Wenn die Kirschen im Juli reif sind, kochen wir aus 1 kg Früchten 2 Flaschen sortenreinen Sirup. Süß, fruchtig, mit feiner Säure. Die Methode ist simpel: Kirschen entkernen, mit Zucker ziehen lassen, Saft kurz aufkochen, in sterile Flaschen füllen. Der Thermomix® übernimmt das Zerkleinern, das Erhitzen auf exakt 100 °C und das Köcheln auf Stufe 1.

Wir nutzen das Rezept seit Jahren für Schorlen, Cocktails (Kirsch-Hugo, Cherry-Mojito) und als Topping für Vanilleeis oder Pfannkuchen. Eine 500 ml Flasche hält im Kühlschrank 3 Monate, korrekt eingekocht über ein Jahr.
Welche Kirschen funktionieren am besten
Süßkirschen (Burlat, Kordia, Regina) ergeben einen milden, dunkelroten Sirup. Sauerkirschen (Schattenmorelle) bringen die typische Säure, mit der Sirup im Cocktail erst lebendig wird. Wir mischen oft 70:30 Süß zu Sauer, das gibt Balance ohne klebrige Süße. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft empfiehlt zur Verarbeitung vollreife Früchte, die deutlich nachgeben, wenn man sie sanft drückt. Harte Kirschen geben weniger Saft.
Tiefgekühlte Kirschen funktionieren ganzjährig. Wir tauen sie über Nacht im Kühlschrank auf und fangen den austretenden Saft auf, der landet mit in den Topf. Die Zellwände sind durch das Frieren bereits aufgebrochen, der Sirup wird besonders intensiv. Bei Cookidoo wird häufig nur mit Frischkirschen gearbeitet, wir sehen TK als gleichwertige Alternative.
Warum die 10 Stunden Ziehzeit Pflicht sind
Wir vermischen die entkernten Kirschen mit 500 g Zucker und lassen die Mischung mindestens 10 Stunden (besser über Nacht) zugedeckt im Kühlschrank stehen. Der Zucker zieht durch Osmose den Saft aus den Kirschen, ohne dass wir Wasser zugeben müssten. Das Ergebnis: ein hochkonzentrierter, klarer Sirup ohne wässrigen Beigeschmack.
Bei zaubertopf und im Cookidoo wird oft zusätzlich Wasser zugegeben, was den Sirup streckt, aber die Geschmacksdichte halbiert. Wir bleiben bei der reinen Methode: 1 kg Kirschen, 500 g Zucker, 1 EL Zitronensaft, kein Wasser. Wer einen flüssigeren Sirup will, verdünnt erst beim Servieren.
Köcheln, abseihen, abfüllen
Nach der Ziehzeit pürieren wir kurz 5 Sekunden auf Stufe 5 und erhitzen 15 Min bei 100 °C auf Stufe 1. Der Zitronensaft (1 EL) stabilisiert die Farbe und sorgt für Pektin-Vernetzung. Anschließend gießen wir durch ein feines Sieb mit Mulltuch ab. Wer einen kristallklaren Sirup will, lässt das Tuch über Nacht ohne Druck abtropfen. Wer drückt, bekommt mehr Ausbeute, aber trüberen Sirup.
Die Flaschen sterilisieren wir im Backofen bei 120 °C für 15 Min, Verschlüsse 5 Min in kochendem Wasser. Heiß füllen, sofort verschließen, kurz auf den Kopf stellen für 5 Min, dann abkühlen lassen. Korrekt verarbeitet ist der Sirup ungeöffnet 12 Monate haltbar.
Fünf Sirup-Variationen aus unserer Küche
Vanille-Kirsch-Sirup (1 Vanilleschote mitkochen), Kirsch-Zimt-Sirup (1 Stange Zimt + 3 Nelken), Schwarzwald-Sirup (50 ml Kirschwasser nach dem Abseihen einrühren), Sauerkirsch-Pur (nur Schattenmorellen, 600 g Zucker wegen mehr Säure), Kirsch-Holunder (200 g Holunderbeeren mitkochen).
Was zum Kirsch-Sirup passt
Der Sirup ergänzt unsere Heißen Kirschen als Topping-Variante, passt zum Kirschlikör als alkoholfreie Alternative und veredelt unser Kirschkompott als Süßungs-Boost. Mehr Sommer-Klassiker in unserer Kirschrezepte-Sammlung.
