Karamellpudding aus dem Thermomix® machen wir seit Jahren genau so, wie ihn unsere Großmutter früher mit Pulvertüte gekocht hat, nur ohne die Tüte. Der Trick liegt in den harten Karamell-Bonbons, die wir pulverisieren und als fertig karamellisierten Zucker einsetzen.

Wir haben lange überlegt, ob wir den klassischen Weg gehen und Zucker im Mixtopf karamellisieren, dann mit Milch ablöschen und mit Eiern und Stärke abbinden. In der Theorie funktioniert das. In der Praxis ist die Linie zwischen goldbraunem Karamell und bitter verbranntem Zucker im geschlossenen Mixtopf so schmal, dass wir nach mehreren misslungenen Durchgängen einen anderen Weg gewählt haben. Harte Karamell-Bonbons sind nichts anderes als Zucker, der einmal sauber und gleichmäßig karamellisiert wurde. Diese Arbeit haben andere bereits perfekt für uns erledigt.
Warum 180 g Karamell-Bonbons der bessere Karamell sind
Drei Punkte machen den Unterschied im Endergebnis aus, und alle drei hängen direkt am Thermomix-Workflow.
- Konstante Karamell-Tiefe. Industriell hergestellte Karamell-Bonbons haben einen exakten Röstgrad. Jede Charge schmeckt gleich. Wenn wir Zucker im Mixtopf karamellisieren, schwankt das Ergebnis je nach Hitze, Stufe und Sekunden. Beim Pudding für Kinder ist das ein echtes Problem, weil verbranntes Karamell sofort bitter wird.
- Keine zwei Hitzephasen nötig. Klassisch wäre: erst trocken karamellisieren bei 120 °C, dann mit Milch ablöschen, dann mit Stärke und Eiern abbinden bei 90 °C. Das sind drei Temperaturwechsel und ein heikler Übergang, an dem die Eier gerinnen können. Mit pulverisierten Bonbons brauchen wir nur einen Kochvorgang.
- 10 Sekunden auf Stufe 10 statt 8 Minuten Karamellisieren. Die 180 g Bonbons werden in 10 Sekunden zu feinem Pulver. Sie lösen sich später beim Kochen mit den 400 g Milch und 100 g Sahne komplett auf. Das spart uns 8 Minuten Aufmerksamkeit am offenen Mixtopf.
Das gilt vor allem dann, wenn wir den Pudding für mehrere Portionen gleichzeitig machen oder ihn als Dessert für Gäste vorbereiten. Vier Schüsselchen aus 4 Eigelb und 40 g Speisestärke gelingen in unter 20 Minuten zuverlässig.
Eigelb getrennt einrühren, nicht ganze Eier
Der zweite kritische Punkt nach dem Karamell ist die Ei-Frage. Im Rezept stehen 3 Eier, aber wir verwenden nur die Eigelbe. Eiweiß bei 100 °C im Mixtopf führt zu kleinen weißen Stockflocken, die der Pudding nicht mehr glatt wegmixen kann. Das Ergebnis sieht aus wie Rührei in einer Karamellsoße. Die Eigelbe dagegen binden mit der Speisestärke gemeinsam und geben dem Pudding diese tiefe gelbe Farbe und den vollen Geschmack.
Die abgetrennten Eiweiße werfen wir nicht weg. Sie wandern in den Kühlschrank und werden am nächsten Tag zu Baisertupfen für die Puddingoberfläche oder zu einem schnellen Eischnee, den wir vor dem Servieren auf den abgekühlten Pudding setzen. Auch unsere Eierlikörpudding-Variante nutzt nur Eigelb. Wer den Pudding doch lieber mit ganzen Eiern macht, sollte das Ei einzeln verquirlen und am Ende der Garzeit unter den noch warmen, aber nicht mehr kochenden Pudding rühren.
Worauf wir bei den Bonbons achten
Nicht jedes Karamell-Bonbon eignet sich. Wir haben Werthers Original (Sahnebonbon) und klassische Karamell-Bonbons aus dem Discounter durchgetestet. Beide funktionieren, aber:
- Sahnebonbons machen den Pudding deutlich milder und buttriger. Wir nehmen sie für Kinder.
