Wenn wir an einen Diät-Shake denken, fällt uns als Erstes Beere, Banane oder Vanilleprotein ein. Dieser hier dreht das Prinzip um: Er ist herzhaft, würzig, fast wie eine kalte Suppe im Glas. Buttermilch, Radieschen, Kresse, eine Prise Salz, ein bisschen bunter Pfeffer. Süße kommt nur über die Milchsäure der Buttermilch, der Rest sind Schärfe und frische Kräuter.
Wir trinken den Shake seit Jahren, immer dann, wenn uns nachmittags der Süßhunger packt und wir ihn nicht weiter füttern wollen. Auf 500 g Buttermilch und 100 g Radieschen kommen wir auf rund 163 Kalorien für die ganze Doppelportion, also ungefähr 80 Kalorien pro Glas. Für etwas, das satt macht und dabei wirklich nach Essen schmeckt, ist das eine ehrliche Zahl. Unsere Tochter hat ihn früher als „grünen Bauernshake“ beschrieben, und der Name hat sich gehalten.
Warum würzig statt süß tatsächlich besser sättigt
Der Trick an diesem Shake ist nicht das, was drin ist, sondern das, was nicht drin ist: keine Banane, kein Honig, kein Apfel, kein Datum-Süßer. Buttermilch enthält von Natur aus etwa 4 g Milchzucker pro 100 g, aber kaum Fett (rund 1 %), und mit 8 g Eiweiß auf eine Doppelportion liefert sie das, was wirklich sättigt: Protein und Volumen, ohne große Glukose-Welle.
Frucht-Shakes funktionieren anders. Eine Banane hat allein schon 90 Kalorien, ein Apfel 70, dazu 200 g Beeren mit weiteren 100 Kalorien, und schnell sind wir bei 350 Kalorien für ein Glas. Der hier liegt bei rund 80 Kalorien pro Glas und schmeckt trotzdem nach Mahlzeit, weil Salz und Pfeffer den Mund anders ansprechen als Frucht. Süße macht nach kurzer Zeit Lust auf mehr Süße. Würzig macht satt.

Was die Radieschen mit der Buttermilch machen
Radieschen tragen ein Senföl namens Allylsenföl in sich. Genau das macht im Mund die kleine Schärfe, die nach hinten in die Nase steigt. Buttermilch hat eine pH-Wert um 4,6, ist also deutlich saurer als Milch. Wenn wir die Radieschen erst zerkleinern und dann die Buttermilch dazugeben, treffen Milchsäure und Senföle aufeinander, und die Schärfe wird gemildert. Der Shake wird kribbelnd, nicht beißend.
Die Kresse spielt eine zweite Rolle. Sie bringt Bitterstoffe und ein leicht nussiges Aroma mit, das den Shake aus dem reinen Joghurt-Bereich heraushebt. Ein ganzes Kästchen Gartenkresse klingt nach viel, aber gemixt verschwinden die Stiele optisch fast komplett, und der Geschmack bleibt eher im Hintergrund. Wer keine Kresse zur Hand hat, kann sie durch eine kleine Handvoll glatte Petersilie ersetzen oder durch ein paar Dill-Spitzen, der Effekt ist ähnlich.
Der Mixablauf: warum erst Radieschen, dann Buttermilch
Wir geben die 100 g Radieschen nicht mit der Buttermilch zusammen in den Mixtopf, sondern zerkleinern sie 5 Sekunden auf Stufe 4,5 trocken vor. Das hat einen einfachen Grund: Wenn die Radieschen schon im Flüssigen schwimmen, drehen sie sich beim Mixen nur mit, statt geschnitten zu werden. Das Ergebnis sind dann grobe Stücke neben fast pürierter Buttermilch. Trocken vorgehackt fallen sie in feine Splitter, die später beim Schlurfen tatsächlich kauen lassen.
Die Kresse kommt als Zweites dazu, mit der Schere direkt aus dem Beet abgeschnitten und obendrauf in den Topf. Dann erst kommen die 500 g Buttermilch, der halbe Teelöffel Salz und der Viertelteelöffel bunter Pfeffer. 20 Sekunden auf Linkslauf, Stufe 4 reichen. Linkslauf ist hier wichtig, weil wir nicht weiter zerkleinern wollen, sondern nur verrühren. Auf normalem Rechtslauf bei Stufe 4 würde der Shake glatt püriert, und genau diese Textur wollen wir nicht. Ein bisschen Biss, ein bisschen Splitter, das ist Teil des Shakes.
Bunter Pfeffer ist nicht egal
Im Rezept steht „bunter Pfeffer“, und das ist eine bewusste Wahl. Bunter Pfeffer ist eine Mischung aus schwarzem, weißem, grünem und rotem Pfeffer. Die roten Beeren sind reif geerntet und schmecken fast fruchtig, der grüne ist mild und krautig, der weiße scharf und erdig, der schwarze rund. Frisch aus der Mühle gemahlen schmeckt der Shake nach allen vier Noten gleichzeitig. Wer nur schwarzen Pfeffer hat, bekommt einen geradlinigen, etwas einseitigen Shake. Reicht zum Trinken, aber das eigentliche Aromaspiel fehlt.
Beim Salz reicht ein normales feines Speisesalz. Wir haben den Shake auch schon mit Fleur de Sel gemacht, das war nett, aber kein echter Unterschied, weil die Salzkristalle vom Thermomix ohnehin verteilt werden. Das Geld ist beim Pfeffer besser angelegt.