Mit Steinen kochen für die Marzipan-Note
Wer den Sirup einen Schritt weiter treiben will, kocht 10 bis 15 ganze Kirschen mitsamt Steinen mit. Die Steine geben beim Erhitzen feine Benzaldehyd-Spuren ab, das ist der natürliche Marzipan-Ton, den wir auch aus Persipan und Amaretto kennen. Wichtig: nur intakte Steine mitkochen (nicht knacken), und nach dem Abseihen restlos entfernen. So bleibt die enthaltene Blausäure unbedenklich, da sie in derart kleinen Mengen beim Kochen entweicht und durch das Sieb zurückgehalten wird.
Wir nutzen für die Säure 1 EL Zitronensaft statt reiner Zitronensäure (wie bei Cookidoo oder Rezeptwelt mit 20 g). Saft schmeckt runder, Pulver wirkt scharf. Beide stabilisieren die rote Farbe der Anthocyane gleich gut. Den fertigen Sirup giessen wir 1:5 mit Sprudel auf für Schorle, 30 ml in Sekt für Kir-Royal-Stil, oder als Basis für Kirsch-Likör mit 200 ml Wodka pro 500 ml Sirup.
Welche Kirschen?
Süßkirschen (Burlat, Kordia) für mild + dunkelrot. Sauerkirschen (Schattenmorelle) für Säure + Cocktail-Tauglichkeit. Mix 70:30 Süß:Sauer optimal. TK ganzjährig + intensiver (Zellwände aufgebrochen). 1 kg ergibt 2 Flaschen à 500 ml.
Warum 10 Stunden ziehen lassen?
Osmose: Zucker zieht Saft aus den Kirschen, ohne Wasserzugabe. Hochkonzentrierter, klarer Sirup. Zaubertopf + Cookidoo arbeiten oft mit Wasser, was den Sirup streckt. Wir bleiben bei pur: 1 kg Kirschen + 500 g Zucker + 1 EL Zitronensaft.
Warum Zitronensaft?
1 EL stabilisiert die Farbe (Anthocyane bleiben dunkelrot statt braun), liefert Pektin-Vernetzung für leichte Dickflüssigkeit und balanciert die Süße. Ohne Zitrone wirkt der Sirup pappig + schmeckt flach.
Wie steril abfüllen?
Flaschen im Backofen 120 °C für 15 Min, Verschlüsse 5 Min in kochendem Wasser. Heiß füllen, sofort verschließen, 5 Min auf den Kopf stellen. Korrekt: 12 Monate haltbar ungeöffnet, im Kühlschrank 3 Monate nach Öffnen.
Welche Variationen?
Vanille-Kirsch (1 Vanilleschote), Zimt-Nelke (1 Stange + 3 Nelken), Schwarzwald-Sirup (50 ml Kirschwasser nach Abseihen), Sauerkirsch-Pur (600 g Zucker bei reinen Sauerkirschen), Kirsch-Holunder (200 g Holunderbeeren mitkochen).
Wozu Kirsch-Sirup?
Schorle (1:5 mit Sprudel), Cocktails (Kirsch-Hugo mit Prosecco + Minze, Cherry-Mojito), Topping für Vanilleeis oder Pfannkuchen, Süße für Quark + Joghurt, Basis für Kirsch-Likör (mit Wodka). 30 ml pro Glas reichen.
Wie lange haltbar?
Steril abgefüllt + ungeöffnet: 12 Monate kühl + dunkel. Geöffnet im Kühlschrank 3 Monate. Bei Schimmel oder Gärung sofort wegwerfen. Eingefroren in Eiswürfelformen 6 Monate (perfekte Cocktail-Portionen).
Kirsch-Sirup aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 4 ✓
- 1000 g Kirschen
- 500 g Wasser
- 500 g Rohrohrzucker
- 1 Zitrone
Anleitung 0 / 7
-
1
-
2
Kirschen pürieren.
Entsteinte Kirschen mit Wasser und Rohrzucker in den Mixtopf geben und 20 Sekunden/Stufe 8 pürieren.
- 500 g Wasser
- 500 g Rohrohrzucker
-
3
Sirup köcheln.
Sirupmasse 18 Minuten/90 °C/Stufe 1 erhitzen.
-
4
ziehen lassen.
Sirupmasse in ein luftdicht verschlossenes Gefäß geben und 10 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
-
5
sieben.
Sirupmasse durch ein feines Sieb sieben, in den Mixtopf geben, Zitrone auspressen und Saft zugeben und 10 Minuten/100 °C/Stufe 1 kochen.
- 1 Zitrone
-
6
Flaschen sterilisieren.
Inzwischen Flaschen sterilisieren.
-
7
Sirup abfüllen.
Sirup noch heiß in die sterilisierten Flaschen abfüllen, verschließen, abkühlen lassen und kühl und dunkel lagern.
Tipps: Der Sirup nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Wochen verbrauchen.
Für ein feines Kirschgetränk mixt du diesen Sirup 1:4 mit Sprudelwasser.
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