Amaretto-Eierlikör aus dem Thermomix®

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Amaretto-Eierlikör steht und fällt mit einer einzigen Zahl: 70 °C. Darüber verflüchtigen sich die feinen Bittermandel-Noten des Amaretto innerhalb weniger Minuten, und der Likör schmeckt am Ende nur noch nach Eigelb und Sahne, statt nach diesem warmen Mandel-Marzipan-Aroma, für das wir das Rezept überhaupt machen.

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Amaretto-Eierlikör aus dem Thermomix®

Wir machen diesen Likör seit Jahren als Geschenk für Patenkinder, Nachbarn und unsere Mütter zu Ostern und Weihnachten. Inzwischen wissen wir genau, wann der Mixtopf zu heiß wird, warum sich der Zucker manchmal nicht richtig löst und warum manche Variante nach drei Wochen im Kühlschrank flockig wird. Hier stehen die Antworten, in der Reihenfolge, in der wir sie selbst gebraucht hätten.

Warum der Amaretto erst nach dem Erhitzen kommt

Amaretto trägt sein Aroma in flüchtigen Bittermandel-Komponenten, allen voran Benzaldehyd. Diese Verbindungen sind hitzeempfindlich, sie ziehen mit dem aufsteigenden Wasserdampf aus dem Mixtopf. Wer den kompletten Likör samt Amaretto sechs Minuten auf 70 °C erwärmt, riecht es schon im Topf: Der Mandelduft steigt mit dem Dampf nach oben, und im fertigen Likör fehlt genau der Charakter, der das Rezept ausmacht.

Deshalb wandeln wir das Original-Rezept an einer Stelle ab, ohne die Mengen zu verändern: Erst die Eigelbe, Sahne, Doppelkorn und der pulverisierte Zucker werden bei 6 Minuten / 70 °C / LINKSLAUF / Stufe 4 emulgiert und auf Bindetemperatur gebracht. Erst danach, wenn der Mixtopf wieder unter 60 °C abgesunken ist, kommen die 40 g Amaretto dazu und werden bei 30 Sekunden / Stufe 3 nur noch eingerührt. So bleibt das Mandel-Aroma im Likör, wo es hingehört.

Warum 70 °C und keine 80 °C

Eigelb beginnt ab etwa 65 °C zu binden, ab 72 °C gerinnt es vollständig. Wir bewegen uns also bewusst in einem schmalen Fenster: heiß genug, dass der Likör bindet und Salmonellen-Risiken reduziert werden, aber kühl genug, dass das Eigelb nicht stockt. 70 °C bei sechs Minuten und Linkslauf auf Stufe 4 ist die Kombination, die bei uns aus inzwischen weit über hundert Flaschen am verlässlichsten geklappt hat.

Linkslauf ist hier kein Detail, sondern Pflicht. Stufe 4 mit Rechtslauf zerschlägt die Eigelb-Struktur und die Sahne, der Likör wird schaumig statt cremig. Mit Linkslauf rührt das Messer rückwärts, ohne zu schneiden. Wer einen TM31 nutzt: Die 70 °C lassen sich exakt einstellen, der Ablauf ist identisch.

Brauner Zucker als Puderzucker, nicht als Zucker

Die 100 g brauner Zucker und der Vanillezucker wandern bei uns immer zuerst in den leeren Mixtopf und werden bei 20 Sekunden / Stufe 10 zu feinem Puderzucker pulverisiert. Wer das überspringt, hat hinterher ein Problem: Brauner Zucker hat etwas mehr Restfeuchte als weißer und neigt bei nur 70 °C dazu, sich nicht vollständig aufzulösen. Im fertigen Likör fühlt sich das beim Trinken sandig auf der Zunge an, vor allem nach drei Tagen Kühlschrank, wenn der Zucker am Boden auskristallisiert.

Mit Puderzucker geht das Auflösen in Sekunden, der Linkslauf bei 70 °C reicht völlig. Wir nehmen bewusst braunen Zucker statt weißen, weil die leichte Karamell-Note die Mandel-Tiefe des Amaretto unterstützt. Mit weißem Zucker wird der Likör süßer, aber flacher.

Amaretto-Eierlikör aus dem Thermomix® HerstellungPin
Amaretto-Eierlikör aus dem Thermomix® Herstellung

Was bei diesem Likör schiefgehen kann

Der Likör schmeckt nur noch nach Eierlikör, kaum nach Mandel

Klassischer Hitze-Fehler. Wer den Amaretto von Anfang an in den Mixtopf gibt und sechs Minuten mit erwärmt, verliert einen großen Teil des Mandel-Aromas durch den Mixtopfdeckel. Unsere Lösung: Amaretto immer nach dem Erhitzen zugeben, Mixtopf vorher unter 60 °C abkühlen lassen, dann nur noch 30 Sekunden bei Stufe 3 unterrühren.

Der Likör flockt nach ein paar Tagen

Passiert, wenn der Mixtopf auf über 75 °C gestiegen ist und das Eigelb teilweise gestockt hat. Beim Abfüllen sieht man es noch nicht, aber im Kühlschrank trennen sich kleine Eigelb-Brocken von der Flüssigkeit. Unsere Lösung: 70 °C strikt einhalten, lieber zwischendurch kurz pausieren und prüfen. Falls es trotzdem flockt, durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch filtern, dann ist der Likör gerettet.

