Spitzkohl roh als Salat funktioniert nur, wenn wir ihm vorher 30 Minuten mit Salz Zeit geben. Genau diese Wartezeit macht aus dem fein gehobelten Kohl einen bekömmlichen Rohkostsalat, der nicht im Magen liegt.

Wir machen diesen Salat seit Jahren immer dann, wenn der erste Spitzkohl auf dem Markt liegt. Im Vergleich zum klassischen Krautsalat aus Weißkohl ist Spitzkohl deutlich zarter, dünnere Blätter, weniger Faserstruktur. Das spart uns das stundenlange Durchziehen, das wir vom Krautsalat kennen. 30 Minuten reichen, dann ist der Salat fertig.
Warum Spitzkohl roh besser funktioniert als Weißkohl
Spitzkohl hat eine andere Blattstruktur als Weißkohl. Die Blätter sind dünner, weicher und enthalten weniger feste Zellulose. Das hat zwei Konsequenzen, die unseren Salat ausmachen:
- Bekömmlichkeit ohne Vorkochen. Weißkohl roh sorgt bei vielen für Blähungen. Spitzkohl in dieser dünnen Hobelung mit Salzzug auf 30 Minuten reduziert die Probleme deutlich.
- Zarter Biss statt zähem Kauen. Wir bekommen bei 5 Sekunden auf Stufe 5 eine feine, gleichmäßige Hobelung, die im Mund nicht stachelig wird.
- Weniger Wartezeit. Krautsalat aus Weißkohl wollen wir mindestens 4 Stunden ziehen lassen. Spitzkohl ist nach 30 Minuten servierbar und nach 2 Stunden im Idealzustand.

Die richtige Hobelung im Thermomix®
Der Thermomix® schafft die feine Spitzkohl-Hobelung in 5 Sekunden, vorausgesetzt wir füttern ihn richtig. Wir entfernen den Strunk großzügig, halbieren den Spitzkohl und schneiden ihn in handtellergroße Stücke. Größere Stücke führen dazu, dass die unteren Lagen zu fein gehackt werden, während die oberen noch grob bleiben.
Für die 400 g Spitzkohl in unserem Rezept reicht 5 Sekunden auf Stufe 5. Wer den Salat lieber gröber mag, geht auf 4 Sekunden auf Stufe 4. Mehr als 6 Sekunden auf Stufe 5 sollten wir nicht hobeln, sonst wird der Spitzkohl matschig und gibt zu früh Wasser ab. Beim Hobeln am besten den Spatel benutzen, um die Stücke nach unten zu schieben.
Die 100 g gemischte Paprika kommen erst im letzten Schritt mit den Gewürzen dazu. Hier wollen wir keine feine Hobelung, sondern erkennbare Würfel. Deshalb mixen wir am Ende nur 7 Sekunden auf Stufe 4 und schieben mit dem Spatel nach. Auf diese Weise bleibt die Paprika erkennbar, der Spitzkohl darunter wird nicht weiter zerkleinert.
Das Dressing aus Apfelessig, Öl und drei Gewürzen
Das Dressing besteht aus 40 g Sonnenblumenöl, 30 g Apfelessig, 1 TL Salz, 1/2 TL Zucker, 1/4 TL gemahlenem Kümmel und 1/4 TL Kreuzkümmel (Cumin). Das Verhältnis Öl zu Essig liegt bei 4:3, also etwas saurer als ein klassisches Salatdressing. Genau diese Säure brauchen wir, damit die Spitzkohl-Eigensüße nicht überhand nimmt.
Kümmel und Kreuzkümmel sind nicht dasselbe Gewürz, auch wenn der Name das vermuten lässt. Kümmel ist die klassische Krautsalat-Würzung und unterstützt die Verdauung. Kreuzkümmel (Cumin) bringt die rauchige, leicht erdige Note dazu, die diesen Salat von einem normalen Krautsalat unterscheidet. Wer keinen Cumin im Schrank hat, ersetzt ihn durch eine Prise edelsüßes Paprikapulver.
Die 60 g Walnusskerne hacken wir vorab im Mixtopf 4 Sekunden auf Stufe 6. Das gibt grobe Stücke, keine Walnussbrösel. Wer feiner mag, geht auf 5 Sekunden Stufe 6. Walnüsse passen zum Spitzkohl, weil sie eine zweite Bitterkomponente bringen, die der Süße der Paprika entgegensteht.
Wo Spitzkohl-Salat hart oder wässrig wird
1. Salz-Vorzug zu kurz
Wer den Salat sofort nach dem Anrichten serviert, bekommt zwar einen knackigen Salat, aber auch den vollen Rohkost-Effekt im Magen. Spitzkohl braucht das Salz, um Wasser abzugeben und damit weicher zu werden.
Unsere Lösung: Den fertig angemachten Salat 30 Minuten bei Zimmertemperatur abgedeckt stehen lassen, dann nochmal durchmischen. Wer ihn noch zarter mag, lässt ihn über Nacht im Kühlschrank ziehen. Genau das ist auch der Tipp aus der Rezeptkarte.
2. Strunk nicht entfernt
Der Strunk vom Spitzkohl ist hart und wird auch durch den Mixtopf nicht weich. Wenn wir ihn drinlassen, bekommen wir Stücke, die nicht zerkleinert werden und beim Essen stören.
Unsere Lösung: Spitzkohl halbieren, Strunk großzügig keilförmig herausschneiden, erst dann in Stücke teilen. Lieber zu viel Strunk wegschneiden als zu wenig.
3. Zu lange im Mixtopf gehobelt
Mehr als 6 Sekunden auf Stufe 5 sind zu viel. Der Spitzkohl wird matschig, gibt sofort Wasser ab und der Salat schwimmt am Ende in der eigenen Flüssigkeit.
Unsere Lösung: 5 Sekunden Stufe 5 als Standard. Wer das Ergebnis zu grob findet, schiebt mit dem Spatel nach und gibt nochmal 2 Sekunden Stufe 5 dazu. Lieber zweimal kurz als einmal zu lang.
4. Gemüsezwiebel statt normaler Zwiebel
Wir nehmen bewusst eine Gemüsezwiebel, keine normale gelbe Speisezwiebel. Die Gemüsezwiebel ist milder, süßer und im Salat angenehmer. Eine normale Zwiebel würde den Salat in Schärfe ertränken.
Unsere Lösung: Im Zweifel rote Zwiebel statt gelber Speisezwiebel. Die ist auch milder und bringt zusätzlich Farbe in den Salat.
Varianten, die wir regelmäßig kochen
Mit Apfel und Joghurt-Dressing: Statt Sonnenblumenöl und Apfelessig nehmen wir 100 g Joghurt, 30 g Apfelessig, 1 EL Honig. Dazu einen geriebenen Apfel (Boskoop oder Elstar). Das ergibt einen cremigen Coleslaw-Stil, der sich besonders zu Pulled Pork oder gebratener Bratwurst eignet.
Mit Karotte: 100 g Karotte zugeben und mit dem Spitzkohl auf 5 Sekunden Stufe 5 hobeln. Die Karotte bringt Süße und Farbe, der Salat sieht aus wie ein heller Coleslaw. Funktioniert besonders gut mit Kindern, die den klassischen Spitzkohl-Salat zu kohlig finden.
Asiatisch mit Sojasauce: Statt Apfelessig 30 g Reisessig, statt Sonnenblumenöl 30 g Sesamöl, dazu 1 EL Sojasauce und eine kleine Knoblauchzehe. Die Walnüsse durch Erdnüsse ersetzen. Schmeckt wie ein asiatischer Krautsalat aus dem Thai-Restaurant.
Mit Speckwürfeln: 80 g Bauchspeck in der Pfanne knusprig auslassen, abkühlen lassen und kurz vor dem Servieren über den Salat geben. Das warme Fett auf dem kalten Salat ist ein Klassiker.
Bratwurst, Fisch oder Brot zum Salat
Der Spitzkohl-Paprika-Salat ist unser Standard zu Bratwurst, Pulled Pork und Burgern. Er ersetzt den klassischen Krautsalat aus dem Thermomix®, wenn wir keine 4 Stunden Vorlaufzeit haben. An Grillabenden servieren wir ihn neben unserem Coleslaw aus dem Thermomix®, weil sich die zwei Salate gut ergänzen, einer cremig, einer knackig. Eine weitere Empfehlung sind unsere Salat-Rezepte aus dem Thermomix® für mehr Inspiration in der Salatschüssel.
2 Tage Kühlschrank, am Tag 2 sogar besser
Der Salat hält im Kühlschrank abgedeckt 3 Tage. Ab Tag 2 wird er noch zarter und das Dressing hat den Spitzkohl voll durchzogen. Vor dem Servieren einmal durchmischen, weil sich am Boden der Schüssel Dressing sammelt.
Einfrieren funktioniert nicht. Spitzkohl verliert beim Auftauen die komplette Struktur und wird matschig. Wer Vorrat anlegen will, hobelt den Spitzkohl auf Vorrat und friert ihn separat ein, dann lässt er sich später für gekochte Gerichte (Suppen, Pfannengerichte) verwenden, aber nicht mehr als Salat.
Walnüsse erst kurz vor dem Servieren über den Salat streuen, wenn der Salat länger steht. Im Dressing weichen sie auf und verlieren ihre Knackigkeit.

