
Bei uns kocht der Reis nicht extra im Topf nebenher, sondern wandert auf 200 g portioniert direkt mit ins Chili. Das Hackfleisch zieht ihn beim Anbraten kurz mit, und dann übernehmen Rotwein und Gemüsebrühe die restliche Garung. Ein Gericht, ein Gerät, eine Soße, die den Reis schon mitwürzt.
Wir kochen das Rezept seit Jahren regelmäßig, wenn es schnell gehen muss und trotzdem Bohnen, Mais und Hack auf dem Teller landen sollen. Inzwischen wissen wir genau, an welchen Stellen die meisten Leute scheitern und warum 1 TL Kreuzkümmel und 1 TL rosenscharfes Paprikapulver mehr ausmachen als jede teure Chili-Mischung aus dem Glas.
Warum Reis und Chili gemeinsam in den Mixtopf gehören
Klassisches Chili Con Carne wird mit Reis als Beilage serviert, getrennt gekocht. Das funktioniert, kostet aber zwei Töpfe und zwei Garzeiten. Wir gehen einen anderen Weg: Die 200 g Reis kommen schon nach dem Anbraten von Hackfleisch und Tomatenmark mit in den Mixtopf. Dort saugt er die 100 g Rotwein und 200 g Gemüsebrühe direkt ein und gart über die volle Kochzeit von 20 Minuten mit. Das Ergebnis ist näher an einem mexikanisch angehauchten One-Pot-Gericht als an einem klassischen Chili mit Beilage.
Der entscheidende Punkt, an dem viele andere Rezepte scheitern: Dort kommt der Reis erst zum Schluss dazu oder wird separat gekocht. Dann fehlt ihm die Brühe, die er während des Garens aufnehmen sollte, und er bleibt geschmacklich neutral. Bei uns wird er Teil der Soße und schmeckt schon allein, bevor wir Bohnen, Mais und Paprika zugeben.
Cumin und Paprikapulver vor dem Anbraten in den Topf
Das ist der wichtigste Trick beim Chili Con Carne, und er kostet keine Zeit. Wer Kreuzkümmel und Paprikapulver erst am Ende zur fertigen Soße rührt, schmeckt sie nur an der Oberfläche. Beide Gewürze brauchen Hitze und ein bisschen Fett, damit ihre ätherischen Öle sich lösen. In unserem Rezept geben wir die Gewürze gemeinsam mit Tomaten und Bohnen zu, weil der Mixtopf nach dem Anbraten von Hack und Tomatenmark schon gut Restfett hat. Wer noch tiefer Aroma will, kann das halbe TL Kreuzkümmel und das ganze TL rosenscharfes Paprikapulver auch direkt nach dem Andünsten der Zwiebeln zugeben und 30 Sekunden Stufe 1 ohne Temperatur mitziehen lassen, bevor das Hackfleisch reinkommt. Das holt deutlich mehr Tiefe aus den Gewürzen.
Cayennepfeffer dagegen kommt bei uns nicht in die heiße Pfanne. 1/4 TL reichen, und sie geben wir gemeinsam mit dem Salz und den Tomaten zu. Cayenne ist reine Schärfe, kein Aroma, und braucht keine Röstung. Die getrocknete Chilischote ganz am Anfang mit dem Knoblauch zerkleinern wir 3 Sekunden auf Stufe 8. So verteilt sich die Schärfe gleichmäßig im Fond.
Rotwein, Brühe und das richtige Verhältnis
100 g Rotwein klingen nach wenig, sind aber genau die richtige Menge. Mehr Wein ergibt eine Soße, die sauer wird und den Reis dominiert. Wir nehmen einen kräftigen, trockenen Rotwein, kein süßes Glas vom letzten Geburtstag. Tempranillo, Merlot oder ein einfacher Cabernet funktionieren bestens. Die 200 g Gemüsebrühe halten sich mit dem Wein die Waage und liefern den Salzanker, an dem sich Hackfleisch und Reis orientieren.
Wer keinen Rotwein im Haus hat oder das Chili für Kinder kocht, ersetzt ihn 1:1 durch Brühe. Geschmacklich verliert es eine Note Tiefe, aber das fängt der Kreuzkümmel auf. Was wir dagegen ungern empfehlen: Den Wein durch Bier zu ersetzen. Die Bittere kommt im Mixtopf nicht raus und überlagert die Tomaten.
