Erdbeer-Tiramisu aus dem Thermomix® funktioniert ohne rohe Eier, weil wir Mascarpone und Magerquark kombinieren. 250 g von jedem ergeben die richtige Balance: Mascarpone liefert Fett und Cremigkeit, Quark strafft die Struktur. Nur eines von beiden macht die Creme entweder zu lasch oder zu mager.

Wir bereiten dieses Dessert seit Jahren für Familienfeiern zu, weil es zuverlässig gelingt und auch Kindern schmeckt. Die Erdbeersauce ersetzt den Espresso aus dem klassischen Rezept, die Löffelbiskuits saugen sie auf und werden saftig ohne zu zerfallen. Entscheidend ist die Kühlzeit: mindestens 3 Stunden, damit die Schichten zusammenhalten und die Aromen sich verbinden.
Warum Mascarpone UND Quark
Klassisches Tiramisu bindet mit rohen Eigelb. Wir ersetzen sie durch die Dopplung aus Mascarpone und Magerquark. Mascarpone allein (60,80 % Fett) wäre zu weich und würde bei Raumtemperatur verlaufen. Quark allein (unter 1 % Fett) wäre zu fest und würde sauer schmecken. Das Verhältnis 1:1 ergibt eine Creme, die standfest bleibt und trotzdem cremig auf der Zunge zergeht.
Die geschlagene Sahne (200 g) lockert die Mischung auf. Wir schlagen sie mit dem Rühraufsatz auf Stufe 3,5 unter Sicht steif. Das dauert 20 bis 30 Sekunden. Länger nicht, sonst wird sie körnig. Danach heben wir sie per Hand mit dem Spatel unter die Mascarpone-Quark-Masse. Der Thermomix würde die Luft wieder rausmixen.
Erdbeersauce: püriert, nicht stückig
Von den 600 g Erdbeeren pürieren wir 300 g mit 40 g Puderzucker, 20 g Amaretto und 2 TL Vanilleextrakt zu einer glatten Sauce (10 Sekunden Stufe 6). Die restlichen 300 g schneiden wir in kleine Würfel und verteilen sie zwischen den Schichten. Die pürierte Sauce dringt in die Löffelbiskuits ein und macht sie saftig. Stückige Erdbeeren würden nicht genug Flüssigkeit abgeben, die Biskuits blieben trocken.

Der Amaretto (optional) hebt das Erdbeeraroma. Wer das Dessert für Kinder macht, lässt ihn weg. Der Vanilleextrakt bleibt, er rundet die Frucht ab ohne aufdringlich zu sein. Fertiger Vanillezucker funktioniert nicht, der enthält zu wenig echte Vanille.
Schichten: wie viel Sauce verträgt der Biskuit
Wir schichten zweimal: erst die Hälfte der Löffelbiskuits in die Form legen, dann ein Drittel der Erdbeersauce darüber verteilen. Nicht mehr, sonst weichen die Biskuits durch und zerfallen beim Servieren. Nach der Sauce folgt die Hälfte der Mascarpone-Creme und die Hälfte der Erdbeerwürfel. Dann die zweite Lage Biskuits, wieder ein Drittel Sauce, die restliche Creme, die restlichen Erdbeerwürfel und zum Schluss das letzte Drittel Sauce als Finish.