Spitzkohl-Paprika-Salat aus dem Thermomix®
Zutaten
- 60 g Walnusskerne *
- 1 Gemüsezwiebel
- 400 g Spitzkohl
- 100 g Paprika gemischt
- 40 g Sonnenblumenöl
- 30 g Apfelessig
- 1 TL Salz *
- 1/2 TL Zucker *
- 1/4 TL gemahlener Kümmel *
- 1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)
Anleitungen
- Walnusskerne in den Mixtopf geben und 4 Sekunden/Stufe 6 hacken.60 g Walnusskerne
- Gemüsezwiebel abziehen, vierteln und in den Mixtopf geben.1 Gemüsezwiebel
- Spitzkohl waschen, Strunk entfernen, in Stücke schneiden und in den Mixtopf geben.400 g Spitzkohl
- Paprika waschen, Strunk und Kerne entfernen, mit den restlichen Zutaten in den Mixtopf geben und mithilfe des Spatels 7 Sekunden/Stufe 4 zerkleinern.100 g Paprika, 40 g Sonnenblumenöl, 30 g Apfelessig, 1 TL Salz, 1/2 TL Zucker, 1/4 TL gemahlener Kümmel, 1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)
- Salat eventuell nachwürzen, in eine Schüssel geben und servieren.
Rezept-Zubehör
Video
Notizen
Nährwerte
Wer noch mehr schnelle Salate ohne lange Wartezeit sucht, schaut sich auch unseren Coleslaw aus dem Thermomix®, den klassischen Krautsalat aus dem Thermomix® und die weiteren Salat-Rezepte aus dem Thermomix® an.













Hat ausgezeichnet geschmeckt!