Wo Linkslauf Pflicht ist und wo nicht
Ab dem Hackfleisch arbeiten wir nur noch im Linkslauf. Das ist im Mixtopf nicht verhandelbar: Sobald Hack, Bohnen, Mais und Paprika im Topf sind, würde jede Vorwärts-Stufe das Fleisch zerhacken und die Bohnen pürieren. Was im rechten Drehsinn entstünde, wäre eine Bolognese-ähnliche Masse, kein Chili mit Biss. Linkslauf bedeutet, der Mixer schiebt die Zutaten nur sanft mit der stumpfen Seite der Messer. Bei 100 °C und Stufe 2 reicht das, um Wärme gleichmäßig zu verteilen, ohne dass etwas zerrissen wird.
Beim Anbraten von Knoblauch, Chili und Zwiebel ist dagegen klassischer Rechtslauf richtig, weil wir hier genau den Schnittprozess wollen. 3 Sekunden auf Stufe 8 für Knoblauch und Chili, dann 6 Sekunden Stufe 5 für die Zwiebel. Wer hier schon im Linkslauf arbeitet, hat am Ende grobe Zwiebelstücke im Chili, was viele nicht mögen.
Wenn der Reis trotzdem separat soll: Garkörbchen oben drauf
Manchmal kochen wir das Chili für Gäste, die den Reis lieber pur als Beilage haben. Dann lassen wir den Reis aus der Zutatenliste oben raus und setzen stattdessen das Garkörbchen mit 200 g Basmati und 300 g Wasser oben in den Mixtopf, sobald wir die Tomaten und Bohnen zugeben. Während die 15 Minuten Kochzeit auf 100 °C laufen, gart der Reis im Garkörbchen mit. Das ist die echte Parallelverarbeitung, für die wir den Thermomix lieben: ein Gerät, zwei fertige Komponenten, kein zweiter Topf.
Bei dieser Variante brauchen wir am Ende nur noch 5 Minuten Nachkochzeit für Paprika und Mais, dann ist beides gleichzeitig fertig. Wichtig: Nimmt man den Reis aus dem Mixtopf raus, muss die Brühenmenge auf 250 g hoch, sonst wird das Chili zu fest. Wer beides probiert hat, wird merken, dass der Reis im Mixtopf voller schmeckt, der Reis im Garkörbchen aber lockerer und körniger bleibt. Beide Wege sind richtig, sie liefern nur unterschiedliche Gerichte.
Bohnen abtropfen, Mais zuletzt
Die 400 g Kidneybohnen aus der Dose immer abgießen und kalt abspülen. Das Bohnenwasser ist zwar nahrhaft, aber dunkel, leicht schaumig und macht das Chili optisch matschig. Beim Abspülen geht außerdem ein Großteil der Kohlenhydrate weg, die für Blähungen verantwortlich sind. Die Mais-Dose mit 200 g Inhalt ebenso abtropfen lassen, aber nicht abspülen, weil die Süße im Maisansatz wertvoll ist und im Chili gegen die Schärfe arbeitet.
Mais kommt erst in den letzten 5 Minuten zusammen mit der Paprika dazu. Beides braucht keine 20 Minuten Kochzeit, sondern soll im Chili nur kurz mitziehen. Wer Mais von Anfang an mitkocht, hat am Ende weiche, geschmacklose Körner. Genauso bei der grünen und gelben Paprikaschote: In Stücken zugegeben behält sie Biss und Farbe. In zu kleinen Stücken zerkocht sie zu Brei.
Schärfe regulieren ohne den Geschmack zu verlieren
Drei Schärfequellen kommen ins Chili: 1 getrocknete Chilischote, 1 TL rosenscharfes Paprikapulver, 1/4 TL Cayennepfeffer. Wer Kinder mitisst, lässt Cayenne und Chilischote weg und nimmt edelsüßes statt rosenscharfes Paprikapulver. Das Ergebnis ist mild, aber durch den Kreuzkümmel trotzdem würzig. Wer es schärfer mag, ergänzt eine zweite getrocknete Chili oder gibt 1/2 TL Cayenne. Alles über 1 TL Cayenne brennt nur noch und überdeckt Tomaten und Bohnen.
