Wir kochen dieses Curry seit Jahren regelmäßig, weil es zwei Probleme auf einmal löst: sättigen ohne Reis und trotzdem cremig-exotisch schmecken. Der Halloumi macht den Unterschied. 250 g Käse auf 2 Portionen liefern 33 g Eiweiß pro Teller, das hält bis zum Abend. Die Kokosmilch bindet die Currypaste zu einer Sauce, die nicht wässrig wird. 35 Minuten von Anfang bis fertig.
Warum Halloumi statt Hühnchen oder Tofu
Halloumi ist ein zypriotischer Grillkäse aus Schafs- und Ziegenmilch mit Kuhmilch-Anteil. Er schmilzt nicht beim Braten, sondern bekommt eine goldbraune Kruste und bleibt innen fest. Das ist der Grund, warum er ins Curry gehört: Du kannst ihn parallel zum Thermomix-Kochvorgang in der Pfanne anbraten, ohne dass er zerfällt. Hühnchen müsstest du vorher würfeln und separat garen, Tofu saugt die Sauce auf und wird matschig. Halloumi behält seine Struktur, knirscht leicht beim Beißen und gibt Salz ab, das die Currypaste ausbalanciert.
Der Salzgehalt liegt bei 2 bis 3 %, deshalb hält sich der Käse gekühlt bis zu einem Jahr. Wir verwenden meistens den Block von Lidl oder Aldi, der kostet etwa 2 Euro pro 200-g-Packung. Für 2 Portionen Curry brauchst du 250 g, das sind etwa 1,25 Packungen. Vor dem Braten schneiden wir den Halloumi in 1 cm dicke Scheiben. Ohne Fett in die beschichtete Pfanne, mittlere Hitze, 2 bis 3 Minuten pro Seite. Die Scheiben bekommen Röstaromen, die nach dem Anrichten ins Curry übergehen.

Gemüse-Reihenfolge: erst Aromaten, dann Würzgemüse, zuletzt Sauce
Das Rezept baut sich in drei Schichten auf. Zuerst werden Knoblauch und Schalotte in 10 g Olivenöl bei 120 °C für 2 Minuten angedünstet. Das entwickelt die Aromagrundlage. Dann kommen Frühlingszwiebeln, Paprika und Karotten dazu, weitere 3 Minuten bei 120 °C. Das Gemüse bleibt bissfest, gibt aber Feuchtigkeit ab. Erst danach wird die Kokosmilch mit Currypaste zugegeben und 15 Minuten bei 90 °C erhitzt.
Wenn du die Kokosmilch zu früh zugibst, verdünnt sie die Aromaten und das Gemüse dünstet nicht richtig. Wenn du das Gemüse zu lange mitkochen lässt, wird es matschig. Die 3 Minuten bei 120 °C sind das Zeitfenster, in dem Paprika und Karotten Süße entwickeln, ohne zu zerfallen. Linkslauf ist Pflicht ab dem Moment, wo die Kokosmilch im Mixtopf ist. Sonst zerhackt der Thermomix® das Gemüse und die Sauce wird breiig.

Currypaste dosieren, nicht improvisieren
1 TL Currypaste auf 250 g Kokosmilch ist die Basis. Welche Paste du nimmst, entscheidet über Schärfe und Charakter. Rote Currypaste ist mittelscharf, gelbe mild, grüne scharf. Wir verwenden meistens die rote Paste von Thai Kitchen oder Cock Brand, die gibt es in Asia-Läden oder online. Wenn du nur Currypulver hast, funktioniert das Rezept nicht gleich gut, weil Currypaste neben Gewürzen auch Zitronengras, Galgant und Shrimps-Paste enthält. Das sind die Komponenten, die das Curry komplex machen.
Falls du das Curry schärfer magst, erhöhe die Paste auf 1,5 TL. Mehr als 2 TL übertönen die Kokosmilch. Wenn du Kinder mitkochst, reduziere auf 1/2 TL und nimm gelbe Paste. Die Säure der Currypaste reagiert mit der Kokosmilch und bildet eine emulgierte Sauce, die nicht ausflockt. Deshalb ist die Reihenfolge wichtig: erst Gemüse garen, dann Paste und Kokosmilch zugeben, dann nur noch erhitzen bei 90 °C, nicht weiter kochen.

Sprossen als Finish, nicht als Deko
100 g frische Sprossen geben dem Curry Biss und Frische. Wir verwenden meistens Mungobohnen-Sprossen oder Alfalfa, die gibt es abgepackt im Kühlregal. Die Sprossen werden erst beim Anrichten über das Curry gestreut, nicht mitgekocht. Wenn du sie mitkochst, werden sie matschig und verlieren ihre Textur. Das Curry ist cremig und weich, die Sprossen bringen Kontrast.
Falls du keine Sprossen magst oder bekommst, ersetze sie durch frischen Koriander oder Thai-Basilikum. Auch die werden erst auf dem Teller verteilt. Eine Alternative sind geröstete Cashewkerne, die geben Crunch und Fett. Pro Portion etwa 20 g, in der Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften.

