Ein One Pot Eintopf im Thermomix® ist im Grunde ein Schmorgericht im Mixtopf. Fleisch, Wurzelgemüse und Brühe wandern nacheinander in denselben Topf, und am Ende garen sie 5 Minuten gemeinsam bei 100 °C. Damit das funktioniert, muss eine einzige technische Voraussetzung stimmen, sonst zerhacken die Klingen den Kassler zu Mus.

Wir kochen diesen Eintopf seit Jahren in der Spargelsaison von April bis Juni. Er ist unser Standard für Tage, an denen wir nach 18 Uhr noch satt werden müssen, aber weder Lust auf Anbraten in der Pfanne noch auf abgetropftes Geschirr haben. 15 Minuten Zutaten schneiden, 25 Minuten Mixtopf, fertig.
Linkslauf ist hier keine Option, sondern Pflicht
Drei der fünf Kochschritte laufen im Linkslauf bei Stufe 1. Das ist der Kern dieses Rezepts. Im normalen Rechtslauf würden die Messer den Kassler in den ersten 7 Minuten Anbraten zu einer Hackfleisch-Masse zerschneiden. Die 500 g Frühkartoffeln im Würfel würden ihre Form verlieren, und der grüne Spargel käme als Brei aus dem Topf. Linkslauf bedeutet, dass die stumpfe Seite der Klinge das Gargut nur umrührt, nicht zerteilt.
Die zweite technische Sache: Stärke aus den Frühkartoffeln bindet die 600 g Gemüsefond zu einer leicht sämigen Brühe. Wir brauchen keine Sahne, keine Mehlschwitze, keinen Soßenbinder. Frühkartoffeln haben weniger Stärke als alte Lagerkartoffeln, deshalb wird die Konsistenz nicht klebrig, sondern bleibt eintopf-typisch flüssig mit etwas Bindung. Wer den Eintopf cremiger mag, gibt am Ende 100 g Cremefine oder Sahne dazu, ohne nachzukochen.
120 °C zum Anschwitzen, dann nur noch 100 °C
Im zweiten Schritt geben wir die Zwiebelwürfel mit dem Kassler und 20 g Rapsöl in den Mixtopf und stellen 7 Minuten auf 120 °C. Das ist die einzige Stelle, an der wir wirklich Hitze in den Topf bringen. 120 °C reichen nicht für echte Maillard-Bräunung wie in einer Pfanne, aber sie verflüssigen das Fett aus dem Kassler und bringen die Zwiebeln zum Glasigwerden. Beim TM31 fehlen die 120 °C, dort einfach Varoma-Stufe wählen, das Ergebnis ist nahezu identisch.
Danach gehen wir auf 98 °C runter, wenn Kartoffeln und Karotten im Topf sind. 15 Minuten reichen für die Frühkartoffel-Würfel, weil sie dünnwandiger sind als alte Kartoffeln. Bei Lagerware aus November bis März lieber 18 Minuten ansetzen. Spargel und Frühlingszwiebeln sind die letzten 5 Minuten dran, das passt zur Garzeit von dünnem grünem Spargel. Wenn ihr dicke Stangen verwendet, schält die untere Hälfte gründlich, sonst bleiben holzige Fasern zwischen den Zähnen hängen.
Was schiefgehen kann, wenn man die Reihenfolge ignoriert
Wer den Spargel zusammen mit den Kartoffeln in den Topf gibt, bekommt 20 Minuten gegarten Spargel. Das ist Brei. Spargel braucht insgesamt 5 bis 6 Minuten Garzeit, nicht mehr. Die Schichtung ist nicht zufällig, sondern ergibt sich aus den unterschiedlichen Garzeiten der Zutaten. Erst Knoblauch und Zwiebel hacken, dann Kassler andünsten, dann die langen Garer dazu, am Ende die kurzen Garer.
