Currywurst Topf ist bei uns das Rezept für die Tage, an denen wir Currywurst-Hunger haben, aber keine Lust auf separate Pommes, separate Soße und drei dreckige Pfannen. Im Thermomix kochen wir die Curry-Tomaten-Soße direkt im Mixtopf und ziehen die Bockwurst-Scheiben am Ende rein. Ein Topf, eine Pfanne, zwanzig Minuten.
Wir haben den Topf zum ersten Mal gemacht, weil unser Sohn nach einem langen Tag in der Schule „irgendwas mit Currywurst“ wollte und wir keine Lust auf den klassischen Aufbau hatten: Wurst braten, Pommes frittieren, Currysoße extra. Das geht in einem Rutsch, schmeckt nach Currywurst und passt zu Reis, Kartoffeln oder einfach Brot. Inzwischen kochen wir das Rezept zwei oder drei Mal im Monat, oft als Resteverwerter für angebrochene Bockwurst-Packungen aus dem Kühlschrank.
Warum Currypulver erst nach dem Tomatenmark in den Topf gehört
Der wichtigste Schritt im ganzen Rezept steht in Schritt 4: Curry und Tomatenmark zusammen 1 Minute auf Varoma-Stufe 1 erhitzen, ohne Messbecher. Das ist keine Spielerei, sondern der Punkt, an dem das Rezept entweder nach echter Currywurst-Soße schmeckt oder nach lascher Tomatensuppe mit Curry-Pulver-Aroma obendrauf.
Currypulver ist eine Mischung aus Kurkuma, Koriander, Bockshornklee, Kreuzkümmel, Pfeffer und je nach Marke noch Ingwer, Senfsaat und Chili. Diese Aromen sind in ätherischen Ölen gespeichert. Die wachen erst auf, wenn das Pulver in heißes Fett kommt. Wir braten das Currypulver aber nicht direkt in Öl an, weil es dann sofort verbrennt und bitter wird. Tomatenmark ist die perfekte Brücke: Es enthält eigene Öle, hat aber gleichzeitig Säure und Wasser, die das Curry vor dem Verbrennen schützen. Eine Minute reicht. Danach ist das Aroma offen, das Tomatenmark hat seine rohe Note verloren und schmeckt süßlich-konzentriert. Erst dann kippen wir die gehackten Tomaten, den Apfelsaft und den Rest dazu.
Wer den Schritt überspringt und alles auf einmal in den Mixtopf gibt, bekommt eine Soße, die zwar rot ist und Curry enthält, aber flach schmeckt. Die fünf Minuten Kochzeit am Ende reichen nicht, um den Rohgeschmack vom Tomatenmark zu nehmen oder das Curry zu öffnen.
Bockwurst extra in der Pfanne, nicht im Mixtopf
Die 400 g Bockwurst landen im Originalrezept als geschnittene Scheiben in der beschichteten Pfanne, nicht im Mixtopf. Das hat zwei Gründe, die im Alltag wichtig sind. Erstens: Bockwurst ist bereits gegart. Wir müssen sie nicht mitkochen, wir wollen sie nur warm und an den Schnittflächen leicht angebraten haben. Zwei Minuten in der Pfanne, mehr nicht.
Zweitens: Wenn die Bockwurst im Mixtopf mitkochen würde, gäbe der Linkslauf trotz Schonprogramm Mikro-Druck auf die Wurstscheiben und die Soße würde würstchen-trübe und fettig. Beim Anbraten in der Pfanne bleibt das Wurstfett dort, die Soße bleibt sauber. Wir geben die Wurst-Scheiben erst ganz am Ende dazu und mischen sie 10 Sekunden auf Linkslauf-Stufe 1 unter, das reicht, damit alles durchgewärmt ist. Wer keinen Bock auf eine zweite Pfanne hat, kann die Wurstscheiben im Varoma-Aufsatz mitdämpfen, während die Soße kocht. Dann wird sie nicht angebraten, aber der Topf bleibt der einzige.
Wie scharf wir die Soße ziehen, ohne dass Kinder ausspucken
Die getrocknete Chilischote im Rezept ist als Würze gedacht, nicht als Hauptgeschmack. Wir zerkleinern sie mit den Zwiebeln in fünf Sekunden auf Stufe 5. Dadurch verteilt sich die Schärfe gleichmäßig. Bei kleinen, getrockneten Chilis (Pul Biber, Bird’s Eye, getrocknete Pfefferonen) reicht eine halbe oder sogar nur ein Drittel, wenn Kinder mitessen. Wer es schärfer mag, gibt eine ganze rein und schneidet zusätzlich noch eine frische Chili dazu.