Low Carb ohne Reis funktioniert nur mit Eiweiß-Masse
Das Curry hat pro Portion 23 g Kohlenhydrate, das meiste davon kommt aus dem Gemüse und der Kokosmilch. Ohne Reis ist das eine Low-Carb-Mahlzeit. Aber nur, wenn du genug Eiweiß einbaust, sonst hast du nach 2 Stunden wieder Hunger. 250 g Halloumi liefern 60 g Eiweiß gesamt, das sind 30 g pro Portion. Zusammen mit der Kokosmilch und den Sprossen landest du bei etwa 33 g Eiweiß pro Teller.
Wenn du das Curry mit Reis servierst, wird es kein Low-Carb-Gericht mehr. 100 g gekochter Reis bringen etwa 28 g Kohlenhydrate dazu, dann landest du bei über 50 g pro Portion. Das ist nicht schlecht, aber es ist keine Low-Carb-Mahlzeit mehr. Wir essen das Curry meistens ohne Reis, nur mit den Sprossen und dem Halloumi. Das sättigt bis zum Abend, ohne schwer im Magen zu liegen.
Kokosmilch kaufen: Fettgehalt zählt
Nimm Kokosmilch mit mindestens 60 % Kokosanteil, nicht die Light-Variante mit 30 %. Die fettreduzierte Version flockt beim Erhitzen aus und wird wässrig. Wir verwenden meistens die Dose von Aroy-D oder Chaokoh, die kosten etwa 1,50 Euro pro 400-ml-Dose. Für das Rezept brauchst du 250 g, das ist etwas mehr als die Hälfte einer Dose. Den Rest kannst du in einem Schraubglas im Kühlschrank 3 bis 4 Tage aufbewahren oder einfrieren.
Dazu passt: Naan-Brot.
Wenn die Kokosmilch in der Dose oben fest geworden ist, ist das kein Zeichen für schlechte Qualität. Das Kokosfett erstarrt bei unter 25 °C. Vor dem Öffnen die Dose kurz in warmes Wasser stellen oder schütteln, dann wird die Milch wieder flüssig. Alternativ gibst du die feste Masse direkt in den Thermomix® und lässt sie bei 90 °C schmelzen.
Curry mit Kokosmilch und Halloumi
Zutaten 0 / 12 ✓
- 50 g Frühlingszwiebel weiße Anteile
- 1 rote Paprikaschote
- 150 g Karotte
- 2 Knoblauchzehe
- 1 Schalotte
- 10 g Olivenöl
- 250 g Kokosmilch
- 1 TL Currypaste
- 1/2 TL Salz
- ¼ TL schwarzer Pfeffer
- 250 g Halloumi
- 100 g frische Sprossen nach Wahl
Anleitung 0 / 8
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1
Frühlingszwiebeln zerkleinern.
Frühlingszwiebeln waschen, putzen, in Stücke schneiden, in den Mixtopf geben und 3 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern.
- 50 g Frühlingszwiebel
-
2
Paprika und Karotten zerkleinern.
Paprikaschote waschen, vierteln, putzen und in Stücke schneiden. Karotten waschen und in Stücke schneiden. Paprika und Karotten in den Mixtopf geben, 3 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und beiseite geben.
- 1 rote Paprikaschote
- 150 g Karotte
-
3
Knoblauch und Schalotte zerkleinern.
Knoblauch abziehen, in den Mixtopf geben und 3 Sekunden/Stufe 8 zerkleinern. Schalotte abziehen, in den Mixtopf geben, 3 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
- 2 Knoblauchzehe
- 1 Schalotte
-
4
Knoblauch und Schalotte andünsten.
Olivenöl in den Mixtopf geben und 2 Minuten/120 °C/LINKSLAUF/Stufe 1 andünsten.
- 10 g Olivenöl
-
5
Zutaten andünsten.
Gemüsemischung in den Mixtopf geben und weitere 3 Minuten/120 °C/LINKSLAUF/Stufe 1 dünsten.
-
6
Zutaten erhitzen.
Kokosmilch, Currypaste, Salz und Pfeffer in den Mixtopf geben und 15 Minuten/90 °C/LINKSLAUF/Stufe 1 erhitzen.
-
7
Halloumi anbraten.
Inzwischen Halloumi in Scheiben schneiden und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett braten.
-
8
Garnieren.
Curry mit Sprossen und Halloumi anrichten.
Tipp: Probiere das Curry auch einmal mit anderen Gemüsesorten wie Tomaten oder Zucchini.
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Nährwerte pro Portion
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Mein neues Lieblingsgericht. Waren letztes Jahr in Zypern und haben Halloumi für uns entdeckt. Sehr genial!
Schmeckt wie in Thailand und der Halloumi passt prima dazu.
gutes Curry!
Zutaten sind leicht zu bekommen. Leckeres Rezept. Mehr davon!