Sterilisieren funktioniert nur ab einer bestimmten Temperaturschwelle, und genau die liefert der Thermomix® im Varoma zuverlässig. Wasser kocht im Mixtopf bei 100 °C, der entstehende Dampf trifft im Varoma mit derselben Temperatur auf die Gläser. 10 Minuten reichen rechnerisch, 15 Minuten machen wir aus Sicherheitsgründen. Damit sind Schraubgläser, Babyflaschen, Schnuller, Saugflaschen und Likörflaschen keimfrei für die weitere Nutzung.
Wir machen das immer dann, wenn wir Marmelade einkochen, Likör abfüllen oder Vorräte für den Winter ansetzen. Saubere Gläser allein reichen dafür nicht. In Spülresten und in der Luft sitzen Hefen und Schimmelsporen, die sich später in der gefüllten Flasche vermehren. Eine sterilisierte Flasche dagegen verlängert die Haltbarkeit von Marmelade um Wochen, bei Likör sogar um Monate. Genau deshalb ist dieses Grundrezept einer der unauffälligsten, aber wichtigsten Bausteine im Thermomix-Alltag.
Warum 10 Minuten Wasserdampf ausreichen, 15 Minuten sicher sind
Die meisten Bakterien sterben bereits zwischen 70 und 80 °C ab. Heikel sind Hefen und Schimmelsporen, vor allem aber bakterielle Sporen, die deutlich hitzeresistenter sind. Ab 100 °C feuchter Hitze braucht es etwa 8 bis 10 Minuten, bis auch hartnäckige Sporen abgetötet sind. Trockenhitze würde dafür 30 Minuten oder mehr bei höheren Temperaturen brauchen, weshalb der Backofen langsamer ist. Wir setzen 15 Minuten an, weil die Aufheizphase zählt und Glas Wärme zunächst aufnehmen muss, bevor die volle Sterilisationswirkung an der Innenseite ankommt.
Konkret heißt das: 500 g Wasser in den Mixtopf, Gläser und Deckel kopfüber in den Varoma, dann 15 Minuten/Varoma/Stufe 1 dämpfen. Sobald der Mixtopf richtig kocht, ist die Dampftemperatur konstant bei 100 °C. Stufe 1 reicht völlig aus, weil der Dampf von selbst nach oben steigt. Eine höhere Stufe würde nur unnötig Wasser verspritzen und nichts beschleunigen.
Backofen, Spülmaschine, Mikrowelle: was wirklich keimfrei macht
Es gibt mehrere Methoden, die online empfohlen werden. Wir haben sie alle ausprobiert und kommen aus guten Gründen immer wieder beim Varoma an.
Backofen bei 120 °C, 15 Minuten. Funktioniert, ist aber Trockenhitze. Bei trockener Wärme brauchen Sporen länger zum Absterben, und der Ofen verbraucht spürbar mehr Strom als der Thermomix mit 500 g Wasser. Außerdem werden Metalldeckel und Gummiringe im Ofen gerne hart oder spröde. Wenn wir 30 Gläser auf einmal brauchen, lohnt sich der Ofen trotzdem, für 4 bis 8 Gläser bleibt der Varoma die schnellere Wahl.
Spülmaschine bei 70 °C. Die meisten Spülmaschinen erreichen im Heißprogramm zwischen 65 und 75 °C, manche neuere Modelle bis 85 °C im Hygieneprogramm. Das tötet die meisten Bakterien ab, aber eben nicht alle Sporen. Für die Reinigung vor dem Einkochen ist die Spülmaschine super, als alleinige Sterilisation reicht sie nicht aus. Heißt: Erst spülen, dann im Varoma sterilisieren, falls die Füllung lange halten soll.
Mikrowelle. Die Methode mit etwas Wasser im Glas und 2 Minuten auf voller Stufe geistert durchs Internet, ist aber unzuverlässig. Mikrowellen erhitzen punktuell, der Dampf entwickelt sich zu kurz und die Deckel können nicht mit. Für eine echte Sterilisation taugt das nicht.
Auskochen im Topf. Klassisch und sicher, aber umständlich. Wir brauchen einen großen Topf mit Wasser, müssen die Gläser komplett unter Wasser bekommen und die Deckel separat behandeln. Im Thermomix-Varoma stehen die Gläser kopfüber, der Dampf erreicht jede Innenfläche und unten kocht parallel das Wasser für den nächsten Arbeitsschritt mit, etwa für die Marmelade selbst.
Worauf bei Babyflaschen und Schnullern zu achten ist
Babyflaschen, Sauger und Schnuller sterilisieren wir nach demselben Prinzip, allerdings mit zwei Anpassungen. Erstens kommen die Flaschen ohne den Schraubring kopfüber in den Varoma, der Sauger und der Schraubring liegen separat im Varoma-Einlegeboden, damit der Dampf wirklich überall hinkommt. Zweitens reichen für reine Hygiene-Sterilisation 10 Minuten aus, wir verlängern aber auch hier auf 15 Minuten, weil Reste von Milch besonders nährstoffreich für Keime sind.