Ein Trick, falls das Chili zu scharf geworden ist: Einen Esslöffel saure Sahne oder Schmand am Ende einrühren. Milchfett bindet Capsaicin und mildert den Schmerz, ohne den Geschmack zu zerstören. Wasser oder Brühe nachgießen funktioniert nicht, sondern macht die Soße nur dünn.
Was am nächsten Tag besser ist
Chili Con Carne mit Reis schmeckt aufgewärmt besser als frisch. Über Nacht im Kühlschrank zieht der Reis die letzte Soße, und Cumin und Paprikapulver verteilen sich gleichmäßiger. Wir kochen oft die doppelte Menge und essen den Rest am nächsten Mittag mit einem Klecks Schmand und ein paar frisch gehackten Korianderblättern obendrauf. Im Kühlschrank hält sich das Chili 3 Tage in einer geschlossenen Box. Einfrieren funktioniert ebenfalls problemlos, allerdings wird der Reis nach dem Auftauen etwas weicher als beim ersten Mal. Für die Tiefkühlung lieber Chili ohne Reis kochen und am Verzehrtag frischen Reis im Garkörbchen dazu garen.
Was dazu auf den Tisch kommt
Weil schon Reis und Bohnen drin sind, braucht es keine schwere Beilage mehr. Wir servieren das Chili mit etwas Guacamole aus dem Thermomix, einem Klecks Thermomix Salsa Dip und ein paar Tortillachips zum Tunken. Wer es deftiger mag, dem empfehlen wir unsere Chili-Cheese-Nachos aus dem Thermomix als Vorspeise oder als zweiten Hauptgang am Spieleabend. Das klassische Chili Con Carne aus dem Thermomix ohne Reis steht für alle bereit, die ihre Beilage lieber separat kochen.
Falls ihr den Reis trotzdem einmal pur ausprobieren wollt: Reis kochen im Thermomix erklärt das Grundrezept im Garkörbchen und nennt die richtigen Wassermengen für Basmati, Jasmin und Langkorn.

Chili-Con-Carne Reis aus dem Thermomix®
Zutaten
- 2 Knoblauchzehen *
- 1 Chilischote getrocknet
- 2 Zwiebeln
- 20 g Rapsöl
- 1 TL Zucker *
- 400 g gemischtes Hackfleisch
- 30 g Tomatenmark *
- 200 g Reis
- 100 g Rotwein
- 200 g Gemüsebrühe
- 1 TL Salz *
- 1 TL rosenscharfes Paprikapulver
- 1/2 TL Kreuzkümmel
- 1/4 TL Cayennepfeffer *
- 400 g gehackte Tomaten aus der Dose *
- 400 g Kidneybohnen aus der Dose
- 1 grüne Paprikaschote
- 1 gelbe Paprikaschote
- 200 g Mais aus der Dose
Anleitungen
- Knoblauch abziehen, mit der Chilischote in den Mixtopf geben und 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern.2 Knoblauchzehen, 1 Chilischote
- Zwiebeln abziehen, halbieren, zugeben, 6 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.2 Zwiebeln
- Öl und Zucker zugeben und ohne eingesetzten Messbecher 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 andünsten.20 g Rapsöl, 1 TL Zucker
- Hackfleisch, Tomatenmark und Reis zugeben und 5 Minuten/Varoma/Linkslauf/Stufe 1 anbraten.400 g gemischtes Hackfleisch, 30 g Tomatenmark, 200 g Reis
- Mit Rotwein und Gemüsebrühe ablöschen.100 g Rotwein, 200 g Gemüsebrühe
- Gewürze, Tomaten und Kidneybohnen zugeben und 15 Minuten/100 °C/Linkslauf/Stufe 2 kochen.1 TL Salz, 1 TL rosenscharfes Paprikapulver, 1/2 TL Kreuzkümmel, 1/4 TL Cayennepfeffer, 400 g gehackte Tomaten aus der Dose, 400 g Kidneybohnen aus der Dose
- Inzwischen Paprika waschen, halbieren, Kerne und Strunk entfernen und in Stücke schneiden.1 grüne Paprikaschote, 1 gelbe Paprikaschote
- Paprika und Mais zugeben und 5 Minuten/100 °C/Linkslauf/Stufe 2 kochen.200 g Mais aus der Dose




