Vanillekipferl sind keine Plätzchen, die zufällig halbmondförmig werden. Wer sie rund rollt, macht sie falsch. Die Form ist kein Dekor, sie ist Technik: Der dünner auslaufende Bogen des Kipferls backt langsamer durch als die Mitte, was dem Gebäck seine typische, zarte Krümeligkeit an den Enden gibt. Genau dafür ist Dinkelmehl Type 630 in Kombination mit frisch gemahlenen Mandeln der bessere Ausgangspunkt als klassisches Weizenmehl.
Die Kurzfassung für den Thermomix®: 80 g Zucker plus 1 EL Vanillezucker 15 Sekunden auf Stufe 10 zu Vanille-Puderzucker pulverisieren und beiseitestellen. 50 g blanchierte Mandeln 20 Sekunden auf Stufe 10 fein mahlen. 30 g vom Vanille-Puderzucker, 80 g Dinkelmehl Type 630 und 70 g kalte Butter zugeben, 2 Minuten auf Knetstufe verkneten. Teig 30 Minuten kühl stellen, zu drei Rollen formen, 3 cm lange Stücke abschneiden, zu Kipferln biegen und bei 160 °C Ober- und Unterhitze (Umluft 140 °C) etwa 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Noch warm im restlichen Vanille-Puderzucker wälzen. Ergibt rund 30 Stück.

Der Unterschied zu klassischen Weizen-Kipferln: Dinkelmehl 630 nimmt weniger Flüssigkeit auf als Weizenmehl 405, der Teig bleibt trotz der kurzen Kühlzeit von 30 Minuten formbar, ohne zu kleben. Die 50 g Mandeln mahlst du direkt im Mixtopf auf Stufe 10 in 20 Sekunden frisch, was mehr Aroma bringt als gekaufte gemahlene Mandeln. Das Ergebnis sind Kipferl, die im Biss weicher bleiben als reine Weizenteige.
Warum kalte Butter und Dinkelmehl der Schlüssel sind
Viele Kipferl-Rezepte starten mit zimmerwarmer, weicher Butter. Wir machen das Gegenteil und geben die 70 g Butter direkt aus dem Kühlschrank in den Mixtopf. Der Grund: Mürbeteig wird mürbe, weil die kalte Butter das Mehl ummantelt und die Glutenbildung bremst. Wird die Butter beim Kneten warm, verbindet sie sich zu stark mit dem Mehl und das Gebäck wird hart statt zart.
Hier spielt der Thermomix® seinen entscheidenden Vorteil aus. Die Knetstufe arbeitet ohne Heizfunktion, der Teig wird in 2 Minuten fertig verknetet, ohne dass Wärme zugeführt wird. Von Hand dauert das deutlich länger, und die Handwärme weicht die Butter auf. Das ist der eine Punkt, an dem das Gerät bei diesem Rezept wirklich einen Unterschied macht.
Dinkelmehl Type 630 ist hier bewusst gewählt und kein reiner Gesundheitsfaktor. Dinkel hat ein anderes Klebergerüst als Weizen und nimmt weniger Wasser auf. Bei einem reinen Mürbeteig ohne Ei, wie bei diesen Kipferln, heißt das: weniger Risiko, dass der Teig durch zu viel Bindung zäh wird. In Kombination mit den frisch gemahlenen Mandeln entsteht der nussige, mürbe Biss, für den dieses Rezept gemacht ist.
Die häufigsten Stolperfallen beim Kipferl-Teig
Der Teig klebt und lässt sich nicht formen
Das ist die häufigste Frustration. Meistens liegt es nicht an zu wenig Mehl, sondern an zu warmer Butter oder zu kurzer Kühlzeit. Wer die 30 Minuten verkürzt, kämpft beim Formen mit einer klebrigen Masse, und die Halbmonde franzen aus.
Unsere Lösung: Butter eiskalt verwenden, nie zimmerwarm. Klebt der Teig trotz Kühlung, gib ihn weitere 30 Minuten in den Kühlschrank, bei warmer Küche auch eine ganze Stunde. Niemals einfach Mehl nachschütten, das macht die Kipferl trocken und mehlig.
Der Teig bröselt und zerfällt
Das Gegenteil vom klebrigen Teig. Bröselt die Masse beim Formen, wurde meist zu lange geknetet, sodass die Butter warm und schmierig wurde, oder die Mandeln waren zu grob. Auch zu viel Mehl führt dazu.
Unsere Lösung: Bei den 2 Minuten Knetstufe bleiben, nicht länger. Wenn der Teig nach dem Kühlen noch bröselt, drücke ihn mit kühlen Händen kurz zusammen, die Restwärme reicht oft schon. Reißt er weiter, knete einen knappen Teelöffel kaltes Wasser unter, kein Ei, sonst verändert sich die Mürbe.