Wichtig: Vorher gründlich mit einer Flaschenbürste reinigen und Milchreste komplett entfernen. Sterilisation ersetzt keine Reinigung, sie ergänzt sie. Schnuller mit Latex-Sauger werden im heißen Dampf schneller spröde als Silikon-Sauger, deshalb prüfen wir die monatlich auf Risse und tauschen sie eher aus. Bei Silikon-Saugern gibt es diese Einschränkung nicht.
Nach dem Sterilisieren nicht mit dem Geschirrtuch nachwischen, sonst kommen frische Keime auf das gerade keimfreie Material. Wir stellen alles auf ein sauberes, frisches Tuch und lassen es offen an der Luft trocknen. Direkt verwenden ist optimal, sonst innerhalb von 24 Stunden, danach gilt das Material wieder als nicht steril.
Metalldeckel und Schraubringe: das Rost-Problem
Wer schon mal Marmeladengläser sterilisiert hat, kennt das: Die Metalldeckel zeigen nach kurzer Zeit Rostflecken am Rand. Das liegt an der feuchten Hitze und der Beschichtung der Deckel. Wir trocknen die Deckel deshalb sofort nach der Entnahme mit einem sauberen Küchentuch ab, statt sie an der Luft trocknen zu lassen. Das verhindert Rost zuverlässig, und der kurze Kontakt mit dem Tuch ist akzeptabel, weil wir die Deckel im Anschluss direkt auf die heißen, gefüllten Gläser setzen, wo das Vakuum die Sterilität erneut sichert.
Bei Twist-Off-Deckeln (klassische Marmeladengläser) lohnt es sich, den Deckel zusätzlich vor dem Verschließen mit ein paar Tropfen kochendem Wasser auszuspülen. So fließt das Vakuum sauber ein, wenn die heiße Marmelade einzieht und das Glas auf den Kopf gestellt wird.
Sterile Flaschen für Likör und Sirup
Bei Likör ist die Sterilisation noch wichtiger als bei Marmelade, weil der Zuckeranteil oft niedriger ist und der Alkoholgehalt unter 35 Prozent allein nicht alles abdeckt. Wir sterilisieren die Likörflaschen immer im Varoma, bevor wir sie befüllen. Bei Sirup gilt dasselbe, hier ist die Haltbarkeit ohne sterile Flaschen oft auf wenige Wochen begrenzt, mit sterilen Flaschen halten sich die meisten Sirups mehrere Monate kühl und dunkel gelagert.
Konkret nutzen wir das Sterilisieren regelmäßig für unsere Erdbeermarmelade aus dem Thermomix®, die Mandarinenmarmelade, die Konfitüre ohne Zucker und für selbstgemachtes Badesalz aus dem Thermomix®. Auch Liköre und Sirupe profitieren direkt davon, weil die Flaschen oft Monate im Schrank stehen, bevor sie aufgemacht werden.
Glasgröße und Füllmenge im Varoma
In den Varoma passen je nach Glasgröße zwischen 4 und 8 Schraubgläser auf einmal. Kleine 200-ml-Marmeladengläser sterilisieren wir zu acht Stück, größere 500-ml-Likörflaschen einzeln oder zu zweit. Wichtig ist, dass die Gläser nicht den Deckel des Varomas berühren, sonst läuft das Kondenswasser ungehindert hinein. Etwas Abstand lässt Dampf zwischen den Gläsern zirkulieren und macht die Sterilisation wirklich gleichmäßig.
Die 500 g Wasser im Mixtopf reichen für die vollen 15 Minuten. Wer mehrere Durchgänge hintereinander plant, sollte Wasser nachfüllen oder zumindest prüfen, dass nach dem ersten Durchgang noch genug im Topf ist. Trockenkochen schadet dem Mixtopf und unterbricht die Sterilisation.
Sterilisieren im Thermomix®
Zutaten 0 / 1 ✓
- 500 g Wasser
Anleitung 0 / 3
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1
Wasser zugeben, Material einfüllen.
500 g Wasser in den Mixtopf geben, saubere Schraubgläser und deren Deckel kopfüber in den Varoma stellen.
- 500 g Wasser
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2
Sterilisieren.
Varoma aufsetzen und 15 Minuten/Varoma/Stufe 1 dämpfen.
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3
steriles Material entnehmen.
Vorsicht, alles ist jetzt sehr heiß! Mit einem sauberen, fusselfreien Topflappen oder Küchentuch die Gläser und Deckel auf ein weiteres sauberes Küchentuch stellen und trocknen lassen.
Hinweis: Metalldeckel rosten meist sehr schnell, daher diese eventuell abtrocknen.
Video
Wer noch tiefer ins Einkochen einsteigen möchte: Unsere Marmeladen-Klassiker wie die Erdbeermarmelade mit Cointreau und die Mandarinenmarmelade nutzen genau diesen Sterilisations-Schritt. Für lange haltbare Likör-Geschenke aus der eigenen Küche sind sterile Flaschen ohnehin Pflicht.