Ein zweiter typischer Fehler ist das Salzen. Kassler bringt 1700 mg Natrium pro Portion mit. Wer zusätzlich die volle Menge Salz aus dem Rezept gibt, bekommt einen Eintopf, der wie eine Brühe schmeckt. Wir starten mit 1 TL Salz statt 1 1/2 TL und probieren am Ende. Bei Kassler aus dem Bio-Laden, der manchmal weniger gepökelt ist, geht auch die volle Menge. Bei normalem Supermarkt-Kassler reicht ein gestrichener TL.
Drittens: Liebstöckel. 2 TL getrockneter Liebstöckel sind nicht wenig. Liebstöckel hat ein sehr dominantes, an Maggi erinnerndes Aroma. Wer das nicht mag, halbiert die Menge oder ersetzt ihn durch Petersilie. Oregano und Thymian sind weniger kritisch, weil sie sich gegenseitig ausbalancieren.
Spargel raus, anderes Gemüse rein
Herbst-Variante: Spargel und Frühlingszwiebeln durch 300 g Wirsing in Streifen und eine Stange Lauch in Ringen ersetzen. Garzeit am Ende auf 8 Minuten verlängern, weil Wirsing länger braucht. Schmeckt wie ein klassischer Eintopf bei Oma.
Vegetarisch: Kassler durch 200 g Räuchertofu in Würfeln ersetzen. Räuchertofu bringt das Raucharoma mit, das sonst vom Kassler kommt. Anbratzeit von 7 auf 4 Minuten reduzieren, sonst wird der Tofu trocken. Statt Gemüsefond einen kräftigen Pilzfond nehmen, das gibt zusätzlich Tiefe.
Mit Fleisch zum Auskochen: 400 g Suppenfleisch (Hochrippe, Querrippe) statt Kassler. Dann aber 25 Minuten zusätzlich vorkochen, bevor Kartoffeln und Karotten dazukommen. Sonst bleibt das Fleisch zäh. Mit Kassler funktioniert das Rezept in 40 Minuten, mit rohem Suppenfleisch sind es 65 Minuten.
Cremiger: Am Ende 100 g Cremefine oder süße Sahne dazugeben, einmal mit dem Spatel verrühren, nicht mehr aufkochen. Macht aus dem Eintopf ein Eintopfgericht mit Soßencharakter, das auch zu Brot oder als Vorsuppe vor dem Hauptgang passt.
Was sonst noch in den Mixtopf kommt
Wer One-Pot-Rezepte mag, findet bei uns weitere Klassiker. Unsere Kohlrabi-Brokkoli-Suppe mit Avocado arbeitet mit ähnlicher Technik, ist aber rein vegetarisch und cremig durch die Avocado. Für den Winter mögen wir die klassischen Eintopf-Rezepte aus der Eintopf-Kategorie, da gibt es Linseneintopf und Kartoffelsuppe in allen Varianten. Als sommerliche Beilage zum Eintopf passen unsere mediterranen Brötchen aus dem Thermomix, die wir oft parallel im Backofen backen, während der Eintopf im Mixtopf gart.
One Pot heißt: eine Pfanne weniger und kein Sieb
Klassisch kochen wir Eintopf am Herd in zwei Gefäßen: Zwiebel und Kassler in der Pfanne anbraten, parallel die Brühe im Topf aufsetzen, danach alles zusammenführen und 25 Minuten köcheln. Drei Töpfe, ein Sieb für die Kartoffeln, am Ende drei Mal Spülen. Im Mixtopf läuft genau dieselbe Reihenfolge in einem einzigen Gefäß, weil 120 °C zum Anschwitzen, 98 °C zum Garen und der Linkslauf zum schonenden Rühren nahtlos ineinander übergehen. Wir füllen nicht um, wir sieben nicht ab, wir setzen einmal an und holen am Ende eine fertige Mahlzeit aus dem Topf. Das ist der Unterschied zu Rezepten, die alles auf einmal 20 Minuten gemeinsam kochen: bei uns hat jede Zutat ihre passende Garzeit, ohne dass dafür ein zweites Gefäß nötig wäre.