Stolperfallen, die wir selbst kennen
Ein Punkt, an dem wir früher hängengeblieben sind: Buttermilch direkt aus dem Kühlschrank kann in der Kombination mit dem schnell laufenden Mixer leicht ausflocken. Das passiert, wenn die Buttermilch bei 4 Grad in den 35 Grad warmen Mixtopf trifft, der gerade vom Hacken erwärmt wurde. Lösung: Mixtopf nach dem Radieschen-Hacken kurz unter kaltem Wasser abspülen, oder die Buttermilch zehn Minuten vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Dann bleibt der Shake glatt.
Zweiter Punkt: Wer die 20 Sekunden auf 30 oder 40 erhöht, weil er denkt, „mehr ist besser“, bekommt eine schaumige, zerschlagene Buttermilch. Die wird ein bisschen pappig und verliert die kühle, frische Note. Lieber bei 20 Sekunden bleiben und, falls nötig, einmal mit dem Spatel nachhelfen. Die Kresse-Stiele sammeln sich gerne am Topfrand, ein kurzer Schub mit dem Spatel reicht.
Dritter Punkt: Salzmenge. Ein halber Teelöffel klingt nach wenig, ist aber für 600 g Gesamtmasse genau richtig. Wer am Anfang denkt „das ist viel Salz für einen Shake“ und nur eine Prise nimmt, bekommt einen flachen, irgendwie unfertigen Drink. Der halbe Teelöffel hebt die Buttermilch und die Radieschen erst auf das Niveau, auf dem sie ein eigenständiger Geschmack werden statt eine vage gesunde Mischung.
Wann wir ihn trinken und wann nicht
Klassisch ist der Shake unsere Nachmittagsmahlzeit, irgendwann zwischen 15 und 17 Uhr, wenn der Tag schon lang war und das Abendessen noch zwei Stunden weg ist. Er funktioniert auch früh, vor dem Sport, weil er leicht im Magen liegt und die 8 g Eiweiß einen guten Startpunkt geben. Was wir nicht machen: ihn zum Frühstück trinken, wenn wir den Tag mit Müsli oder Brot beginnen wollen. Direkt nach Müsli wirkt die saure Buttermilch zu schwer.
An heißen Sommertagen geben wir gelegentlich noch ein paar Eiswürfel mit dazu, dann wird der Shake fast wie eine kalte Gurkensuppe. Wer mag, kann ein Stück Salatgurke (etwa 50 g, geschält und entkernt) mit den Radieschen zusammen zerkleinern. Das streckt den Shake, macht ihn frischer und bringt nochmal Wasseranteil rein, ohne den Geschmack zu verwässern. Für unseren grünen Smoothie Tiffin nutzen wir eine ähnliche Logik mit Spinat statt Radieschen.
Das Rezept stammt ursprünglich aus unserem Buch Mix dich schlank, das im Südwest Verlag erschienen ist. Daniela hat dort eine ganze Reihe würziger Snack-Shakes gesammelt, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren: viel Volumen, wenig Kalorien, immer mit einem klaren Geschmackshebel. Der Buttermilch-Radieschen-Shake ist der Liebling unter den Lesern geblieben.
So bleibt er frisch, falls etwas übrig ist
Kühlschrank: Im verschlossenen Glas hält der Shake 24 Stunden, danach beginnen die Radieschen, ihre Schärfe zu verlieren, und die Kresse wird braun. Vor dem Trinken einmal kräftig durchschütteln, weil sich die feinen Splitter unten absetzen. Einfrieren funktioniert nicht. Buttermilch trennt sich beim Auftauen, und die Konsistenz wird körnig statt cremig. Wir machen lieber kleine, frische Portionen als große Vorräte.
Wer nur eine Portion will, halbiert das Rezept einfach, der Thermomix kommt mit 250 g Buttermilch genauso gut zurecht, die Mixzeiten bleiben gleich. Das funktioniert sowohl im TM31, TM5 als auch im TM6, weil keine speziellen Temperaturen oder Modi gefragt sind, sondern nur Linkslauf und niedrige Stufen.
Auch fein: Aprikosen-Bananen-Mandel-Smoothie aus dem Thermomix®.
Buttermilch-Radieschen-Abnehm-Protein-Shake aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 5 ✓
- 100 g Radieschen
- 1 Kästchen Kresse
- 500 g Buttermilch
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL bunter Pfeffer
Anleitung 0 / 3
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1
Radieschen putzen.
Radieschen putzen, waschen, in den Mixtopf geben, 5 Sekunden/Stufe 4,5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
- 100 g Radieschen
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2
Kresse zugeben.
Kresse mit einer Schere aus dem Beet schneiden und in den Mixtopf geben.
- 1 Kästchen Kresse
-
3
Shake mixen.
Buttermilch, Salz, Pfeffer in den Mixtopf geben und 20 Sekunden/LINKSLAUF/Stufe 4 verrühren.
- 500 g Buttermilch
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL bunter Pfeffer
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Nährwerte pro Portion
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Sooo lecker, ich liebe ja Radieschen sowieso, danke fürs Rezept
Geil! Richtig lecker!
Prima Rezepte
Schmeckt superlecker! Den mixe ich richtig oft und wenn ich Gemüse übrig habe kommt das mit rein. Gurken, Möhren, Brokoli, egal alles rein…