Die Kipferl werden zu dunkel
Vanillekipferl sollen nur cremeweiß bis ganz leicht goldgelb sein, nie braun. Werden sie zu dunkel, verlieren sie ihre typische Mürbe und schmecken trocken.
Unsere Lösung: Bei 160 °C Ober- und Unterhitze auf mittlerer Schiene und unter Sicht backen. Schon ab Minute 18 kontrollieren, denn die dünnen Enden bräunen zuerst. Lieber etwas früher rausnehmen, die Kipferl festigen sich beim Abkühlen auf dem Blech nach.
Der Puderzucker hält nicht
Wer wartet, bis die Kipferl kalt sind, ärgert sich: Der Vanille-Puderzucker rieselt ab und haftet nicht.
Unsere Lösung: Die Kipferl noch warm, aber nicht heiß im restlichen Vanille-Puderzucker wälzen. In diesem Moment schmilzt der Zucker minimal an und verbindet sich mit der Oberfläche. Genau dafür stellen wir den Puderzucker beim Pulverisieren großzügig her und behalten den Rest zurück.
So bekommst du die echte Halbmond-Form hin
Wir teilen den Teig in drei gleich große Portionen, rollen jede zu einer Rolle mit rund 1 cm Durchmesser und schneiden 3 cm lange Stücke ab. Dann jeden Abschnitt mit beiden Händen so formen, dass die Mitte breiter bleibt und die Enden spitz auslaufen. Das ist der Unterschied zwischen einem runden Gebäckstück und einem echten Kipferl: Die dünnen Spitzen geben den charakteristischen, fast schmelzenden Biss.
Arbeite zügig und mit kühlen Händen. Wer langsam formt, erwärmt den Teig und die Kipferl verlieren beim Backen die Form. Falls die Küche warm ist, hol immer nur ein Drittel des Teigs aus dem Kühlschrank und lass den Rest gekühlt. Wer auf gleichmäßige Stücke Wert legt, kann eine Kipferlform nutzen, von Hand werden sie aber genauso gut und individueller.
Abwandlungen, die wir getestet haben
Mit echter Vanilleschote: Statt nur Vanillezucker das Mark einer halben Vanilleschote unter den Teig kneten. Das gibt eine deutlich intensivere, runde Vanillenote. Den Vanillezucker dann trotzdem für die Puderzuckerhülle behalten.
Haselnuss statt Mandel: Die 50 g blanchierten Mandeln durch geschälte Haselnüsse ersetzen, ebenfalls 20 Sekunden auf Stufe 10 mahlen. Das macht die Kipferl kräftiger und winterlicher im Aroma, passt gut zu Glühwein.
Größere Menge zum Verschenken: Alle Zutaten verdoppeln, dann ergibt das Rezept rund 60 Kipferl. Der Mixtopf des Thermomix® fasst die Menge problemlos, die Knetzeit bleibt bei 2 Minuten. Praktisch für volle Plätzchendosen oder als Mitbringsel.
Vegane Variante: Das Rezept ist von Haus aus ohne Ei. Wer komplett pflanzlich backt, ersetzt die Butter durch ein festes pflanzliches Backfett, das ebenfalls kalt verarbeitet wird. Die kalte Verarbeitung bleibt auch hier der entscheidende Punkt.
Diese Plätzchen passen in dieselbe Dose
Wer in der Weihnachtsbäckerei mehrere Sorten plant, kombiniert die Kipferl gut mit anderen Mürbeteig-Klassikern. Unsere Walnussplätzchen aus dem Thermomix® nehmen die nussige Linie auf, die bunten Weihnachts-Butterplätzchen bringen Farbe auf den Teller, und die Schokoplätzchen sind der Kontrast für alle, die es schokoladig mögen.
Wer mehrere Mürbeteig-Rezepte im Blick behalten will, findet eine Übersicht in unserem Mürbeteig-Hub. Den Vanille-Puderzucker für die Hülle kannst du übrigens auch auf Vorrat herstellen, die Anleitung steht in unserem Beitrag Vanillezucker im Thermomix® selber machen.
So lange halten Kipferl und Teig frisch
In einer gut schließenden Keksdose an einem kühlen, trockenen Ort halten sich die fertigen Kipferl rund drei Wochen. Wichtig ist, dass sie vollständig ausgekühlt sind, bevor sie in die Dose kommen, sonst zieht Restfeuchte und sie werden weich. Ein Stück Backpapier zwischen den Lagen verhindert, dass der Puderzucker verklebt.