Reste: am nächsten Tag besser
Im Kühlschrank hält sich der Eintopf in einer geschlossenen Dose 3 Tage. Am zweiten Tag schmeckt er besser als frisch gekocht, weil sich die Aromen aus Kassler, Liebstöckel und Frühlingszwiebeln durchziehen. Beim Aufwärmen 200 ml Wasser dazugeben, sonst wird er beim Kochen zu dick.
Dazu passt: Bauernbrot und Vollkornbrot.
Einfrieren funktioniert, aber mit einer Einschränkung: Die Kartoffeln werden beim Auftauen leicht mehlig und zerfallen. Für eine cremige Variante stört das nicht, für die klassische Version mit klaren Würfeln lieber innerhalb von 3 Tagen aufessen. Eingefroren in 500-ml-Portionen hält der Eintopf 3 Monate. Auftauen über Nacht im Kühlschrank, dann 6 Minuten bei 100 °C im Linkslauf auf Stufe 1 erwärmen.
One Pot Eintopf aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 14 ✓
- 1 Knoblauchzehe
- 2 Zwiebel
- 20 g Rapsöl
- 300 g Kassler Lachsschinken
- 500 g Frühkartoffeln
- 300 g Karotte
- 600 g Gemüsefond
- 300 g grüner Spargel
- 3 Frühlingszwiebel
- 1 1/2 TL Salz
- 2 TL getrockneter Oregano
- 2 TL getrockneter Thymian
- 2 TL getrockneten Liebstöckel
- 1 TL Pfeffer
Anleitung 0 / 6
-
1
Knoblauch hacken.
Knoblauch abziehen, in den Mixtopf geben, 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
- 1 Knoblauchzehe
-
2
Zwiebeln hacken und andünsten.
Zwiebeln abziehen, halbieren, in den Mixtopf geben und 3 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern. Kassler in Würfel schneiden, mit Öl in den Mixtopf geben und 7 Minuten/120 °C(TM31: Varoma)/Linkslauf/Stufe 1 dünsten.
- 2 Zwiebel
- 20 g Rapsöl
- 300 g Kassler Lachsschinken
-
3
Kartoffeln und Karotten schneiden.
Inzwischen Kartoffeln und Karotten schälen, Kartoffeln in Würfel und Karotten in Scheiben schneiden, mit Fond in den Mixtopf geben und 15 Minuten/98 °C/Linkslauf/Stufe 1 kochen.
- 500 g Frühkartoffeln
- 300 g Karotte
- 600 g Gemüsefond
-
4
Spargel und Frühlingszwiebeln vorbereiten.
Inzwischen Spargel und Frühlingszwiebeln waschen, bei dicken Spargelstangen die untere Hälfte schälen, das holzige Ende abschneiden und in 2 cm lange Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.
- 300 g grüner Spargel
- 3 Frühlingszwiebel
-
5
Fertigkochen.
Spargel und Frühlingszwiebeln (bis auf ein paar zum garnieren) mit Salz, Oregano, Thymian und Liebstöckel in den Mixtopf und 5 Minuten/100 °C/Linkslauf fertigkochen.
- 1 1/2 TL Salz
- 2 TL getrockneter Oregano
- 2 TL getrockneter Thymian
- 2 TL getrockneten Liebstöckel
-
6
Servieren.
Mit Frühlingszwiebelringen und Pfeffer bestreut servieren.
- 1 TL Pfeffer
Tipp: Wer möchte, kann den Eintopf noch mit 100 g Cremefine oder Sahne verfeinern.
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Nährwerte pro Portion
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Ich mache gerade alle eure Thermomix TM6 all in one Rezepte und bin begeistert! Bitte noch mehr!
Sehr sehr lecker wir haben den Spargel allerdings aus Saison Gründen durch Kohlrabi ersetzt