Gefühl der Konsistenz steuert, kocht. Wer eine Béchamel im Thermomix® bei 90 °C auf Stufe 4 für 7 Minuten rühren lässt und dabei lernt, warum 90 °C die Schwelle ist, ab der Mehl bindet ohne zu klumpen, der kocht auch.

Die Kritik „wer einen hat, ist zu blöd zum Kochen“ ist in Wahrheit ein Vorwurf an die Community, nicht an das Gerät. Es ist der Vorwurf, blind Rezepten zu folgen ohne zu verstehen. Aber dieser Vorwurf trifft genauso auf jeden zu, der ein Kochbuch nachkocht ohne zu wissen, warum Salz früh ins Nudelwasser gehört und Öl nicht.

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TM7-Boom 2025: 300.000 Bestellungen und eine Debatte, die heißer wird

Der TM7 wurde im April 2025 gelauncht. Vorwerk verzeichnete über 300.000 Bestellungen weltweit VOR den offiziellen Produktvorführungen (marktundmittelstand.de, Juni 2025). Das Unternehmen peilt zwei Milliarden Euro Umsatz allein mit dem TM7 an, ein Plus von 18 Prozent. 2024 wurden weltweit 1,2 Millionen Geräte verkauft, was über die Hälfte des Konzernumsatzes von 3,2 Milliarden Euro ausmachte (marktundmittelstand.de, Juni 2025).

Die Zahlen zeigen: Das Gerät wird erfolgreicher, nicht weniger relevant. Die Community wächst, die Identifikation wird stärker. Und damit wird die Debatte lauter. Denn je mehr Menschen sich über den Thermomix® definieren, desto mehr Menschen fühlen sich provoziert von der Aussage, sie würden nicht kochen.

Die Kritik ist nicht neu, aber sie wird sichtbarer. Social-Media-Posts wie „Ich werde den Thermomix® und das Wort kochen am dem Tag in einem Satz akzeptieren, an dem Globuli nachweislich eine Krankheit geheilt hat“ (X-Nutzer Knifften-Alfred, 2023) zeigen: Die Debatte ist emotional aufgeladen. Es geht nicht um Fakten, es geht um Weltbilder.

Was die Stiftung Warentest sagt und was sie verschweigt

Die Stiftung Warentest testete den Thermomix® TM6 im Januar 2024 und vergab die Note 2,5 (smart-home-fox.de, Februar 2026). Platz 2 im Testfeld. Der Bosch Cookit gewann mit Note 2,0. Kritikpunkt beim TM6: Die Höchsttemperatur von 120 °C reicht nicht aus für die Maillard-Reaktion, die erst ab 140 °C beginnt. Das bedeutet: Anbraten im klassischen Sinn ist nicht möglich.

Ist das ein Argument gegen den Thermomix®? Nein. Es ist ein Argument für die ehrliche Einschätzung seiner Grenzen. Der Thermomix® ist kein Alleskönner. Er kann nicht scharf anbraten, er kann nicht flambieren, er kann nicht gratinieren. Aber er kann Dinge, die ein Herd nicht kann: gleichzeitig rühren und temperieren, Dampfgaren und kochen, Teig kneten und ruhen lassen.

Die Frage ist nicht, ob der Thermomix® alles kann. Die Frage ist, ob du weißt, wofür du ihn einsetzt. Wer erwartet, dass ein Thermomix® ein Steak wie in der Pfanne brät, hat das Gerät nicht verstanden. Wer erwartet, dass ein Thermomix® eine Béchamel perfekt bindet, hat recht.

Wo wir stehen: Thermomix ist Werkzeug, Kochen ist Prozess

Wir betreiben will-mixen.de seit Jahren als Thermomix-Blog. Unsere Position ist klar: Der Thermomix® ist ein Werkzeug, kein Ersatz für Koch-Wissen. Wer blind Cookidoo-Rezepte nachkocht ohne zu verstehen, warum 4 Minuten auf Stufe 4 bei 100 °C funktionieren, der lernt nichts. Wer versteht, dass 100 °C die Siedetemperatur von Wasser ist und Stufe 4 das Tempo, bei dem Zutaten gerührt werden ohne zu zerkleinern, der kocht.

Die Debatte „Ist das echtes Kochen?“ ist falsch gestellt. Die richtige Frage ist: „Verstehst du, was du tust?“ Ein Sternekoch, der den Thermomix® für Präzisionsarbeiten nutzt, versteht, was er tut. Ein Hobbykoch, der lernt, warum Mehlschwitze bei 90 °C bindet statt bei 120 °C, versteht, was er tut. Ein Anfänger, der ein Cookidoo-Rezept nachkocht und dabei lernt, dass Zwiebeln glasig werden bei sanfter Hitze und nicht bei voller Kraft, versteht auch, was er tut.

Die Kritik „zu blöd zum Kochen“ trifft die Falschen. Sie trifft nicht die Thermomix-Nutzer, sondern die Haltung, dass Kochen nur eine Methode haben darf. Kochen ist Kulturtechnik, keine Werkzeug-Frage. Der Thermomix® ist ein Werkzeug in dieser Kulturtechnik. Nicht mehr, nicht weniger.

Für alle, die inspiriert sind, haben wir hier unsere Favoriten: Top Thermomix®-Rezepte.

Autor

  • Tobias Gronau Thermomix® Profi will-mixen.de

    Tobias Gronau begeistert in der Küche mit TM31, TM5 und TM6. Als Profi am Thermomix® zaubert er alltagstaugliche und köstliche Gerichte. Zusammen mit der Bloggerin Daniela fesselt er über 200.000 Follower auf will-mixen.de, Facebook, Instagram und Pinterest. Ihre Thermomix® Kochbücher sind Bestseller. Was ist ihr Markenzeichen? Gesunde, frische und super leckere Kreationen.

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