Den Teig kannst du bis zu drei Tage im Voraus zubereiten und in Frischhaltefolie gewickelt im Kühlschrank lagern. Vor dem Formen kurz auf Zimmertemperatur kommen lassen, damit er sich rollen lässt, ohne zu reißen. Eingefroren hält sich der rohe Teig bis zu drei Monate. Zum Backen über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und dann wie gewohnt weiterverarbeiten.
Häufige Fragen zu Dinkel-Vanillekipferln
Funktioniert das Rezept im TM31, TM5® und TM6®?
Ja, in allen drei Modellen identisch. Das Pulverisieren (15 Sekunden, Stufe 10), das Mahlen der Mandeln (20 Sekunden, Stufe 10) und das Kneten (2 Minuten, Knetstufe) laufen gleich. Es wird keine Heizfunktion gebraucht, deshalb gibt es keinen Modell-Unterschied.
Kann ich Weizenmehl statt Dinkelmehl nehmen?
Ja, mit Weizenmehl Type 405 funktioniert es auch. Weil Weizen mehr Flüssigkeit aufnimmt, kann der Teig minimal weicher werden. Dann einfach 5 bis 10 Minuten länger kühlen. Geschmacklich fehlt die leicht nussige Dinkelnote, technisch klappt es aber genauso.
Warum mahle ich die Mandeln selbst statt gemahlene zu kaufen?
Frisch gemahlene Mandeln haben deutlich mehr Aroma, weil die ätherischen Öle noch nicht oxidiert sind. 50 g blanchierte Mandeln 20 Sekunden auf Stufe 10 ergeben genau die richtige Feinheit. Gekaufte gemahlene Mandeln liegen oft Wochen im Regal und schmecken flacher.
Brauchen Vanillekipferl ein Ei?
Nein. Dieses Rezept kommt ohne Ei aus, die Bindung übernimmt allein die kalte Butter. Das macht den Teig besonders mürbe und gleichzeitig vegetarisch beziehungsweise mit pflanzlichem Backfett vegan. Ein Ei würde die Kipferl eher fester machen.
Wie lange muss der Teig kühlen?
Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank. In dieser Zeit wird die Butter wieder fest und der Teig lässt sich sauber formen. Ist die Küche warm oder klebt der Teig noch, sind 60 Minuten besser. Zu lange schadet nicht, ein sehr kalter Teig braucht nur kurz auf der Arbeitsfläche, bevor er sich rollen lässt.
Wie viele Kipferl ergibt das Rezept?
Dazu passt: Kaffee und Glühwein.
Aus den angegebenen Mengen werden rund 30 Stück. Für eine volle Plätzchendose oder zum Verschenken einfach alle Zutaten verdoppeln, dann sind es etwa 60 Kipferl bei gleichbleibender Knet- und Backzeit.
Dinkel-Mandel-Vanillekipferl aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 5 ✓
- 80 g Zucker
- 1 EL Vanillezucker
- 50 g blanchierte Mandeln
- 80 g Dinkelmehl, Type 630
- 70 g Butter kalt
Anleitung 0 / 6
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1
Zucker pulverisieren.
Zucker und Vanillezucker in den Mixtopf geben, 15 Sekunden/Stufe 10 pulverisieren und beiseite geben.
- 80 g Zucker
- 1 EL Vanillezucker
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2
Mandeln mahlen.
Mandeln in den Mixtopf geben und 20 Sekunden/Stufe 10 fein mahlen.
- 50 g blanchierte Mandeln
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3
Teig kneten.
30 g Vanille-Puderzucker, Mehl und Butter zugeben und 2 Minuten/Knetstufe mischen. Den Teig 30 Minuten kühl stellen.
- 80 g Dinkelmehl, Type 630
- 70 g Butter
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4
Teig formen.
Teig dreimal teilen, jedes Teil zu einer etwa 1 cm dicken Rolle formen, davon 3 cm lange Stücke abschneiden, zu Kipferl formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben.
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5
Kipferl backen.
Backofen auf 160 °C Ober- und Unterhitze (Umluft 140 °C, Gas Stufe 2) vorheizen und die Kipferl ca. 20 Minuten auf mittlerer Schiene unter Sicht backen. Die Kipferl sollten nicht dunkel werden.
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6
Kipferl in Puderzucker wälzen.
Die noch warmen Kipferl im übrigen Vanille-Puderzucker wälzen.
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Nährwerte pro Portion
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Habe diese Vanille-kipferl gerade gebacken . Schmecken Hammer! Total einfach und sehr schnell 🙂
Sehr sehr lecker, ich habe noch etwas mehr Vanillezucker in die Zuckermischung, weil ich es etwas süßer mag
lg utta
Leeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeecker!