Johannisbeer-Gelee aus dem Thermomix® braucht 50 Minuten und ergibt 3 Gläser à 200 ml. 600 g Johannisbeeren werden mit 200 g Wasser im Varoma 20 Minuten entsaftet (ergibt 400 g klaren Saft), dann mit 270 g Gelierzucker 2:1 plus 1 EL Zitronensaft 15 Minuten gekocht. Der Varoma-Trick ist hier entscheidend: man bekommt klaren Saft ohne Kerne, ohne das Gelee danach durch ein Sieb pressen zu müssen.
Wir machen das Gelee jedes Jahr in der Johannisbeer-Saison von Mitte Juni bis Anfang August, wenn die Beeren günstig auf dem Wochenmarkt oder im eigenen Garten reif sind. Im Vergleich zu gekauftem Johannisbeer-Gelee (Schwartau 3-4 Euro pro 340 g) kostet das selbstgemachte etwa 2 Euro pro 200-g-Glas, wenn die Beeren im Angebot sind. Plus: der Geschmack ist intensiver, weil keine Konservierungsstoffe drin sind.
Gelee oder Marmelade: der Unterschied
Gelee wird aus reinem Fruchtsaft hergestellt, ohne Fruchtstücke oder Kerne. Marmelade enthält Fruchtfleisch und manchmal Stücke. Bei Johannisbeeren ist Gelee deutlich beliebter, weil die kleinen, harten Kerne in einer Marmelade auf der Brotscheibe unangenehm zwischen den Zähnen knirschen.
Mit der Varoma-Methode entzieht man den Beeren den Saft, ohne sie zu zerquetschen. Die Kerne und Schalen bleiben im Varoma-Aufsatz, der klare rote Saft tropft nach unten in den Mixtopf. Spart das aufwendige Durchsieben über ein Passiertuch.
Rote, schwarze oder weiße Johannisbeeren
Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum): die klassische Wahl. Säuerlich-frisch, leuchtend rote Farbe im Glas. 36 mg Vitamin C pro 100 g.
Schwarze Johannisbeeren (Cassis, Ribes nigrum): intensiver, fast wein-artig, mit deutlich erkennbarer Cassis-Note. Doppelter Vitamin-C-Gehalt (180 mg pro 100 g, mehr als Zitronen). Etwas mehr Zucker oder Süße empfohlen, weil Cassis viel intensiver ist.
Weiße Johannisbeeren: milder, etwas süßer, nicht so säuerlich. Ergibt ein helles, fast goldenes Gelee. Selten im Supermarkt, eher im eigenen Garten oder auf Bauernmärkten.
Mix-Variante: 300 g rote plus 300 g schwarze Beeren ergibt das wohl beste Aromaprofil: schwarz für Intensität, rot für Säure. Standardrezept der bayerischen Marmeladentanten.
Warum 1 EL Zitronensaft zum Gelierzucker
Pektin (das Geliermittel) braucht Säure, um optimal zu wirken. Johannisbeeren haben selbst viel Säure, aber durch das Kochen reduziert sich diese. 1 Esslöffel Zitronensaft (etwa 10 g) bringt den pH-Wert wieder in den richtigen Bereich (3,0 bis 3,3) und sorgt für sichere Gelierung.
Bei schwarzen Johannisbeeren auf 2 EL erhöhen, weil Cassis von Natur aus weniger Säure hat als rote Johannisbeeren. Wer keinen Zitronensaft hat: 1 EL Apfelessig funktioniert auch, schmeckt aber etwas anders durch.
Varoma-Entsaftung in 20 Minuten
200 g Wasser in den Mixtopf, Beeren in den Varoma (oben locker verteilen, nicht stopfen, damit Dampf durchkommt), Varoma aufsetzen, 20 Min auf Varoma-Stufe (etwa 100 °C Wasserdampf) bei Stufe 1. Der Dampf bricht die Beerenschale auf, der Saft tropft durch den Varoma in das Wasser unten.
Normalerweise ergibt das 400 g Saft (200 g Wasser plus 200 g aus den Beeren). Wenn weniger: mit Wasser auf 400 g auffüllen. Wenn mehr (sehr saftige Beeren): Saft 2-3 Min auf Varoma reduzieren.
Der Pressrückstand im Varoma ist nicht Abfall: pürieren mit etwas Wasser ergibt Johannisbeer-Mus für Joghurt oder Smoothie. Oder zusammen mit etwas Honig als Brotaufstrich.
Gelierprobe: kalter Teller, 1 TL, 60 Sekunden
Nach 15 Minuten Kochzeit: 1 TL Gelee auf einen vorgekühlten Teller (5 Min Kühlschrank) geben, 60 Sekunden warten, mit dem Finger schieben. Bildet sich eine Haut und das Gelee fließt nicht zurück: fertig. Wenn nicht: 3 Min weiter kochen.
Achtung beim Kochen: Johannisbeer-Gelee schäumt schnell hoch. Daher Mixtopf nicht ganz voll machen (maximal 750 g Inhalt) und ohne Messbecher kochen, dafür Garkorb als Spritzschutz auf den Mixtopfdeckel stellen. Bei 100 °C schäumt es mehr als bei 95 °C.
Variationen: Cassis, Vanille oder mit Himbeeren
Cassis-Variante (Erwachsenen-Gelee): 2 EL Crème de Cassis oder Johannisbeer-Likör (15-20 Prozent Vol.) zum Saft dazu. Intensiviert das Beeren-Aroma, leicht alkoholisch.
Vanille-Johannisbeer: 1 Vanilleschote auskratzen, Mark und Schote mitkochen, danach rausfischen. Macht aus dem säuerlichen Gelee ein mildes, dessert-artiges.
