Fünf Zutaten, eine halbe Vanilleschote, kein Tütchen. Diesen Vanillepudding aus dem Thermomix® kochen wir in 8 Minuten bei 90 °C auf Linkslauf Stufe 3. Das Verhältnis: 500 g Milch, 1 Eigelb, 40 g Zucker, 30 g Speisestärke und das Mark einer halben echten Vanilleschote. Schote aufschlitzen, Mark herauskratzen, beides in den Mixtopf, alles kalt einwiegen, 8 Minuten starten. Das Ergebnis hat mit der Tüte geschmacklich nichts gemeinsam, weil Fertigpudding mit Vanillin arbeitet, also synthetischem Aroma, und echtes Vanillemark anders riecht und schmeckt. Das merkt man beim ersten Löffel.

Vanillepudding ist eines der Rezepte, an denen sich zeigt, was der Thermomix® wirklich kann. Er hält die Temperatur exakt auf 90 °C und rührt durchgehend auf Linkslauf, während die Stärke geliert. Genau diese zwei Dinge bestimmen, ob der Pudding samtig wird oder klumpt. Von Hand am Herd muss man dafür ständig rühren und die Hitze raten. Hier läuft beides automatisch ab.
Weniger Milch, weniger Stärke: warum unser Pudding leichter ist
Die meisten Thermomix®-Rezepte, zum Beispiel bei Zaubertopf, arbeiten mit 1 Liter Milch, 4 Eigelb und 60 g Stärke und landen bei rund 490 kcal pro Portion. Wir nehmen 500 ml Milch, 1 Eigelb und nur 30 g Speisestärke und kommen auf 191 kcal pro Portion. Das Eigelb macht den Pudding samtig, die 30 g Stärke geben genug Stand, die halbe echte Vanilleschote bringt das Aroma, das jedes Vanillinpäckchen vermissen lässt.
Drei Stellschrauben entscheiden über das Ergebnis. Die Temperatur: Speisestärke geliert erst ab etwa 85 °C zuverlässig, deshalb kochen wir auf 90 °C und nicht auf 80 °C. Der Linkslauf: er rührt sanft, ohne das Eigelb auszuschlagen, und verhindert Klumpen, weil die Masse permanent in Bewegung bleibt. Die ganze Schote: wir geben die ausgekratzte Schote mit in den Mixtopf, weil im Holz noch viel Aroma sitzt. Nach dem Kochen fischen wir sie wieder heraus.
Vanillin oder echte Vanille: der eigentliche Unterschied
Fertigpuddingpulver und Vanillinzucker schmecken nach einer einzigen Aromakomponente, dem synthetischen Vanillin. Eine echte Vanilleschote enthält über 200 Aromastoffe, darunter blumige, holzige und leicht rauchige Noten. Deshalb wirkt selbstgemachter Pudding voller und runder, obwohl weniger Zucker drin ist.
Eine gute Schote macht hier den Unterschied. Wir nehmen Bourbon-Vanilleschoten, weil sie ölig-weich sind und sich leicht auskratzen lassen. Wer keine ganze Schote da hat, nimmt 2 Teelöffel echten Vanilleextrakt, nicht Vanillinextrakt. Eine günstige Schote zum Aufbrauchen vorrätig zu haben lohnt sich, gute Bourbon-Schoten gibt es zum Beispiel hier bei Amazon.
Pudding bindet nicht oder klumpt: die häufigsten Stolperfallen
Der Pudding bleibt flüssig
Fast immer ein Temperaturproblem. Die Stärke braucht mindestens 85 °C zum Gelieren. Wer auf 80 °C kocht oder die Zeit verkürzt, bekommt eine dünne Soße statt Pudding. Unsere Lösung: volle 8 Minuten auf 90 °C laufen lassen. Direkt aus dem Mixtopf ist der Pudding noch warm und weicher, im Kühlschrank zieht er innerhalb von 2 bis 3 Stunden deutlich nach.
Es bilden sich Klumpen
Im Thermomix® passiert das selten, weil der Linkslauf auf Stufe 3 durchgehend rührt. Falls doch Klümpchen entstehen, war die Stärke nicht gleichmäßig in der kalten Milch verteilt. Unsere Lösung: alle Zutaten kalt einwiegen und erst dann starten, niemals Stärke in heiße Flüssigkeit geben. Sind trotzdem kleine Klümpchen drin, hilft 10 Sekunden auf Stufe 4 nach dem Kochen.
Oben bildet sich eine Haut
Die Puddinghaut entsteht, wenn die Oberfläche an der Luft antrocknet. Unsere Lösung: Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche legen, sodass sie den Pudding berührt, nicht über die Schüssel spannen. So kommt keine Luft an die Masse und es bildet sich keine Haut beim Abkühlen.
