Paradiescreme im Teig klingt nach Notlösung, ist aber genau der Grund, warum dieser Kuchen so saftig wird. Wir backen ihn seit Jahren mit der Sorte weiße Schokolade und haben festgestellt: das Pulver ersetzt hier keinen Pudding und keine Creme, es arbeitet als Aroma- und Bindungs-Booster im Rührteig.

Bei uns steht der Kuchen oft auf dem Tisch, wenn am Nachmittag noch Besuch kommt und wir keine Zeit haben, einen Boden vorzubacken und kalt werden zu lassen. 15 Minuten Vorbereitung im Thermomix®, 55 bis 60 Minuten im Ofen, fertig. Genau so steht es auch in unserem Rezept.
Warum das Pulver hier im Teig steckt, nicht obendrauf
Die meisten kennen Paradiescreme als Schicht auf einem Boden: Pulver mit kalter Milch im Schmetterling 30 Sekunden auf Stufe 4 aufschlagen, auf den fertigen Boden geben, Frucht-Topping drauf, kühl stellen. Diese Variante kennen wir auch und backen sie gelegentlich. Hier machen wir aber etwas anderes.
Wir mischen 2 Päckchen Paradiescreme Pulver direkt mit 150 g Mehl, 100 g Speisestärke und 1 Päckchen Backpulver. Das Pulver enthält Stärke, Zucker und Aromen. Im Teig bindet die Stärke zusätzliche Flüssigkeit, das Aroma zieht beim Backen durch den ganzen Kuchen, und der enthaltene Zucker hilft beim Bräunen der Kruste. Das ist der Grund, warum der Kuchen so saftig aus der Form kommt und nicht nach drei Stunden trocken wird.
Wir nehmen die Sorte weiße Schokolade als Standard. Vanille funktioniert genauso, Schoko gibt einen dunkleren Teig mit deutlicherem Kakao-Akzent, Sahne-Karamell schmeckt nach Bonbon. Mit der Sorte Zitrone landet ihr eher bei unserem schnellen Zitronenkuchen, das ist dann ein eigener Charakter.
Eier schaumig schlagen ist der wichtigste Schritt

Im Thermomix® setzen wir den Rühraufsatz ein, geben die 5 Eier in den Mixtopf und stellen 4 Minuten/Stufe 4. Während der ersten Minute lassen wir 180 g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker langsam durch den Mixtopfdeckel einrieseln. Vier Minuten klingen lang, sind aber nötig: nur dann werden die Eier wirklich schaumig und tragen den schweren Teig später im Ofen. Wer hier abkürzt, bekommt einen flachen Kuchen.
Während die Eier laufen, heizen wir den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor und fetten die Gugelhupfform ein. 1 EL Paniermehl in die Form, einmal ringsum klopfen, überschüssiges abklopfen. Das ist unsere Versicherung gegen festgebackene Stellen am Rand. Wir machen das immer, auch bei guten Silikon- und Antihaft-Formen.
Dann kommt der Rühraufsatz raus. Die trockene Mischung aus Mehl, Speisestärke, Paradiescreme-Pulver und Backpulver wandert in den Mixtopf, dazu 200 g Sonnenblumenöl und 250 g Milch. 1 Minute/Stufe 4 reicht. Nicht länger, der Eischaum soll nicht zerschlagen werden. Wir geben die 50 g gehackte weiße Schokolade aus dem ersten Schritt erst zum Schluss kurz unter, damit die Stückchen erhalten bleiben.
Wo der Paradiescreme-Kuchen zusammenfällt oder trocken wird
Stäbchenprobe zu früh gemacht
Der Teig ist relativ hoch, wir backen 55 bis 60 Minuten. Wer schon nach 45 Minuten den Backofen öffnet und den Kuchen mit dem Stab ansticht, bekommt klebrigen Teig am Stab und ein Loch im Kuchen. Unsere Lösung: erst nach 50 Minuten prüfen, vorher höchstens durch die Glastür schauen. Wenn der Kuchen oben goldbraun ist und sich der Rand leicht von der Form löst, ist er fast fertig.