Die obere Sauceschicht zieht während der Kühlzeit nach unten und sorgt dafür, dass auch die zweite Biskuitlage Feuchtigkeit bekommt. Wer zu viel Sauce auf einmal gibt, riskiert dass die untere Schicht matschig wird und die obere trocken bleibt.
3 Stunden Minimum: warum Kühlzeit nicht verhandelbar ist
Das Tiramisu muss mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank, besser über Nacht. In dieser Zeit passieren drei Dinge: Die Löffelbiskuits saugen die Erdbeersauce vollständig auf und werden weich. Die Mascarpone-Quark-Creme festigt sich durch die Kälte. Und die Aromen von Erdbeere, Vanille und Amaretto verbinden sich zu einem runden Geschmack.
Nach nur einer Stunde ist die Creme noch zu weich zum Anschneiden und die Biskuits haben die Sauce nicht vollständig aufgenommen. Wer das Dessert am Vorabend zubereitet, hat am nächsten Tag weniger Stress und ein besseres Ergebnis.
TK-Erdbeeren: wann sie funktionieren
Tiefkühlerdbeeren funktionieren für die Sauce, wenn sie vorher aufgetaut und abgetropft werden. Das Tauwasser würde die Sauce verwässern. Für die Erdbeerwürfel zwischen den Schichten nehmen wir nur frische Beeren, TK-Ware wird nach dem Auftauen zu weich und gibt zu viel Flüssigkeit ab. Das macht die Creme wässrig.
Frische Erdbeeren haben im Mai und Juni Saison. Außerhalb dieser Zeit greifen wir für die Sauce auf TK-Ware zurück und verzichten auf die Erdbeerstückchen zwischen den Schichten. Das Dessert schmeckt dann etwas weniger fruchtig, funktioniert aber trotzdem.
Biskuits durchtränken ohne zu zerkochen
Löffelbiskuits nehmen Flüssigkeit schnell auf, behalten aber ihre Struktur. Wir tauchen sie nicht einzeln in die Sauce, sondern legen sie trocken in die Form und verteilen die Sauce mit einem Löffel darüber. So wird jeder Biskuit gleichmäßig feucht ohne dass einzelne zu nass werden und auseinanderfallen.
Normale Kekse oder Butterkekse funktionieren nicht, sie werden zu schnell matschig. Cantuccini sind zu hart, sie saugen zu wenig Flüssigkeit auf. Löffelbiskuits sind speziell für Tiramisu gemacht: sie haben genug Ei und Luft, um Flüssigkeit zu speichern ohne ihre Form zu verlieren.
Anschneiden und servieren
Das Tiramisu schneiden wir mit einem langen, scharfen Messer. Vor jedem Schnitt das Messer unter heißem Wasser abspülen und trocken wischen, dann wird der Schnitt sauber und die Creme klebt nicht am Messer. Wer in Portionsgläsern schichtet, spart sich das Anschneiden und hat direkt servierfertige Portionen.

Zur Deko eignen sich frische Minzblätter oder essbare Blüten. Wir legen sie erst kurz vor dem Servieren auf, sonst welken sie im Kühlschrank. Kakaopulver wie beim klassischen Tiramisu passt hier nicht, es überdeckt die Erdbeerfarbe und schmeckt zu bitter gegen die Frucht.
Reste am Folgetag
Das fertige Tiramisu hält sich abgedeckt 2 Tage im Kühlschrank. Länger nicht, die Erdbeeren verlieren Farbe und Geschmack und die Biskuits werden schwammig. Einfrieren funktioniert nicht, die Creme trennt sich beim Auftauen und wird körnig.
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Erdbeer-Tiramisu aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 10 ✓
- 80 g Zucker
- 600 g Erdbeeren
- 20 g Amaretto
- 2 TL Vanilleextrakt
- 200 g Sahne
- 250 g Magerquark
- 250 g Mascarpone
- 10 g Zitronensaft
- 250 g Löffelbiskuits
- 2 Stiele Minze oder essbare Blüten optional
Anleitung 0 / 8
-
1
Pulverisieren.
Zucker in den Mixtopf geben, 10 Sekunden/Stufe 10 mahlen und beiseite geben.
- 80 g Zucker
-
2
Erdbeeren.
Erdbeeren putzen, 300 g in den Mixtopf geben, den Rest in kleine Stücke schneiden.
- 600 g Erdbeeren
-
3
Erdbeersauce.
40 g Puderzucker, Amaretto und Vanilleextrakt zugeben, 10 Sekunden/Stufe 6 pürieren und beiseite geben. Mixtopf spülen.
- 20 g Amaretto
- 2 TL Vanilleextrakt
- 80 g Zucker
-
4
Sahne.
Rühraufsatz einsetzen, Sahne in den Mixtopf geben, auf Stufe 3,5 unter Sicht steif schlagen und beiseite geben. Rühraufsatz entfernen.
- 200 g Sahne
-
5
Creme.
40 g Puderzucker, Quark, Mascarpone und Zitronensaft in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Stufe 4 mischen. Sahne mit dem Spatel unterheben.
- 80 g Zucker
- 250 g Magerquark
- 10 g Zitronensaft
- 250 g Mascarpone
-
6
Schichten.
Die Hälfte der Löffelbiskuit in die Auflaufform legen und 1/3 der Erdbeersoße darüber verteilen. Die Hälfte der Mascarponecreme darauf streichen und mit der Hälfte der Erdbeerstückchen belegen.
- 250 g Löffelbiskuits
-
7
Neue Schicht.
Die restlichen Löffelbiskuit darauf setzen, 1/3 der Erdbeersoße darüber verteilen, die zweite Hälfte der Mascarponecreme darauf streichen, die restlichen Erdbeerstückchen darüber verteilen und mit der restlichen Erdbeersoße beträufeln.
- 250 g Löffelbiskuits
-
8
Kühlen.
Das Erdbeer-Tiramisu für mindestens 3 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen, dann mit Minzblättern oder essbaren Blüten garniert servieren.
- 2 Stiele Minze oder essbare Blüten
Tipp: Wenn Kinder mitessen, dann lass den Amaretto in der Erdbeersoße einfach weg.












