Lasagne ist bei uns das Sonntagsgericht, wenn alle Zeit haben und die Küche zwei Stunden lang nach Bolognese duften darf. Wir machen sie seit Jahren mit dem Thermomix®, weil Bolognese und Béchamel im selben Mixtopf nacheinander entstehen und am Ende nur eine Auflaufform und ein Topf zu spülen sind.
Der wichtigste Punkt vorweg, weil daran die meisten Lasagnen scheitern: Wir kochen die Lasagneblätter nicht vor. Sie wandern trocken zwischen Bolognese und Béchamel. Während der 35 Minuten im Ofen ziehen sie genau die Flüssigkeit, die sie brauchen, aus den beiden Soßen. Vorgekochte Blätter bringen zusätzliches Wasser mit, dann wird die Lasagne unten suppig und oben trocken. Trockene Blätter dagegen werden in der Soße perfekt al dente und halten beim Schneiden ihre Schicht.
Warum Bolognese und Béchamel im Thermomix® besser werden
Die Bolognese startet damit, dass wir Zwiebeln, Knoblauch und Karotten 5 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern. Von Hand würden wir 8 bis 10 Minuten würfeln und nie so gleichmäßig hinkommen. Der Thermomix® macht das Gemüse fein genug, dass es beim Schmoren in die Soße schmilzt und sie sämig bindet. Anschließend dünsten wir Olivenöl und das Gemüse 3 Minuten auf Varoma. Dann kommen die 400 g Hackfleisch dazu, 5 Minuten Varoma im Linkslauf. Der Linkslauf ist hier entscheidend: Im normalen Lauf würde das Hack zu Brei zerdrückt, im Linkslauf bleibt es körnig und behält die Textur, die eine richtige Bolognese braucht.

Beim Ablöschen mit 100 g Rotwein und 400 g gehackten Tomaten geben wir gleich 3 TL Gemüsebrühpulver und 3 TL getrockneten Basilikum dazu und kochen 7 Minuten auf 100 °C im Linkslauf. Wer mehr Zeit hat, lässt die Soße danach offen weiterköcheln, je länger desto runder der Geschmack. Wir machen das, wenn wir parallel die Béchamel ansetzen oder den Tisch decken. Vor dem Schichten unbedingt abschmecken: Salz und Pfeffer fehlen oft, die Brühe und die Tomaten bringen zwar Würze mit, aber selten genug.
Die Béchamel entsteht im selben Mixtopf, sobald wir die Bolognese rausgenommen und kurz ausgespült haben. 60 g Butter schmelzen wir 2 Minuten auf 100 °C, dann kommen 60 g Mehl dazu und werden 2 Minuten auf Varoma angeschwitzt. Diese zwei Minuten sind wichtig, sonst schmeckt die Soße nach rohem Mehl. Anschließend gießen wir 600 g Milch dazu, würzen mit Salz, einer Prise Muskat und Pfeffer und kochen 10 Minuten auf 90 °C bei Stufe 3. Das ist der Moment, in dem der Thermomix® eine klassische Stolperfalle löst: Béchamel klumpt am Herd, sobald wir nicht durchgehend rühren. Im Mixtopf passiert das nicht. 90 °C reichen, um sie sämig zu binden, ohne dass sie unten anbrennt.
Trockene Blätter schichten, damit die Lasagne hält
Wir streichen zuerst eine dünne Schicht Bolognese auf den Boden der Auflaufform, sonst kleben die Lasagneblätter fest. Dann legen wir die ersten 3 bis 4 trockenen Blätter auf, darüber Bolognese, einen Schöpflöffel Béchamel, ein paar Mozzarella-Scheiben, wieder Blätter. Dieses Schema wiederholen wir, bis die Form voll ist, mindestens drei Schichten kommen so zusammen. Auf die letzten Lasagneblätter kommt großzügig Béchamel, darüber der geriebene Emmentaler. Die oberste Schicht muss komplett mit Béchamel bedeckt sein, sonst trocknen die Blätter im Ofen aus und werden hart.


35 Minuten bei 200 °C Ober- und Unterhitze auf der mittleren Schiene reichen, um die Blätter durchzugaren und gleichzeitig die Käseschicht goldbraun werden zu lassen. Wenn der Käse nach 25 Minuten zu schnell bräunt, decken wir die Form für die letzten 10 Minuten locker mit Alufolie ab. Nach dem Backen müssen 5 Minuten Ruhezeit sein, sonst läuft die Soße beim Schneiden auseinander und die Schichten rutschen.

Wo die meisten Lasagnen scheitern
Die Lasagne wird unten suppig
Das passiert, wenn die Bolognese zu flüssig in die Form kommt oder die Blätter vorher gekocht wurden. Die Soße sollte nach dem Kochen die Konsistenz einer dicken Sauce haben, vom Löffel fallen, aber nicht laufen. Unsere Lösung: Wenn die Bolognese zu dünn ist, lassen wir sie bei offenem Mixtopfdeckel weitere 5 Minuten auf Varoma reduzieren. Und Lasagneblätter kommen IMMER trocken in die Form.
Die oberen Blätter werden hart
Wenn die oberste Schicht nicht vollständig mit Béchamel bedeckt ist, trocknen die Blätter im Ofen aus, ihre Ränder werden brüchig und beißen sich nicht durch. Unsere Lösung: Auf die letzte Blattlage gehört wirklich viel Béchamel, lieber zu großzügig als zu sparsam. Erst dann den Käse drüber. Wenn die Béchamel knapp wird, lieber eine zusätzliche Schicht weglassen.
Die Bolognese schmeckt flach
Bei nur 7 Minuten Kochzeit kommt eine Bolognese nicht voll auf Tiefe. Das reicht für eine schnelle Wochentag-Version, aber das volle Aroma entsteht erst beim Schmoren. Unsere Lösung: Wer Zeit hat, lässt die Soße nach dem Mixtopf-Kochen noch 20 bis 30 Minuten in einem normalen Topf bei niedriger Hitze ziehen. Ein Schuss Milch oder Sahne nimmt die Säure der Tomaten und macht die Soße runder. Ein Lorbeerblatt mitkochen lassen vertieft den Geschmack zusätzlich.
Varianten, die wir schon getestet haben
Vegetarisch mit Linsen oder Pilzen: Statt Hackfleisch nehmen wir 200 g rote Linsen plus 200 g klein gewürfelte Champignons. Die Linsen ziehen sich beim Kochen mit den Tomaten voll und imitieren die Hack-Textur überraschend gut. Wer Veggie-Hack vorzieht, ersetzt das Hackfleisch 1:1, dünstet aber nur 3 Minuten statt 5, sonst wird es trocken.
Mit Spinat statt Mozzarella in den Schichten: 300 g aufgetauter, gut ausgedrückter TK-Spinat zwischen die Soßenschichten gibt der Lasagne mehr Farbe und einen leicht herben Gegenpol zur Béchamel. Den Mozzarella heben wir uns dann für die oberste Schicht auf.
Mit Ricotta-Schicht: Wir mischen 250 g Ricotta mit einem Eigelb und etwas Muskat, geben das anstelle einer der Béchamel-Schichten in die Mitte. Das macht die Lasagne deutlich italienischer und cremiger, braucht aber keine zusätzliche Backzeit.
Was sonst noch auf den Tisch kommt
Klassisch begleiten wir die Lasagne mit einem grünen Salat, der die Schwere des Auflaufs ausgleicht. Eine Schüssel Rucola mit Parmesanhobeln und Balsamico passt fast besser als jeder andere Salat. Wer Brot dazu möchte: Unser Pizzateig aus dem Thermomix® lässt sich genauso gut zu kleinen Focaccia-Stücken backen. Die selbstgemachte Béchamelsoße aus dem Thermomix® haben wir noch ausführlicher in einem eigenen Rezept beschrieben, falls jemand sie für andere Aufläufe oder Cannelloni braucht.
Aufbewahren und einfrieren
Im Kühlschrank hält sich die Lasagne abgedeckt 3 bis 4 Tage. Aufgewärmt schmeckt sie sogar oft besser, weil die Aromen durchgezogen sind. Zum Aufwärmen geben wir einzelne Stücke in eine kleine Auflaufform, beträufeln sie mit etwas Milch und backen sie 15 bis 20 Minuten bei 180 °C abgedeckt im Ofen. In der Mikrowelle wird sie matschig, das vermeiden wir.
Dazu passt: Parmesan und Ciabatta.
Einfrieren funktioniert sehr gut. Wir portionieren die fertig gebackene Lasagne in einzelne Stücke, packen sie in Gefrierdosen und frieren sie bis zu 3 Monate ein. Auftauen am besten über Nacht im Kühlschrank, dann wie oben beschrieben aufbacken. Wer sie roh einfrieren möchte: Auch das geht, dann aber im Ofen direkt aus dem Tiefkühler 60 Minuten bei 180 °C backen, danach 10 Minuten bei 200 °C für die Bräunung.
Lasagne aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 18 ✓
- 100 g Emmentaler
- 2 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehe
- 2 Karotte
- 20 g Olivenöl
- 400 g gemischtes Hackfleisch
- 100 g Rotwein
- 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
- 3 TL Gemüsebrühpulver
- 3 TL getrockneter Basilikum
- 60 g Butter
- 60 g Mehl
- 600 g Milch
- 1 TL Salz
- 1 Prise Muskatnuss
- 1 TL frisch gemahlener Pfeffer
- 300 g Mozzarella
- 12 Lasagne Platten
Anleitung 0 / 10
-
1
Käse reigen.
Emmentaler in Stücke schneiden, in den Mixtopf geben, 6 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern und beiseite geben.
- 100 g Emmentaler
-
2
Gemüse zerkleinern.
Zwiebeln abziehen und halbieren, Knoblauch abziehen, und beides in den Mixtopf geben. Karotten schälen, in Stücke schneiden, zugeben, 5 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
- 2 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehe
- 2 Karotte
-
3
Andünsten.
Olivenöl zugeben und 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 dünsten.
- 20 g Olivenöl
-
4
Hackfleisch andünsten.
Hackfleisch zugeben und 5 Minuten/Varoma/Linkslauf/Stufe 1 dünsten.
- 400 g gemischtes Hackfleisch
-
5
Soße Kochen.
Restliche Zutaten für die Soße zugeben und 7 Minuten/100 °C/Linkslauf/Stufe 1 kochen. Soße abschmecken und beiseite geben. Mixtopf spülen.
- 100 g Rotwein
- 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
- 3 TL Gemüsebrühpulver
- 3 TL getrockneter Basilikum
-
6
Butter schmelzen.
Butter in den Mixtopf geben und 2 Minuten/100 °C/Stufe 1 schmelzen. Mehl zugeben und 2 Minuten/Varoma/Stufe 1 dünsten.
- 60 g Butter
- 60 g Mehl
-
7
Soße kochen.
Restliche Zutaten für die Béchamelsoße zugeben und 10 Minuten/90 °C/Stufe 3 kochen.
- 600 g Milch
- 1 TL Salz
- 1 Prise Muskatnuss
- 1 TL frisch gemahlener Pfeffer
-
8
Ofen und Mozzarella.
Inzwischen Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Mozzarella in Scheiben schneiden.
- 300 g Mozzarella
-
9
Schichten.
In die Auflaufform eine dünne Schicht Hackfleischsoße streichen, dann Lasagne Platten darauf legen. Hackfleischsoße, etwas Béchamelsoße, Mozzarella Scheiben und wieder Lasagne-Platten darauf schichten. Vorgang wiederholen. Über die letzten Lasagne-Platten Béchamelsoße streichen, Emmentaler darauf verteilen und 35 Minuten auf der mittleren Schiene des Backofens backen.
-
10
Servieren.
Lasagne aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten auskühlen lassen, in Stücke schneiden und servieren.
Tipp: Für vegetarische Lasagne ersetze das Hackfleisch einfach durch Veggie-Hack.
Video
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Nährwerte pro Portion
Mehr italienische Klassiker im Thermomix® findet ihr beim Pizzateig und in unserem Rezept für die Béchamelsoße.
















Fast wie bei unserem Italiener! Sehr lecker!