Himbeermarmelade aus dem Thermomix® braucht 25 Minuten und gelingt mit gefrorenen Beeren genauso wie mit frischen. Das Verhältnis 750 g Himbeeren zu 375 g Gelierzucker 2:1 plus 30 g Zitronensaft ergibt 20 Portionen à 1 EL, also rund 7 bis 8 mittelgroße Einmachgläser. Das ist 50 Prozent mehr Ausbeute als die meisten Vorwerk-Standard-Rezepte mit 500 g Beeren, weil ein Mixtopf-Vorgang die größere Menge problemlos packt.
Wir kochen Himbeermarmelade seit über zehn Jahren in jeder Saison ein, und das Thermomix®-Verfahren hat sich gegen den Topf auf dem Herd durchgesetzt. Kein Anbrennen, konstante 100 °C, und das pürieren am Ende erspart den separaten Pürierstab.
Gefrorene Himbeeren funktionieren genauso gut
Wir nutzen 70 Prozent der Zeit gefrorene Himbeeren aus dem Supermarkt. Die sind im Sommer pflückreif geerntet, schockgefrostet und enthalten oft mehr Aroma als die frischen Märzhimbeeren aus Marokko. Der Unterschied beim Kochen: 5 Minuten länger, also 20 Minuten statt 15. Sonst keine Anpassung nötig.
Gefrorene Himbeeren direkt aus dem Tiefkühlfach in den Mixtopf geben, nicht antauen. Der Thermomix® schmilzt sie während der Aufheizphase, und das Aroma bleibt vollständig erhalten. Aufgetaute Himbeeren verlieren Saft und damit Geschmack.
Warum Gelierzucker 2:1 statt 1:1 die richtige Wahl ist
Himbeeren enthalten 0,4 bis 0,7 Prozent Pektin (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2024). Das ist mittelhoch. Mit Gelierzucker 1:1 (gleiche Teile Zucker und Frucht) würde die Marmelade fast pure Zuckerlösung mit Beerenfarbe. Mit 2:1 (halb so viel Zucker) bleibt der Beerencharakter dominant und die Marmelade fester.
Wer 3:1 ausprobiert: möglich, aber riskant. Die Pektinmenge im 3:1-Gelierzucker reicht oft nicht für eine feste Konsistenz, und die Marmelade läuft am Frühstücksbrot herunter. Wir bleiben bei 2:1 und sind auf der sicheren Seite.
30 g Zitronensaft sind kein Geschmacksgeber, sondern Pektin-Aktivator
Pektin braucht Säure, um zu gelieren. Himbeeren sind säurearm (pH 3,5 bis 3,8), Zitronensaft (pH 2,4) bringt die nötige Säure für die Pektin-Vernetzung. Die 30 g schmecken in der fertigen Marmelade nicht durch, sind aber zwingend für die Festigkeit.
Wer das weglässt, bekommt eine flüssige Marmelade, egal wie lange gekocht wird. Ersatz für Zitronensaft: 1 TL Zitronensäure-Pulver oder 30 g Limettensaft. Beides funktioniert technisch identisch.

Himbeermarmelade ohne Kerne: Sieb oder Passiertuch im Varoma
Wer keine Kerne mag, drückt die fertige Marmelade nach dem Kochen durch ein feines Sieb, bevor sie in die Gläser kommt. Das kostet etwa 8 Minuten zusätzlich, halbiert aber die Ausbeute (weil die Kerne plus Trester rund 40 Prozent des Volumens ausmachen). Aus 750 g Himbeeren werden dann nur noch rund 6 Einmachgläser zu 200 ml.
Profi-Variante: Vor dem Kochen die Beeren 10 Sekunden auf Stufe 6 zerkleinern und durch ein Passiertuch (z.B. ein Mulltuch oder Sieb) in den Varoma-Einsatz drücken. Dann ohne Kerne weiterkochen. Das gibt eine seidigere Marmelade ohne den nachträglichen Sieb-Aufwand, halbiert aber auch hier die Ausbeute.
Eine elegantere Alternative: nicht pürieren, sondern nur grob zerdrücken (Stufe 3 statt Stufe 8). So bleiben halbe Beeren erhalten, und die Marmelade bekommt Stückigkeit, die viele Kunden im Glas vermissen.
Variationen: mit Vanille, weißer Schokolade oder Himbeergeist
Wer das Grundrezept aufwerten will: 1 TL Vanilleextrakt nach dem Kochen einrühren bringt eine warme Vanille-Tiefe. 50 g weiße Schokolade in Stücken im letzten Kochminuten zugeben macht die Marmelade reichhaltiger und mildert die Säure. 20 g Himbeergeist am Ende ergibt eine Erwachsenen-Variante mit dezenter Alkoholnote.