Die drei TL Zucker im Rezept sind nicht zum Süßmachen da, sondern um die Säure aus den Dosentomaten und dem Apfelessig auszubalancieren. Ohne den Zucker schmeckt die Soße spitz und sauer, mit Zucker rund und currywurstig. Wir nehmen normalen Haushaltszucker, kein brauner Zucker, weil der zu sehr in die Karamell-Richtung geht und die Curry-Note überlagert.
Welches Currypulver wirklich einen Unterschied macht
Die zwei TL Curry sind die Stellschraube, an der das Rezept steht oder fällt. Das Standard-Currypulver aus dem Supermarkt-Glas funktioniert, schmeckt aber oft nach Kurkuma plus etwas Pfeffer und sonst nichts. Wir haben über die Jahre verschiedene Sorten ausprobiert und sind bei „Curry Madras“ hängen geblieben, weil der mehr Koriander und Bockshornklee enthält und die Soße damit näher an dem klassischen „Currybude-Geschmack“ liegt.
Was auch funktioniert: ein Esslöffel selbstgemachte Curry-Datteldip-Mischung oder eine Mischung aus einem TL milden und einem TL scharfen Currypulver. Wer das Rezept öfter macht, lohnt sich der Schritt zur besseren Pulverqualität. Geöffnete Currypulver-Gläser sind nach acht Wochen aromatisch deutlich abgebaut, deshalb kaufen wir lieber kleine Gläser und ersetzen sie regelmäßig.
Apfelsaft statt Wasser ist kein Spleen
Die 200 g Apfelsaft sind im Rezept bewusst gewählt, nicht Wasser, nicht Brühe. Apfelsaft bringt Fruchtsäure und Restsüße gleichzeitig in die Soße. Das ist genau die Komponente, die im Imbiss-Currywurst-Geschmack steckt, ohne dass man sie auf Anhieb identifiziert. Wir nehmen klaren Apfelsaft aus dem Tetrapak, naturtrüb funktioniert genauso, schmeckt aber etwas runder.
Wer keinen Apfelsaft im Haus hat, ersetzt ihn durch 200 g Wasser plus einen halben Esslöffel Aprikosenkonfitüre oder einen Teelöffel Honig. Das ist nicht ganz das Gleiche, kommt aber nah genug ran. Mit reinem Wasser schmeckt die Soße wie eine etwas labbrige Tomatensauce mit Curry, da fehlt klar etwas.
Was passiert, wenn die Soße zu dünn oder zu dick wird
Wir haben den Topf in beide Richtungen daneben gehabt. Zu dünn passiert, wenn die Dosentomaten besonders flüssig sind oder der Apfelsaft zusätzlich verdünnt. Lösung: Die Soße offen weiter kochen, eine Minute mehr auf 100 Grad Stufe 1 ohne Messbecher. Zwei bis drei Minuten reichen meistens, dann ist die Soße so dick, dass sie an einem Reisbett haftet, aber nicht klumpt. Notfalls einen halben Teelöffel Tomatenmark nachziehen.
Zu dick wird sie, wenn das Tomatenmark in Schritt 4 zu lange auf Varoma steht und Wasser verdampft, oder wenn das Currypulver gehäuft statt gestrichen abgemessen wurde. Lösung: einen Schluck Apfelsaft oder Wasser dazu und 30 Sekunden bei Stufe 1 unterrühren. Wir wollen die Konsistenz von dickflüssigem Ketchup, nicht die einer Tomatensuppe und nicht die einer Tomatenpaste.
Reis, Kartoffeln, Brot oder Pommes als Beilage
Bei uns landet der Currywurst Topf am häufigsten auf Basmati-Reis aus dem Thermomix, weil wir den parallel zur Soße im Varoma dämpfen können. Das ist die Variante, in der wirklich nur ein Gerät läuft und wir nichts wegspülen außer den Mixtopf, das Schneidebrett und die kleine Pfanne für die Wurst. Reis kochen, Wurst anbraten, Soße drüber, fertig.
Wenn wir den Topf eher als Eintopf-Variante essen, geben wir noch zwei mehlig kochende Kartoffeln in 1-cm-Würfeln zur Soße, sobald die gehackten Tomaten reinkommen, und kochen dann statt fünf Minuten zwölf Minuten auf 100 Grad Linkslauf Stufe 1. Die Kartoffeln werden gar und binden die Soße zusätzlich. Wer mag, schneidet noch eine grobe Karotte oder eine halbe Paprika dazu, dann ist der Topf vom reinen Soßen-Charakter weg und ein richtiger Eintopf. Pommes aus dem Backofen passen am Wochenende, gerade für Kinder, dann tunken wir die Pommes in die Soße und essen die Wurstscheiben mit der Gabel dazu.