- Klassische harte Karamell-Bonbons haben eine kräftigere, fast leicht rauchige Note. Das passt besser, wenn der Pudding für Erwachsene mit etwas Meersalz on top serviert wird.
- Weiche Toffees oder Karamell-Kaubonbons sind ungeeignet. Sie kleben an den Messern und an der Mixtopfwand fest und lösen sich nicht sauber im Pudding auf.
Wer eigene Karamell-Bonbons übrig hat, etwa nach Halloween oder Weihnachten, kann sie genauso einsetzen. Hauptsache hart und klar als Karamell-Bonbon erkennbar. 180 g entsprechen ungefähr einer ganzen Tüte aus dem Supermarkt.
Wo Karamellpudding körnig wird oder gerinnt
Klümpchen im fertigen Pudding
Klümpchen entstehen fast immer aus zwei Gründen: Die Speisestärke war nicht gleichmäßig im kalten Anteil verteilt, oder das Eiweiß ist mitgekocht. Im Rezept geben wir Eigelb, Milch, Sahne und Speisestärke gemeinsam in den Mixtopf und mixen 10 Sekunden auf Stufe 10. Das sorgt dafür, dass die 40 g Stärke wirklich aufgelöst sind, bevor die Hitze einsetzt.
Unsere Lösung: Wenn der Pudding trotzdem klümpchenfrei werden soll, nach den 8 Minuten bei 100 °C nochmal 10 Sekunden auf Stufe 5 nachmixen. Das glättet alles, was nicht perfekt durchgebunden hat.
Pudding zu fest oder zu flüssig
Mit 40 g Speisestärke auf 500 g Flüssigkeit (400 g Milch plus 100 g Sahne) bekommen wir die klassische deutsche Pudding-Konsistenz: stürzbar, aber noch cremig auf der Zunge. Wer den Pudding lieber löffelweich mag, reduziert die Stärke auf 30 g. Wer ihn richtig fest und stürzbar will, geht auf 50 g hoch. Mehr nicht, sonst wird er gummiartig.
Unsere Lösung: Im Zweifel lieber etwas weniger Stärke. Pudding zieht beim Abkühlen ohnehin nochmal nach. Wenn er warm aus dem Mixtopf läuft, wirkt er manchmal zu dünn, ist aber nach 2 Stunden im Kühlschrank perfekt.
Bitterer Beigeschmack
Wenn der Pudding leicht bitter schmeckt, liegt das fast immer an zu dunklen Bonbons. Manche Karamell-Bonbons sind bereits an der Grenze zum Bittertoffee gerollt. Beim Pulverisieren und Auflösen verstärkt sich diese Note noch. Eine Brise Salz (eine kleine Prise, kein Teelöffel) gleicht das aus.
Unsere Lösung: Vor dem Pulverisieren ein Bonbon roh probieren. Schmeckt es schon im Bonbon-Zustand leicht bitter, ist die Marke ungeeignet. Beim nächsten Einkauf eine andere Sorte testen.
Varianten, die wir zu Hause regelmäßig kochen
- Salzkaramell-Pudding. Eine kräftige Prise Fleur de Sel oder grobes Meersalz beim ersten Mixvorgang dazugeben. Macht aus dem Kinderdessert eine erwachsene Nachspeise.
- Karamell-Vanille-Pudding. Das Mark einer halben Vanilleschote zusammen mit Milch, Sahne und Eigelb mixen. Der Vanille-Hintergrund macht den Pudding noch runder.
- Vegan und ohne Ei. 400 g Hafermilch, 100 g Hafersahne, 60 g Speisestärke, 180 g Karamell-Bonbons (auf vegane Sorten achten, viele enthalten Sahne). Eigelb komplett weglassen, dafür 5 g zusätzliche Stärke. Wird nicht ganz so cremig, aber funktioniert.
- Karamell-Schokolade-Marmorpudding. Die Hälfte des Karamellpuddings in Schälchen füllen, die andere Hälfte mit 30 g Kakao verrühren und vorsichtig durchziehen.