Wer Beeren-Mix mag: 500 g Himbeeren plus 250 g Erdbeeren mit gleichem Zucker- und Zitronen-Verhältnis. Die Erdbeeren bringen mehr Süße, die Himbeeren mehr Säure. Das Verhältnis bleibt damit ausgewogen.
Einmachgläser sterilisieren während der Kochzeit
Parallel zum Marmeladekochen die Einmachgläser und Deckel sterilisieren. Wir nutzen die Backofen-Methode: 100 °C, 10 Minuten, leere Gläser kopfüber auf dem Rost. Deckel separat in kochendem Wasser 3 Minuten. Das ist hygienischer als das klassische Auswaschen mit Spüli.
Wer den Thermomix® sowieso schon im Einsatz hat, kann den Varoma nutzen: Sterilisieren im Thermomix® erklärt das Verfahren mit Varoma-Dampf für gleichzeitige Glas- und Deckel-Sterilisation.
Mehr Marmeladen-Rezepte
Wer eine andere Beere einkochen will: unser Grundrezept Konfitüre aus dem Thermomix® erklärt den Pektin-Guide für alle Früchte. Für ein Schoko-Frucht-Erlebnis: Mon Cheri Konfitüre. Wer komplett auf Industriezucker verzichten will: Konfitüre ohne Gelierzucker. Klassiker mit Cointreau: Erdbeerkonfitüre mit Cointreau. Saison-Hit Frühling: Rhabarber-Konfitüre.
Himbeermarmelade hält ein Jahr ungeöffnet
Heiß abgefüllt und sofort verschlossen, kühl und dunkel gelagert, hält die Marmelade mindestens 12 Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank lagern und innerhalb von 4 Wochen aufbrauchen. Die Gläser sofort nach dem Verschließen 5 Minuten kopfüber stellen, damit das Vakuum entsteht.
Wer keine 7 Gläser auf einmal verbraucht, friert eine Portion auch nach dem Einkochen ein. Im Tiefkühlfach hält sie 6 Monate ohne Geschmacksverlust. Auftauen im Kühlschrank über Nacht.
Gehen auch gefrorene Himbeeren?
Ja, sogar besser. TK-Himbeeren sind pflückreif geerntet und schockgefrostet, oft aromatischer als frische Importware. 20 Min kochen statt 15 Min, sonst keine Anpassung.
Warum Gelierzucker 2:1 statt 1:1?
Bei 1:1 dominiert der Zucker den Beerencharakter. 2:1 lässt die Himbeere durchschmecken und ergibt feste Konsistenz. 3:1 ist riskant, oft zu flüssig.
Brauche ich wirklich Zitronensaft?
Ja, zwingend. Zitronensaft aktiviert das Pektin durch Säure. Himbeeren sind selbst säurearm. Ohne Zitrone wird die Marmelade flüssig, egal wie lange gekocht.
Wie kommen die Kerne raus?
Nach dem Kochen durch ein feines Sieb drücken, 8 Min Zusatzaufwand. Ausbeute sinkt auf etwa 6 Gläser à 200 ml, weil Kerne und Trester 40% des Volumens ausmachen.
Wie wird die Marmelade stückiger?
Nicht pürieren, nur grob zerdrücken auf Stufe 3 statt Stufe 8. Halbe Beeren bleiben erhalten, gibt die im Handel beliebte Stückigkeit.
Wie lange hält die Marmelade?
Heiß abgefüllt, kühl und dunkel gelagert: mindestens 12 Monate ungeöffnet. Nach dem Öffnen im Kühlschrank 4 Wochen. Einfrieren bis 6 Monate möglich.
Welche Thermomix®-Modelle funktionieren?
Alle. TM31, TM5, TM6, TM7 identisch. 100 °C, Stufe 2 zum Kochen, dann aufsteigend bis Stufe 8 zum Pürieren. Kein Modell-Unterschied.
Himbeermarmelade aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 3 ✓
- 750 g Himbeeren TK oder frisch
- 375 g Gelierzucker 2:1
- 30 g Zitronensaft
Anleitung 0 / 3
-
1
Zutaten aufkochen.
TK Himbeeren mit Gelierzucker und Zitronensaft in den Mixtopf geben und 20 Minuten/100 °C/Stufe 2 kochen. Bei frischen Himbeeren reichen 15 Minuten Kochzeit.
- 750 g Himbeeren
- 375 g Gelierzucker 2:1
- 30 g Zitronensaft
-
2
Einmachgläser sterilisieren.
Inzwischen Einmachgläser und Deckel mit kochendem Wasser sterilisieren. Marmelade aufsteigend bis Stufe 8 pürieren.
-
3
Marmelade abfüllen.
Marmelade in die vorbereiteten Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.
Tipp: Zum Verfeinern kannst du noch einen Schuss Amaretto vor dem Pürieren in den Mixtopf geben.