Schokopudding, Vanillesauce und feste Puddingform aus demselben Grundrezept
Schokopudding: 20 g Kakao zur Milch geben und den Zucker auf 50 g erhöhen, weil Kakao bitter ist. Sonst alles gleich. Wer es lieber direkt nachkocht, findet das fertige Rezept bei unserem Schokoladenpudding aus dem Thermomix®.
Vanillesauce statt Pudding: die Stärke auf 20 g reduzieren. Dann bleibt die Masse gießfähig, ganz wie unsere Vanillesauce aus dem Thermomix®, und passt zu warmem Obstkuchen.
Pudding zum Stürzen: die Stärke auf 40 g erhöhen. Nach dem Abkühlen lässt sich der Pudding aus einer ausgespülten Form stürzen und behält die Kontur.
Ohne Ei (vegan): das Eigelb weglassen, die Stärke auf 40 g erhöhen und Pflanzenmilch nehmen. Der Pudding wird etwas weniger samtig, bindet aber sauber.
Was gut zu warmem und kaltem Vanillepudding passt
Wir servieren den Pudding gern warm mit Kompott oder kalt mit frischen Früchten. Die dünnere Variante mit 20 g Stärke macht als Soße über Kaiserschmarrn aus dem Thermomix® eine gute Figur. Wer es fruchtig mag, kombiniert ihn mit unserem Kirschkompott aus dem Thermomix® oder einem schnellen Apfelmus aus dem Thermomix®. Für ein größeres Dessert schichten wir Pudding, Kompott und Kekse in Gläsern.
Wer noch mehr Milchdesserts aus dem Mixtopf sucht: Mit ähnlich wenig Aufwand gelingt auch unser perfekter Milchreis aus dem Thermomix®.
So lange hält sich der Vanillepudding
Im Kühlschrank hält der Pudding 3 bis 4 Tage, am besten in Portionsschälchen mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche. Einfrieren empfehlen wir nicht: Die Stärke trennt sich beim Auftauen und der Pudding wird körnig und wässrig. Frisch gekocht und kühl gestellt schmeckt er ohnehin am besten. Vor dem Servieren kurz umrühren, falls sich etwas Flüssigkeit abgesetzt hat.
Dazu passt: Kekse.
Auch fein: Vanilleschmarrn Thermomix®.
Was ist der Unterschied zwischen Vanillin und echter Vanille?
Vanillinzucker enthält ein synthetisches Aroma, echte Vanilleschoten enthalten über 200 Aromakomponenten. Das Rezept verwendet eine halbe Schote direkt im Mixtopf, die Schote kocht mit.
Wie verhindere ich die Puddinghaut?
Frischhaltefolie direkt auf die Pudding-Oberfläche legen, nicht über die Schüssel spannen. Die Folie muss den Pudding berühren, damit keine Luft rankommt.
Kann ich den Pudding fester machen?
Ja. Stärke auf 40 g erhöhen, dann lässt er sich nach dem Abkühlen aus der Form stürzen. Für Vanillesauce nur 20 g Stärke nehmen.
Wie lange hält Vanillepudding im Kühlschrank?
3 bis 4 Tage in Portionsschälchen mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche. Einfrieren empfehlen wir nicht, die Stärke wird beim Auftauen körnig.
Was tun wenn der Pudding nicht bindet?
Fast immer ein Temperaturproblem. Stärke braucht mindestens 85 °C zum Gelieren. Wir kochen auf 90 °C. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank zieht er noch deutlich nach.
Kann ich Vanilleextrakt statt Schote nehmen?
Ja, 2 Teelöffel echten Vanilleextrakt (nicht Vanillinextrakt). Die Schote bringt mehr Aroma, aber guter Extrakt ist eine solide Alternative bei trockenen Schoten.
Warum bekomme ich Klumpen im Pudding?
Selten im Thermomix®, weil Linkslauf Stufe 3 dauerhaft rührt. Falls doch: Stärke war nicht gleichmäßig in der kalten Milch verteilt. Alle Zutaten kalt einwiegen, erst dann starten.
Vanillepudding aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 5 ✓
- 3 Ei
- 1/2 Vanilleschote
- 500 g Milch
- 40 g Zucker
- 30 g Speisestärke
Anleitung 0 / 4
-
1
Ei trennen.
Eier trennen und Eigelb in den Mixtopf geben.
- 3 Ei
-
2
Vanilleschote zubereiten.
Vanilleschote aufschlitzen, Mark auskratzen und mit der Schote in den Mixtopf geben.
- 1/2 Vanilleschote
-
3
Alle Zutaten kochen.
Übrige Zutaten in den Mixtopf geben und 8 Minuten/90 °C/LINKSLAUF/Stufe 3 kochen.
- 500 g Milch
- 40 g Zucker
- 30 g Speisestärke
-
4
Pudding servieren.
Pudding in die Schüsselchen füllen und entweder noch warm servieren oder abkühlen lassen.






