Wer Pasta zusammen mit der Soße in einem Topf kocht, kennt das Risiko: Die Nudeln drücken aneinander, die Klingen zerschneiden Tortiglioni in Stummel, am Ende landen halbe Röhrchen in der Soße. Genau deswegen kochen wir One Pot Hähnchen-Paprika-Tortiglioni im Thermomix® konsequent im Linkslauf, mit der stumpfen Seite der Klingen.

Wir machen dieses Rezept seit Jahren als schnelles Familienessen unter der Woche. 30 Minuten von der Zwiebel bis zum Teller, ein Mixtopf, kein zweiter Pasta-Topf, keine extra Pfanne fürs Hähnchen. Inzwischen wissen wir genau, an welchen Stellen es kippt und an welchen es funktioniert. Und der entscheidende Hebel ist tatsächlich der Linkslauf.

Warum Tortiglioni und nicht Penne oder Spaghetti
Die Wahl der Pasta entscheidet bei One-Pot-Gerichten mehr, als viele denken. Tortiglioni sind dicke Röhrchen mit deutlichen Längsrillen außen. Genau diese Rillen halten cremige Soßen fest. Wenn wir die fertige Soße aus Sahne, Tomaten und Hähnchen-Bratensud auf den Teller geben, hängt sie an jeder einzelnen Tortiglione und tropft nicht ab. Bei glatten Penne rutscht die Sahnesoße einfach ab, bei Spaghetti bleibt sie nur in dünner Schicht hängen.
Dazu kommt die Wandstärke. Tortiglioni sind robust genug, um 8 Minuten bei 100 °C im Linkslauf zu halten, ohne weich zu werden. Wir haben das Rezept auch mit Penne probiert, dann musste die Kochzeit auf 6 Minuten runter, sonst zerfielen sie. Mit den dickeren Röhrchen ist die Zeitspanne deutlich gutmütiger.
Warum Tortiglioni und Linkslauf zusammenpassen
Linkslauf schützt die Pasta. Im Linkslauf bewegt der Thermomix® die Klingen mit der stumpfen Rückseite voran. Dadurch werden Zutaten umgewälzt, ohne zerkleinert zu werden. Stellen wir versehentlich auf Rechtslauf, schneiden die scharfen Klingen die 400 g Tortiglioni nach drei Minuten in kurze Stummel. Genau deshalb steht im Rezept überall, wo Pasta drin ist, konsequent Linkslauf/Stufe 1.
Hähnchen rauskommen, dann wieder rein. Wir braten das Hähnchengeschnetzelte 5 Minuten/Varoma/Linkslauf an, nehmen es dann aus dem Mixtopf und kochen erst danach Pasta und Paprika in 1000 g Gemüsefond. Würden wir das Hähnchen mitkochen, wäre es nach 13 Minuten Kochzeit zerfasert und trocken. So bleibt es saftig und kommt erst zum Schluss für 5 Minuten zurück, gerade lang genug zum Durchziehen.
Drei Paprika, drei Farben, ein Aroma. Wir nehmen je eine rote, gelbe und grüne Paprikaschote. Die rote bringt Süße, die gelbe ist mild und fruchtig, die grüne hat den herben, fast grasigen Ton, der die Soße rund macht. Mit drei roten Paprika allein wird das Ganze zuckrig flach. Die Mischung ist der einzige Grund, warum die Soße ohne extra Gewürze schon so vielschichtig schmeckt.
Wo Pasta zerschnitten wird oder Sauce flüssig bleibt
1. Rechtslauf vergessen umzustellen
Der häufigste Pannenfall. Wer aus Reflex auf Stufe 1 ohne Linkslauf-Symbol stellt, hat nach 8 Minuten Tortiglioni-Bruch im Topf. Unsere Lösung: Vor jedem Kochschritt mit Pasta zwei Mal kontrollieren, ob das Pfeilsymbol nach links zeigt. Bei TM6 und TM5 ist die Schaltfläche identisch beschriftet, bei TM31 ist es der Schalter mit dem gegenläufigen Pfeil neben dem Drehrad.
2. Zu wenig Flüssigkeit
One Pot Pasta braucht mehr Brühe, als wir aus dem normalen Pasta-Kochen gewohnt sind. Bei 400 g Tortiglioni und drei Paprikaschoten gehen 1000 g Gemüsefond rein, nicht weniger. Wer auf 800 g spart, weil ihm das viel vorkommt, kriegt am Ende eine klebrige Pampe. Unsere Lösung: Lieber an die volle Menge halten und am Schluss mit Speisestärke und Sahne andicken. Die Stärke bindet überschüssige Flüssigkeit zuverlässig.
3. Tomaten zu früh dazu
Wer 200 g frische Tomatenstücke gleich mit der Pasta kocht, bekommt zerfallenes Tomatenmus, kein Tomatenstück mehr. Tomaten gehören in den letzten 5-Minuten-Schritt zusammen mit Sahne und Hähnchen. Unsere Lösung: Strikt an die Reihenfolge halten. Erst Pasta plus Paprika plus Brühe 8 Minuten, dann erst die fertig vorbereiteten Tomaten dazu, plus Sahne, plus Hähnchen, weitere 5 Minuten. Die Tomatenstücke bleiben dann erkennbar und geben Frische.
Varianten, die wir wirklich kochen
Mit Mais und Mais-Crunch. Wir geben 150 g Mais aus der Dose im letzten 5-Minuten-Schritt dazu. Das macht die Soße süßlicher und die Kinder essen sie deutlich schneller leer.
Mit Zucchini statt grüner Paprika. Wenn Paprika gerade teuer ist, nehmen wir 200 g Zucchini in Halbmonden statt der grünen Schote. Zucchini gibt Wasser ab, deshalb dann nur 900 g Brühe statt 1000 g.
Vegetarisch mit Kichererbsen. Statt 400 g Hähnchen nehmen wir eine Dose Kichererbsen, abgetropft. Die kommen erst zum Schluss zum Erwärmen rein, sonst zerfallen sie.
Schärfer. Eine getrocknete Chili oder einen halben Teelöffel Chiliflocken mit dem Paprikapulver in den Topf. Passt vor allem zur süßen roten Paprika sehr gut.
Als Auflauf am nächsten Tag. Reste in eine Auflaufform schichten, mit 100 g geriebenem Käse bestreuen, 30 Minuten bei 180 °C in den Backofen. So machen wir aus Resten ein zweites volles Abendessen.
Salat, Knoblauchbrot oder Parmesan dazu
Eine Schüssel grüner Salat mit Balsamico reicht völlig. Wer es üppiger mag, serviert Knoblauchbaguette dazu. Wir machen den Pizzateig dann gerne Pizzateig aus dem Thermomix® und backen ihn dünn ausgerollt mit Knoblauchbutter. Wer mehr One-Pot-Pasta-Ideen sucht, schaut sich auch unsere Spaghetti Bolognese oder die Grünkern Bolognese an. Beide funktionieren nach dem gleichen Prinzip mit einem Mixtopf, beide brauchen keine separate Pasta-Pfanne.
1 Tag Kühlschrank, mit Sahne wieder cremig
Im Kühlschrank in einer verschlossenen Dose hält das Gericht 2 Tage. Die Tortiglioni saugen über Nacht weiter Soße, deshalb beim Aufwärmen 50 g Wasser oder Brühe pro Portion dazugeben und in einer beschichteten Pfanne langsam erhitzen. Mikrowelle geht zur Not, dann aber abgedeckt und mit einem Schluck Wasser, sonst werden die Pasta-Ränder hart.
Einfrieren funktioniert grundsätzlich, wir sind aber nicht überzeugt. Die Tortiglioni werden beim Auftauen weich und matschig, die Sahnesoße trennt sich teilweise. Wer trotzdem einfriert: in Portionsgröße, maximal 4 Wochen, und beim Auftauen langsam im Kühlschrank, nicht in der Mikrowelle. Wir machen lieber die Auflaufform-Variante mit Käse, dann hat das übrige Essen am nächsten Tag eine zweite klare Form und keine Pasta-Krise mehr.