Der Likör ist zu dünn, fast wie Milch

Meistens war der Mixtopf nicht warm genug, das Eigelb hat nicht gebunden. Unsere Lösung: Am Ende der sechs Minuten kurz prüfen, ob die Masse spürbar dicker geworden ist. Falls nicht, weitere zwei Minuten bei 70 °C anschließen. Der Likör verdickt zusätzlich beim Abkühlen im Kühlschrank, das ist normal.

Varianten, die wir wirklich machen

  • Mit echter Vanilleschote: Statt Vanillezucker eine Bourbon-Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen und mit den anderen Zutaten erwärmen. Die ausgekratzte Schote für 24 Stunden mit in die Flasche legen und dann entfernen. Tiefere Vanille-Note, weniger Süße.
  • Mit gerösteten Mandelblättchen: 30 g Mandelblättchen ohne Fett in einer Pfanne goldbraun rösten, abkühlen lassen, in einem kleinen Stoffsäckchen oder Teefilter zwei Tage in die fertige Flasche legen. Verstärkt die Mandel-Note ohne mehr Alkohol.
  • Mit Espresso-Schuss: 20 g sehr starken, abgekühlten Espresso zusammen mit dem Amaretto unterrühren. Ergibt einen Likör, der zwischen Amaretto-Eierlikör und Espresso-Martini steht. Sehr gut zu Vanilleeis.
  • Mit weniger Süße: Wer es weniger zuckrig mag, reduziert auf 80 g braunen Zucker. Unter 70 g wird der Likör spürbar dünner, weil der Zucker auch zur Bindung beiträgt.

Was bei uns dazu passt

Wir trinken Amaretto-Eierlikör selten pur, sondern fast immer als Topping. Über eine Kugel Vanilleeis gegossen, ergibt das in zwei Minuten ein Dessert, das wie aufwändige Patisserie wirkt. Wer eine größere Runde bewirtet, kombiniert ihn mit unserem klassischen Eierlikör aus dem Thermomix® und einem Glas selbstgemachtem Eierpunsch, dann hat jeder seine Lieblingssüße.

Als Geschenk landet der Likör bei uns immer mit einem zweiten kleinen Fläschchen im Set. Wer sich einmal in das Likör-Selbermachen einarbeitet, will mehr. Wir empfehlen unseren Lebkuchen-Likör als winterliche Variante und den Kokos-Likör für den Sommer.

3 Wochen Kühlschrank, dunkel gelagert

Wir füllen den Likör direkt nach dem Mixen in heiß ausgespülte, sterilisierte Glasflaschen mit Bügelverschluss. Der fertige Amaretto-Eierlikör hält im Kühlschrank bei konstant 4 bis 7 °C rund vier Wochen. Theoretisch geht mehr, aber wir empfehlen es nicht: Mit jeder Woche Lagerung verliert der Amaretto an Mandel-Frische, das ist genau das Aroma, das wir vorher mit dem späten Zugeben gerettet haben.

Wichtig: Der Likör enthält frisches Eigelb. Verschenken nur an Erwachsene, nicht für Schwangere oder kleine Kinder. Auf das Etikett schreiben wir bei Geschenken immer Abfülldatum und „kühl lagern, innerhalb 4 Wochen verbrauchen“. Einfrieren funktioniert nicht, beim Auftauen trennt sich die Sahne, der Likör flockt irreversibel. Die optimale Trinktemperatur liegt zwischen 10 und 12 °C, also Flasche 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen.

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Amaretto-Eierlikör aus dem Thermomix®

Tobias
Dieser Eierlikör mit Amaretto gelingt in TM31®, TM5® und TM6®.
5 von 8 Bewertungen
Vorbereitung 5 Minuten
Zubereitung 10 Minuten
Gesamtzeit 15 Minuten
Gericht Drinks, Geschenk aus Thermomix, Liköre, Thermomix® Rezepte
Küche Deutsch
Portionen 1 Flasche (500 ml)
Kalorien 1418 kcal

Zutaten

Anleitungen
 

  • Vanillezucker und Zucker in den Mixtopf geben und 20 Sekunden/Stufe 10 pulverisieren.
    1 Päckchen Vanillezucker, 100 g brauner Zucker
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  • Restliche Zutaten in den Mixtopf geben und 6 Minuten/70 °C/LINKSLAUF/Stufe 4 erwärmen. 
    160 g Sahne, 90 g Doppelkorn, 40 g Amaretto, 5 Eigelbe, 1 Prise Zimtpulver
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  • In sterilisierte Fläschchen einfüllen und im Kühlschrank lagern.
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Video

Nährwerte

Serving: 1FlascheKalorien: 1418kcalKohlehydrate: 136gProtein: 20gFett: 60ggesättigte Fettsäuren: 31gSodium: 88mgZucker: 124gVitamin A: 2394IUCalcium: 361mgEisen: 3mg
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Rezept powered by WP Recipe Maker ❤️

Wer noch mehr selbstgemachte Liköre aus dem Mixtopf sucht, findet bei uns eine wachsende Sammlung. Besonders empfehlen wir den klassischen Eierlikör, den Lebkuchen-Likör und den Kokos-Likör.

Autor

  • Tobias Gronau Thermomix® Profi will-mixen.de

    Tobias Gronau begeistert in der Küche mit TM31, TM5 und TM6. Als Profi am Thermomix® zaubert er alltagstaugliche und köstliche Gerichte. Zusammen mit der Bloggerin Daniela fesselt er über 200.000 Follower auf will-mixen.de, Facebook, Instagram und Pinterest. Ihre Thermomix® Kochbücher sind Bestseller. Was ist ihr Markenzeichen? Gesunde, frische und super leckere Kreationen.

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