Knoblauchsauce aus dem Thermomix® steht bei uns immer dann auf dem Tisch, wenn gegrillt, fondued oder gerakletted wird. Wir machen sie seit Jahren genau nach dem gleichen Schema und wissen inzwischen, dass nur ein einziger Schritt entscheidet, ob die Sauce cremig wird oder sich trennt: das Einträufeln des Öls bei Stufe 4.
Das Rezept ist im Kern eine Eier-Öl-Emulsion, also technisch näher an Mayonnaise und Aioli als an einer Joghurt-Knoblauch-Sauce. Genau das macht sie so vielseitig: dick genug, um auf dem Brot zu halten, cremig genug, um Pommes oder Wedges zu dippen, und neutral genug, um mit Kräutern, Chili oder Senf in jede Richtung gezogen zu werden. 250 g Sonnenblumenöl auf ein einziges Ei sind die Basis, 20 g Sahne ganz am Ende geben den letzten Cremigkeits-Schub.
Warum das Einträufeln über Stufe 4 alles entscheidet
Eine Mayonnaise-artige Sauce funktioniert nur, wenn das Öl in winzigen Tröpfchen in die Eier-Knoblauch-Basis eingearbeitet wird. Das Lecithin im Eigelb umhüllt jeden einzelnen Tropfen, und genau diese Mikrostruktur ist die Cremigkeit, die wir am Ende auf dem Löffel sehen. Wir setzen den Thermomix dafür auf Stufe 4, setzen den Messbecher auf den Deckel und gießen das Öl oben rein. Durch die Bohrung im Messbecher läuft es dünn und gleichmäßig in den Mixtopf. Genau das ist der Trick.
Wer das Öl zu schnell hinzugibt, überlastet die Emulsion. Die Eierbasis kann das Fett nicht mehr binden, die Sauce trennt sich, und am Ende steht eine Schüssel mit gelblichem Schaum auf einer Öllache. Wir haben das früher selbst hinbekommen, deshalb halten wir uns inzwischen strikt an die Reihenfolge: Knoblauch und Ei bei 10 Sekunden/Stufe 3 vermengen, dann erst auf Stufe 4 schalten und das Öl ohne Hektik durchlaufen lassen. 250 g Öl brauchen ungefähr eine Minute. Wer früher fertig ist, war zu schnell.

Frische Zehen, niemals Tubenpaste
Bei zwei Knoblauchzehen und 250 g Öl trägt der Knoblauch das gesamte Aroma der Sauce. Tubenpaste ist hier ein No-Go. Sie bringt einen säuerlich-fermentierten Beiton mit, der zusammen mit dem neutralen Sonnenblumenöl unangenehm metallisch schmeckt. Frische Zehen geben dagegen die typische scharf-süße Knoblauchnote, die nach ein paar Stunden im Kühlschrank weicher und runder wird.
Wir zerkleinern den Knoblauch im Original-Rezept bei 3 Sekunden/Stufe 8. Das reicht, um ihn fein zu hacken, ohne ihn zu pulverisieren. Wer den Knoblauch zu lange schreddert, riskiert Bitterkeit, weil die Zellwände komplett zerstört werden und das Allicin frei wird, ohne dass es sich verteilen kann. Drei Sekunden, kurz mit dem Spatel nach unten schieben, fertig. Bei besonders großen Zehen schalten wir nochmal zwei Sekunden nach.
Eine Stunde im Kühlschrank macht den Unterschied
Frisch aus dem Mixtopf schmeckt die Sauce flach und scharf. Der Knoblauch ist im Vordergrund, das Ei dahinter, die Sahne hat sich noch nicht eingebunden. Wir haben uns angewöhnt, die Sauce nach dem Mixen direkt in ein Schraubglas umzufüllen und mindestens eine Stunde in den Kühlschrank zu stellen. In dieser Zeit zieht der Knoblauch ins Öl, die Säure aus Zitronensaft oder Essig setzt sich, und die Sahne bindet die schärferen Knoblauchspitzen ab.
Nach zwei Stunden schmeckt die Sauce nochmal anders, harmonischer, weniger aggressiv. Wer die Sauce am Vortag zubereitet, bekommt am nächsten Tag den vollen Geschmack. Das ist auch unser Standard für Grillpartys: Sauce abends machen, am nächsten Mittag servieren.
Wenn die Sauce sich trennt: Rettung in 30 Sekunden
Trotzdem passiert es manchmal: Sauce ist flüssig, Öl steht oben, das Ganze sieht nach Misserfolg aus. Werft sie nicht weg. Wir nehmen ein frisches Eigelb in einen sauberen Mixtopf, schalten auf Stufe 4 und träufeln die getrennte Sauce langsam wie zuvor das reine Öl durch den Messbecher dazu. Das Eigelb startet die Emulsion neu, und am Ende steht wieder eine cremige Sauce. Diese Rettung funktioniert in neun von zehn Fällen.
Auslöser für ein Trennen sind fast immer drei Dinge: das Öl wurde zu schnell zugegeben, das Ei war eiskalt aus dem Kühlschrank, oder die Stufe lag zu niedrig (Stufe 3 statt 4). Wir holen das Ei eine halbe Stunde vor dem Mixen aus dem Kühlschrank. Zimmerwarmes Eiweiß bindet das Öl deutlich zuverlässiger als kaltes.
Abwandlungen, die wirklich funktionieren
Mit frischen Kräutern. 10 g Petersilie oder Schnittlauch zusammen mit dem Knoblauch im ersten Schritt zerkleinern. Achtung: Petersilie nicht länger als 5 Sekunden mixen, sonst wird sie matschig und gibt Wasser ab. Wir geben Petersilie deshalb erst nach dem Knoblauch dazu und schalten 3 Sekunden/Stufe 6 nach.