One Pot Hähnchen-Paprika-Tortiglioni aus dem Thermomix®
Zutaten
- 1 Zwiebel
- 20 g Rapsöl
- 400 g Hähnchengeschnetzeltes
- 1 TL Salz *
- 1 TL Pfeffer *
- 2 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1 rote Paprikaschote
- 1 gelbe Paprikaschote
- 1 grüne Paprikaschote
- 400 g Tortiglioni
- 1000 g Gemüsefond
- 200 g Tomaten *
- 1 TL Speisestärke *
- 50 g Sahne *
- 1 TL Zitronensaft
- 1 Stiel Basilikum
Anleitungen
- Zwiebel abziehen, halbieren, in den Mixtopf geben, 5 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.1 Zwiebel
- Öl in den Mixtopf geben und 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 dünsten.20 g Rapsöl
- Fleisch, Salz, Pfeffer und Paprikapulver zugeben und 5 Minuten/Varoma/Linkslauf/Stufe 1 erhitzen.400 g Hähnchengeschnetzeltes, 1 TL Salz, 1 TL Pfeffer, 2 TL edelsüßes Paprikapulver
- Inzwischen Paprika waschen, halbieren, Kerne und Strunk entfernen und in Streifen schneiden.2 TL edelsüßes Paprikapulver, 1 gelbe Paprikaschote, 1 grüne Paprikaschote, 1 rote Paprikaschote
- Fleisch beiseite geben. Paprika, Tortiglioni und Gemüsefond in den Mixtopf geben und 8 Minuten/100 °C/Linkslauf/Stufe 1 kochen.400 g Tortiglioni, 1000 g Gemüsefond
- Inzwischen Tomaten waschen, halbieren, Strunk entfernen und in Stücke schneiden. Speisestärke in einer Tasse mit Sahne glatt rühren.200 g Tomaten, 1 TL Speisestärke, 50 g Sahne
- Fleisch, Tomaten, Sahne und Zitronensaft in den Mixtopf geben und 5 Minuten/100 °C/Linkslauf/Stufe 2 fertigkochen.1 TL Zitronensaft
- Inzwischen Basilikum waschen und Blättchen abzupfen. Tortiglioni auf Tellern verteilen und mit Basilikumblättern garnieren.1 Stiel Basilikum
Notizen
Falls etwas übrig bleibt, kannst du die Nudeln mit geriebenem Käse in eine Auflaufform schichten und im auf 180 °C vorgeheizten Backofen 30 Minuten überbacken. Dann hast du einen herrlichen Nudelauflauf.
Nährwerte
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Wirklich lecker ! Habe das Fleisch ein mehr gewürzt damit das gesamte Gericht auch etwas schärfer ist.