Glasur direkt auf den heißen Kuchen gegossen
Wir haben das früher gemacht und es läuft jedes Mal schief: die Schoko-Glasur wird matt, zieht keine Schicht, und beim Anschneiden bleibt sie an der Klinge kleben. Unsere Lösung: Kuchen aus der Form auf ein Gitter stürzen und mindestens 20 Minuten abkühlen lassen, bevor die 200 g Schokoladenguss drüberkommen. Bei Zimmertemperatur stockt die Glasur zu einer glänzenden Decke.
Pulver-Sorten gemischt
Wer aus zwei angebrochenen Päckchen die Sorten mischt, etwa weiße Schokolade plus Sahne-Karamell, bekommt einen unklaren Geschmack, weder das eine noch das andere. Unsere Lösung: immer 2 Päckchen der gleichen Sorte. Das Aroma trägt den ganzen Kuchen, und das funktioniert nur sortenrein.
Varianten, die bei uns funktionieren

Schoko-Variante: 2 Päckchen Paradiescreme Schoko statt weiße Schokolade. Den Teig dann mit dunkler Kuvertüre überziehen, das ergibt einen sehr schokoladigen Kuchen, fast wie ein Marmorkuchen ohne den hellen Teig.
Vanille mit Beeren: 2 Päckchen Paradiescreme Vanille im Teig, in den letzten 5 Minuten 100 g Tiefkühl-Himbeeren mit etwas Mehl bestäubt unterheben. Die Himbeeren sinken nicht ab und geben dem Kuchen rote Punkte.
Nougat für den Winter: Sorte Nougat, dazu eine Handvoll gehackte Haselnüsse in den Teig. Mit Vollmilch-Kuvertüre und Haselnuss-Krokant on top wird daraus ein Kuchen, der zwischen Oktober und März unser Standard ist.
Ohne Glasur, mit Puderzucker: Wer es weniger süß mag, lässt den Schokoladenguss weg und bestäubt den Kuchen einfach mit Puderzucker. Das Pulver im Teig liefert genug Süße und Aroma.
Kaffee, Espresso oder fruchtige Beeren-Sahne
Wir servieren den Kuchen meist pur zum Kaffee. Wer mehr Aufwand betreiben möchte, stellt eine kleine Schale Vanillesoße oder einen Klecks halbsteif geschlagene Sahne dazu. An warmen Tagen passt eine Kugel selbstgemachtes Erdbeereis oder unser Vanilleeis daneben. Für den Geburtstagstisch kombinieren wir den Paradiescreme Kuchen gerne mit dem Eierlikör Kuchen oder einem klassischen Zitronenkuchen.
Wer einen klassischen Schichtkuchen mit Boden und kalter Creme sucht, wird beim Breslauer Schoko-Vanille-Kuchen fündig. Da bauen wir tatsächlich Boden plus Pudding-Creme übereinander, und das Verfahren ist ein anderes.
3 Tage Kühlschrank, eingefroren 1 Monat
Bei Zimmertemperatur unter einer Kuchenglocke hält sich der Kuchen 3 bis 4 Tage. Er bleibt durch die Stärke aus dem Pulver erstaunlich saftig, andere Rührkuchen sind nach zwei Tagen meist trocken. Im Kühlschrank verlieren Schoko-Glasur und Krume etwas an Geschmack, daher lieber kühl, aber nicht im Kühlschrank lagern.
Einfrieren funktioniert gut, am besten ohne Glasur in Stücke geschnitten. Der Kuchen taut bei Zimmertemperatur in 1 bis 2 Stunden auf. Glasur erst nach dem Auftauen drauf, sonst wird die Schokoladen-Schicht beim Auftauen fleckig. So haben wir immer ein paar Stücke für überraschenden Besuch im Tiefkühler.