Vom Geschmack her landet der Topf irgendwo zwischen klassischer Currywurst und einem milden Tomaten-Curry-Eintopf. Er ersetzt die Imbiss-Currywurst nicht eins zu eins, weil dort die Wurst direkt unter der Soße liegt und das Brett-Aroma reinbringt. Im Topf ist die Soße das Hauptelement und die Wurst der Eiweiß-Träger. Das ist eine eigenständige Variante, kein schlechter Ersatz.
Reste am nächsten Tag und einfrieren
Der Topf schmeckt am zweiten Tag besser als frisch. Die Curry-Aromen sind über Nacht im Kühlschrank weiter in die Soße gezogen, die Bockwurst hat etwas Salz abgegeben und die Soße wirkt runder. Wir machen öfter eine doppelte Portion und essen den Rest am nächsten Mittag aufgewärmt mit Brot. Im Kühlschrank hält der Topf gut drei Tage in einer verschlossenen Glasdose.
Einfrieren funktioniert eingeschränkt. Die Soße selbst friert problemlos ein und behält nach dem Auftauen ihren Geschmack. Die Bockwurst-Scheiben werden allerdings gummig, weil das Wurstfleisch beim Einfrieren Wasser zieht. Wenn wir wissen, dass eine Portion ins Tiefkühlfach soll, kochen wir die Soße ohne Wurst und frieren nur die Soße ein. Die Bockwurst kommt frisch dazu, wenn wir die Portion auftauen. Aufwärmen geht direkt im Topf bei mittlerer Hitze unter Rühren, im Mixtopf reichen vier Minuten 80 Grad Stufe 1.
Lust auf mehr Currywurst-Varianten? Wir haben das original Thermomix Currywurst-Rezept mit Soße zur klassischen Bratwurst und einen passenden Curryrisotto mit Apfel für alle, die das Curry-Apfel-Thema lieben. Wer noch Curry-Sehnsucht hat, findet beim Curry-Datteldip eine süßliche Curry-Soße zum Knabbergemüse.

Was unseren Topf von anderen Currywurst-Eintöpfen unterscheidet
Andere Thermomix®-Versionen mischen Bockwurst, Geflügelwiener und Champignons in einen Eintopf mit Pflaumensaft, oder bauen einen Auflauf mit Käse drüber. Bei uns bleibt die Soße der Star und die Bockwurst kommt extra rein, damit das Fett der Wurst die Soße nicht trübt. Apfelsaft statt Pflaumensaft, weil die Fruchtsüße näher am echten Imbiss-Geschmack liegt und nicht so dominant einzelne Aromen reinbringt. Das Curry rösten wir gezielt mit dem Tomatenmark an, bevor die Flüssigkeit dazukommt, das macht den Unterschied zwischen flacher Tomatensoße und echter Currywurst-Soße aus.
Currywurst Topf aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 13 ✓
- 2 Zwiebel
- 1 Chilischote getrocknet
- 20 g Rapsöl
- 400 g Bockwurst
- 2 TL Curry
- 2 EL Tomatenmark
- 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
- 200 g Apfelsaft
- 1 EL Apfelessig
- 1 TL Gemüsebrühpulver
- 3 TL Zucker
- 1 TL Salz
- 1/2 TL Pfeffer frisch gemahlen
Anleitung 0 / 6
-
1
Zwiebeln und Chili zerkleinern.
Zwiebeln abziehen, halbieren, mit Chilischote in den Mixtopf geben, 5 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
- 2 Zwiebel
- 1 Chilischote
-
2
Andünsten.
Öl in den Mixtopf geben und 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 dünsten.
- 20 g Rapsöl
-
3
Wurst schneiden.
Inzwischen Wurst in Scheiben schneiden und in der Pfanne anbraten.
- 400 g Bockwurst
-
4
Currygrundstock erhitzen.
Curry und Tomatenmark in den Mixtopf geben und 1 Minute/Varoma/Stufe 1 ohne Messbecher erhitzen.
- 2 TL Curry
- 2 EL Tomatenmark
-
5
Kochen.
Gehackte Tomaten, Apfelsaft, Essig, Brühe–Pulver, Zucker, Salz und Pfeffer in den Mixtopf geben und 5 Minuten/100 °C/Linkslauf/Stufe 1 kochen.
- 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
- 200 g Apfelsaft
- 1 EL Apfelessig
- 1 TL Gemüsebrühpulver
- 3 TL Zucker
- 1 TL Salz
- 1/2 TL Pfeffer
-
6
Wurst zugeben.
Wurst in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Linkslauf/Stufe 1 mischen.
Tipp: Wer es nicht so scharf möchte, sollte auf die Chilischote verzichten oder nur einen Teil davon verwenden.
Am besten schmeckt dazu Reis und ein frischer Salat, aber auch Pommes passen super dazu.
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