Was dazu passt
Wir servieren den Karamellpudding meistens mit frischem Obst und einem Crumble oben drauf. Im Sommer mit Erdbeeren oder Himbeeren, im Winter mit warmen Apfelspalten oder Birnen aus dem Varoma. Eine Kugel Vanilleeis dazu macht aus dem Pudding ein vollwertiges Dessert für Gäste. Wer es traditioneller mag, gießt etwas Sahne auf den fertigen Pudding und gibt eine Prise Zimt darüber.
Wer nach weiteren Pudding-Varianten sucht, findet bei uns die ganze Bandbreite. Unser Schokoladenpudding aus dem Thermomix® ist die Schoko-Version mit echter Kuvertüre, der Vanillepudding aus dem Thermomix® setzt auf echte Vanille statt Pulver, und der Nougatpudding aus dem Thermomix® arbeitet mit Nuss-Nougat-Creme. Für Erdbeer-Fans haben wir den Erdbeerpudding aus dem Thermomix®, und unser Grießpudding aus dem Thermomix® ist die rustikale Variante aus Großmutters Zeiten.
2 Tage Kühlschrank, am Vortag zubereitet
Im Kühlschrank hält sich der Karamellpudding in fest verschlossenen Schälchen 3 bis 4 Tage. Wichtig: direkt nach dem Abfüllen mit Frischhaltefolie auf der Oberfläche abdecken, sonst bildet sich diese typische Pudding-Haut, die viele nicht mögen. Wer die Haut mag (wir gehören dazu), lässt die Folie weg.
Einfrieren empfehlen wir nicht. Beim Auftauen trennen sich Stärke und Flüssigkeit, und der Pudding wird wässrig. Lieber frisch zubereiten oder im Kühlschrank aufbewahren. Für Gäste lässt sich der Pudding gut am Vortag machen. Wir füllen ihn dann direkt in die Servier-Schälchen, decken ab und holen ihn 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank, damit er nicht eiskalt schmeckt. Die optimale Genusstemperatur liegt bei etwa 10 bis 14 °C.
Bonbon-Methode vs. klassisches Karamellisieren im Thermomix®
Andere Rezepte karamellisieren den Zucker klassisch im Mixtopf: 100 g Zucker bei Varoma-Temperatur oder 120 °C auf Stufe 2 trocken schmelzen, dann mit kalter Milch ablöschen. Das funktioniert, hat aber zwei Tücken. Erstens reicht die Sicht durch den Deckel nicht, um den richtigen Bräunungsgrad zwischen goldgelb (165 °C) und bitter verbrannt (über 180 °C) zuverlässig zu treffen. Zweitens spritzt die kalte Milch heftig beim Ablöschen am heißen Karamell. Mit 180 g pulverisierten Karamell-Bonbons sparen wir uns beide Risiken, treffen den Röstgrad immer gleich und brauchen statt drei Temperaturphasen nur einen Kochvorgang bei 100 °C. Das macht das Rezept gerade für TM5- und TM31-Besitzer ohne Karamellisier-Modus deutlich verlässlicher.
Karamellpudding aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 5 ✓
- 180 g harte Karamell-Bonbons
- 3 Ei
- 400 g Milch
- 100 g Sahne
- 40 g Speisestärke
Anleitung 0 / 4
-
1
Bonbons zerkleinern.
Karamell-Bonbons in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Stufe 10 pulverisieren. Mit dem Spatel nach unten schieben.
- 180 g harte Karamell-Bonbons
-
2
Eier trennen.
Eier trennen und Eigelb mit den übrigen Zutaten in den Mixtopf geben, 10 Sekunden/Stufe 10 verrühren.
- 3 Ei
- 400 g Milch
- 100 g Sahne
- 40 g Speisestärke
-
3
Puding kochen.
Pudding 8 Minuten/100 °C/Stufe 3 kochen.
-
4
Pudding servieren.
Pudding in die Schüsselchen füllen und entweder noch warm servieren oder abkühlen lassen.
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