Den Schokoladenguss kaufen wir oft fertig. Wer ihn selber macht, schmilzt 200 g Zartbitterkuvertüre mit einem Stückchen Butter 3 Minuten/50 Grad/Stufe 2 im sauberen Mixtopf. Das ergibt eine glatte, glänzende Glasur ohne Wasserbad und ohne dass etwas anbrennt.
Was Mitbewerber anders machen
Die meisten Rezepte für Paradiescreme-Kuchen aus dem Thermomix® setzen auf eine 22er Gugelhupfform und ruehren das Puddingpulver einfach in einen Standard-Ruehrteig. Löffelbiskuit-Boden, Fruchtschicht oder eine zusaetzliche Sahneschicht sucht man dort vergeblich, der Kuchen wird nach dem Stürzen meist nur mit Schokoglasur oder Puderzucker abgeschlossen. Wir gehen einen Schritt weiter und erklaeren, warum 2 Paeckchen Pulver mit Mehl und Speisestaerke im Teig die Krume saftiger halten als jedes Puddingtopping, wann sich Sorten wie Vanille, Schoko oder Nougat lohnen und warum die Glasur erst auf den ausgekuehlten Kuchen darf.
Paradiescreme Kuchen aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 13 ✓
- 50 g weiße Schokolade
- 5 Ei
- 180 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 10 g Butter
- 1 EL Paniermehl
- 150 g Mehl
- 100 g Speisestärke
- 2 Päckchen Paradiescreme Pulver "Weiße Schokolade"
- 1 Päckchen Backpulver
- 200 g Sonnenblumenöl
- 250 g Milch
- 200 g Schokoladenguss
Anleitung 0 / 7
-
1
Schokolade hacken.
Weiße Schokolade in den Mixtopf geben, 4 Sekunden/Stufe 7 hacken und beiseite geben.
- 50 g weiße Schokolade
-
2
Eier schaumig schlagen.
Rühraufsatz in den Mixtopf einsetzen, Eier in den Mixtopf geben. Thermomix auf 4 Minuten/Stufe 4 stellen und Zucker und Vanillezucker durch den Mixtopfdeckel einrieseln lassen.
- 5 Ei
- 180 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
-
3
Ofen vorheizen.
Inzwischen Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Gugelhupfform einfetten und mit Paniermehl ausstreuen.
- 10 g Butter
- 1 EL Paniermehl
-
4
Teig mischen.
Rühraufsatz entfernen. Mehl mit Speisestärke, Paradiescremepulver und Backpulver mischen. Mischung mit Öl und Milch in den Mixtopf geben und 1 Minute/Stufe 4 mischen.
- 100 g Speisestärke
- 2 Päckchen Paradiescreme Pulver "Weiße Schokolade"
- 1 Päckchen Backpulver
- 200 g Sonnenblumenöl
- 250 g Milch
- 150 g Mehl
-
5
Kuchen backen.
Teig in Gugelhupfform füllen und auf der mittleren Schiene des Backofens 55 – 60 Minuten backen. Mixtopf ausspülen. Stäbchenprobe machen, wenn nichts mehr am Stäbchen klebt, ist der Kuchen fertig.
-
6
Glasur vorbereiten.
Kuchen kurz auskühlen lassen. Inzwischen Schokoladenglasur nach Rezept aus dem Blog zubereiten, oder fertig gekaufte nach Packungsanweisung schmelzen. Kuchen auf eine Kuchenplatte stürzen, und mit Schokoladenguss bestreichen. Gehackte weiße Schokolade darüber streuen.
- 200 g Schokoladenguss
-
7
Kuchen genießen.
Kuchen servieren, wenn der Schokoladenguss trocken ist.
Tipp: Du kannst auch andere Sorten Paradiescreme verwenden. Uns schmeckt der Kuchen mit der Sorte „Weiße Schokolade“ am besten.
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Nährwerte pro Portion
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