Mit Chili für Döner-Style. Eine halbe rote Chili oder einen Teelöffel Chiliflocken zusammen mit dem Knoblauch geben. Diese Variante kommt geschmacklich am nächsten an die scharfe Knoblauchsauce vom Imbiss heran, auch wenn die Imbiss-Variante meist auf Joghurtbasis arbeitet. Unsere mayo-artige Version hat den Vorteil, dass sie nicht so schnell wässrig wird.
Mit Senf für mehr Stabilität. Ein gestrichener Teelöffel mittelscharfer Senf zusammen mit dem Ei. Senf ist ein zusätzlicher Emulgator und macht die Sauce extrem stabil. Geschmacklich gibt sie eine leichte Schärfe und macht die Sauce vielseitiger für Bratkartoffeln oder Gegrilltes.
Leichter mit Joghurt. Wer eine fettärmere Variante möchte, ersetzt 100 g Öl durch 100 g griechischen Joghurt (10% Fett), den wir am Ende statt der Sahne hinzugeben. Das Ergebnis ist weniger mayo-artig und näher an einer Tzatziki-ähnlichen Konsistenz. Diese Version hält sich allerdings deutlich kürzer.
Wozu wir die Sauce servieren
Die Hauptaufgabe der Sauce ist Grillfleisch und Fondue, aber sie kann mehr. Auf einem warmen Fladenbrot mit gegrilltem Gemüse macht sie aus einer Beilage einen Hauptgang. Zu Pommes und Wedges ersetzt sie Mayo und Aioli gleichzeitig. Bei Raclette stellen wir sie neben die Cocktailsauce auf den Tisch und können beobachten, dass die Knoblauchsauce immer zuerst leer ist.
Wer mehr Dips und Saucen aus dem Thermomix sucht, findet bei uns auch das Tzatziki, die Aioli und die Mayonnaise. Wer eine ganze Grillparty plant, sollte die Knoblauchsauce neben einer mildere Joghurt-Sauce stellen, weil nicht jeder Gast den vollen Knoblauch-Hammer verträgt.
Haltbarkeit im Schraubglas
Da die Sauce ein rohes Ei enthält, ist sie nicht so lange haltbar wie eine industrielle Mayonnaise. Im sauberen Schraubglas bei 4 bis 6 °C im Kühlschrank rechnen wir mit drei bis vier Tagen. Das Glas vor dem Befüllen mit kochendem Wasser ausspülen und gut trocknen lassen, das schiebt den Verderb noch um einen Tag nach hinten. Auf jeden Fall mit sauberen Löffeln entnehmen, niemals den Löffel zurück ins Glas tunken.
Einfrieren funktioniert nicht. Die Emulsion bricht beim Auftauen, das Ergebnis ist eine flockige, ölige Masse, die nicht mehr zu retten ist. Lieber kleine Portionen frisch machen, der Thermomix-Aufwand ist mit zehn Minuten ohnehin minimal.
Sicherheit bei rohem Ei
Wir verwenden ausschließlich ganz frische Eier (max. eine Woche alt) aus kühler Lagerung. Für Schwangere, Kleinkinder und immungeschwächte Personen empfehlen wir, auf pasteurisiertes Flüssig-Ei zurückzugreifen oder die Joghurt-Variante zu wählen. Das Ei darf nicht angerissen sein, die Schale wird vor dem Aufschlagen kurz mit warmem Wasser abgespült.
Was Mitbewerber anders machen
Cookidoo und Zaubertopf setzen meist auf eine Joghurt-Mayonnaise-Mischung mit roher Knoblauchzehe und Petersilie, schnell gemixt in unter einer Minute. Food with Love arbeitet mit Joghurt, Schmand und Minze, deutlich frischer im Charakter, dafür ohne die emulsionsstabile Bindung. Die türkische Variante (Sarımsak Sos) lebt von Joghurt, Zitrone, Olivenöl und einer Ruhezeit im Kühlschrank, perfekt zu Döner und gegrilltem Lamm. Unser Rezept geht bewusst den Mayonnaise-Weg mit frischem Eigelb und langsam einlaufendem Öl auf Stufe 4. Das ergibt eine dichte, schnittfeste Sauce, die auf dem Burger nicht durchsuppt und am nächsten Tag noch genauso steht. Wer es leichter mag, findet weiter unten die Joghurt-Variante als Abwandlung.
Knoblauchsauce aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 7 ✓
- 2 Knoblauchzehe
- 1 Ei
- 1/2 TL Salz
- 10 g Zitronensaft oder weißer Essig
- 1 Prise weißer Pfeffer
- 250 g Sonnenblumenöl
- 20 g Sahne
Anleitung 0 / 3
-
1
Zutaten vermengen.
Knoblauchzehen abziehen, in den Mixtopf geben, 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern, mit dem Spatel nach unten schieben. Ei, Salz, Zitronensaft und Pfeffer zugeben und 10 Sekunden/Stufe 3 vermengen.
- 2 Knoblauchzehe
- 1 Ei
- 1/2 TL Salz
- 10 g Zitronensaft
- 1 Prise weißer Pfeffer
-
2
Sauce emulgieren.
Thermomix auf Stufe 4 stellen, das Öl nach und nach durch den Mixtopfdeckel mit dem aufgesetzten Messbecher in den Mixtopf träufeln lassen.
- 250 g Sonnenblumenöl
-
3
Sauce servieren.
Ist das ganze Öl durchgelaufen, die Sahne zugeben und den Mixtopf nach 5 Sekunden ausschalten. Eventuell mit dem Spatel alles nach unten schieben und nochmals 5 Sekunden/Stufe 4 vermischen.
- 20 g Sahne
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Danke liebe Heidi! ❤️