Mit Himbeeren: 400 g Johannisbeeren plus 200 g Himbeeren entsaften. Säure milder, intensiv-fruchtig. Beliebt bei Kindern.
Mit Holunder: 400 g Johannisbeeren plus 200 g Holunderbeeren. Erdige Tiefe, herbe Note, ideal zu Wildgerichten und Käseplatten.
Pikante Variante: 1/2 TL gehackte Chili oder eine Prise schwarzer Pfeffer zum Kochen dazu. Passt zu Käseplatte, Wildgulasch und Lamm.
Wozu Johannisbeer-Gelee verwenden
Klassisch aufs Pfannkuchen oder Crêpes aus dem Thermomix®. Auf Frühstücksbrötchen, in Joghurt, als Füllung für Linzer Augen oder Sandkuchen. Zu Wildbraten als Cumberland-Sauce-Ersatz. Zu Ziegenkäse oder Brie als süß-säuerlicher Kontrast.
Mit pikanter Variante (Chili-Pfeffer): zum Käse-Brett, zu gegrilltem Lamm, als Glasur für Schweinebraten in den letzten 10 Minuten. Macht aus jedem Gericht eine Restaurant-Variante.
Johannisbeer-Gelee 12 Monate haltbar
Mit sterilen Gläsern und Vakuum-Verschluss: 12 Monate bei Zimmertemperatur in dunklem Vorratsschrank oder Keller. Nach dem Öffnen: 3-4 Wochen im Kühlschrank mit sauberen Löffel entnehmen. Einfrieren funktioniert nicht ideal (Konsistenz wird körnig), besser direkt in kleinere Gläser abfüllen.
Tipp für die Vorratskammer: Datum und Sorte aufs Glas schreiben („Rotes Johannisbeer-Gelee, Juli 2026“). So findet man im Winter genau das passende Glas zum Pfannkuchen, ohne suchen zu müssen.
Dazu passt: Frischkäse, Käsekuchen und Joghurt.
Welche Johannisbeeren?
Rote (klassisch, säuerlich-frisch), schwarze (Cassis, intensiv, doppelter Vitamin C), weiße (mild). Mix 300g rot + 300g schwarz ergibt beste Aromen.
Wie Varoma-Entsaftung?
200g Wasser unten, Beeren oben locker im Varoma, 20 Min Varoma-Stufe Stufe 1. Ergibt 400g klaren Saft ohne Kerne. Rückstand: Mus oder Smoothie.
Warum Zitronensaft?
Pektin braucht Säure (pH 3,0-3,3) zum Gelieren. 1 EL Zitronensaft (10g) bringt den pH-Wert nach Kochen wieder hin. Schwarze Beeren: 2 EL (weniger Säure von Natur).
Gelee oder Marmelade?
Gelee = aus Saft, ohne Kerne, ohne Stücke. Marmelade = mit Fruchtfleisch. Bei Johannisbeeren ist Gelee beliebter, weil die harten Kerne in Marmelade knirschen.
Wann ist es fest?
Gelierprobe nach 15 Min: 1 TL auf vorgekühlten Teller, 60 Sek warten, mit Finger schieben. Bildet sich Haut = fertig. Sonst 3 Min weiter kochen.
Welche Variationen?
Cassis-Likör (Erwachsene), Vanille (mild dessert-artig), mit Himbeeren (Kinder-freundlich), mit Holunder (herb), pikant mit Chili (zu Käseplatte, Wild).
Wie lange haltbar?
Sterilisiert + Vakuum: 12 Monate Vorratskammer dunkel. Geöffnet: 3-4 Wochen Kühlschrank. Einfrieren ungünstig (körnige Konsistenz), besser kleine Gläser.
Johannisbeer-Gelee aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 4 ✓
- 600 g Johannisbeeren
- 200 g Wasser
- 1 EL Zitronensaft
- 270 g Gelierzucker 2:1
Anleitung 0 / 6
-
1
Johannisbeeren entsaften.
Johannisbeeren in ein Sieb abperlen und waschen. Wasser in den Mixtopf geben, Johannisbeeren in Varoma verteilen, Varoma aufsetzen, verschließen und 20 Minuten/Varoma/Stufe 1 entsaften.
- 600 g Johannisbeeren
- 200 g Wasser
-
2
Saft abkühlen lassen.
Varoma entfernen und Saft abkühlen lassen. Das ergibt normalerweise 400 g Saft, falls nicht, den Rest mit Wasser auffüllen.
-
3
Gelee kochen.
Zitronensaft und Gelierzucker zum Saft in den Mixtopf geben und 15 Minuten/100 °C/Stufe 2 kochen.
- 1 EL Zitronensaft
- 270 g Gelierzucker 2:1
-
4
Einmachgläser sterilisieren.
Inzwischen Gläser mit kochend heißem Wasser ausspülen, (auch die Deckel) und auf einem sauberen Küchentuch trocknen lassen.
-
5
Gelierprobe durchführen.
Zur Gelierprobe einen Klecks des Gelees auf einen kalten Teller geben und kurz abwarten, ob das Gelee fest genug wird. Falls nicht, noch mal 3 Minuten/100 °C/Stufe 1 kochen.
-
6
Einmachgläser verschließen.
Gelee in die vorbereiteten Gläser abfüllen, Gläser verschließen und auf den Kopf stellen. Dadurch bildet sich das erwünschte Vakuum für die Haltbarkeit.
Tipp: Denke schon im Sommer daran, dass das Johannisbeer-Gelee unentbehrlich ist für das weihnachtliche Plätzchenbacken.












Gutes Rezept!
Super Rezept, schmeckt klasse gelingt einfach.
Dankeschön