Pfannkuchen-Suppe lebt vom letzten Schritt. Wenn die Streifen zu früh in der heißen Brühe landen, saugen sie sich voll, werden weich und zerfallen. Genau da haben wir lange Zeit den Fehler gemacht.
Bei uns gibt es Pfannkuchen-Suppe (oder Flädlesuppe, wie sie in Schwaben heißt, oder Frittatensuppe, wie die Österreicher sagen) immer dann, wenn vom Vortag noch ein paar Pfannkuchen übrig sind. Das ist der eigentliche Trick: angetrocknete Pfannkuchen halten die Form besser als frische, sie werden in der heißen Brühe nicht sofort matschig. Und weil das Rezept im Thermomix® praktisch nebenbei läuft, machen wir es inzwischen auch ohne Reste, wenn wir Lust auf eine klare, würzige Suppe haben.
Warum die Pfannkuchen erst am Ende in den Teller kommen
Wir haben das Rezept lange falsch gemacht und die Streifen direkt mit der Brühe aufgekocht. Ergebnis: ein Brei aus Pfannkuchen, der nach fünf Minuten kaum noch erkennbar war. Inzwischen wissen wir genau, worauf es ankommt.
- Pfannkuchen separat ausbacken und vollständig auskühlen lassen. Erst dann in 5 mm dünne Streifen schneiden. Beim Auskühlen verlieren sie etwas Feuchtigkeit, das macht sie stabiler.
- Brühe getrennt kochen mit Wurzelgemüse, das vorher im Mixtopf zerkleinert wurde. 20 Minuten/95 °C/Stufe 1 ziehen die Aromen heraus, ohne dass das Gemüse zerkocht.
- Streifen in den Suppenteller geben, dann die heiße Brühe darüber schöpfen. So bleiben die Pfannkuchen formstabil und saugen die Brühe nur leicht an, statt sie zu schlucken.
Diese Reihenfolge ist der Grund, warum Pfannkuchen-Suppe bei uns nie matschig wird. Wer die Streifen direkt in den Topf gibt, hat nach fünf Minuten Pfannkuchen-Eintopf statt klarer Suppe.
Was der Thermomix® hier konkret besser macht
Pfannkuchen-Suppe besteht aus zwei Komponenten, die nichts miteinander zu tun haben: ein dünner Eierteig und eine klare Gemüsebrühe. Beide Schritte profitieren vom Thermomix®, aber aus völlig unterschiedlichen Gründen.
Der Pfannkuchen-Teig wird in 30 Sekunden glatt: 200 g Mehl, 330 g Milch, eine Prise Salz und 5 Eier. Erst Mehl, Milch und Salz für 20 Sekunden auf Stufe 4, dann die Eier dazu und nochmal 10 Sekunden auf Stufe 4. Danach 15 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl quillt. Dieser Schritt ist wichtig: ohne Ruhezeit reißen die Pfannkuchen beim Wenden, weil der Teig nicht ausreichend gebunden hat.
Bei der Brühe spielt der Thermomix® seine eigentliche Stärke aus: er zerkleinert das Wurzelgemüse präzise. 150 g Karotten, 150 g Lauch, 200 g Staudensellerie und 2 Stiele Liebstöckel landen mit 6 Sekunden auf Stufe 5 in einer fein gehackten Gemüsemischung. Anschließend kommen 1.500 g Gemüsefond dazu und alles kocht 20 Minuten/95 °C/Stufe 1. Auf höherer Temperatur würden die Aromen verkochen, das Gemüse würde matschig. 95 °C halten die Brühe klar und das Gemüse bissfest.
Was wir besonders schätzen: während die Brühe köchelt, backen wir nebenbei in der Pfanne 6 bis 8 Pfannkuchen aus. Der Thermomix® arbeitet alleine weiter, wir müssen nur ab und zu reinschauen. Klassische Parallelverarbeitung, ohne dass etwas anbrennt oder überkocht.
Die richtige Brühe macht den Unterschied
Pfannkuchen-Suppe lebt von der Brühe. Wer eine fade Industrie-Brühe nimmt, bekommt eine fade Suppe. Wir machen unseren Fond inzwischen fast immer selbst, das spart Geld und schmeckt besser. Zwei Wege funktionieren bei uns zuverlässig: Gemüsepaste aus dem Thermomix® für die schnelle Variante oder Gewürzpaste für Fleischbrühe, wenn wir es kräftiger mögen. Beides hält monatelang im Kühlschrank und ersetzt jede Brühwürfelpackung.
Wer es traditionell schwäbisch will, nimmt selbstgekochte Rinderbrühe. Mit einem guten Suppenfleisch, Markknochen und Wurzelgemüse simmert die Brühe drei Stunden auf dem Herd. Das ist Aufwand, aber das Ergebnis schmeckt nach Sonntagsessen bei Oma. Im Alltag reicht uns die Gemüsepaste völlig aus.
Wo Pfannkuchen-Streifen zerfallen oder die Brühe trübt
Pfannkuchen werden in der Pfanne dick und teigig
Pfannkuchen für die Suppe müssen dünn sein. Sehr dünn. Wir geben pro Pfannkuchen nur eine kleine Schöpfkelle Teig in die heiße Pfanne und schwenken sofort, damit sich der Teig in einer dünnen Schicht verteilt. Wenn der Pfannkuchen mehr als 2 mm dick ist, werden die Streifen später wie Nudeln statt wie Eierfäden. Unsere Lösung: heißere Pfanne, weniger Teig, sofort schwenken. Lieber acht dünne Pfannkuchen als sechs dicke.
Brühe wird trüb und bitter
Wenn die Brühe stark sprudelnd kocht, schlagen sich Trübstoffe und Bitterstoffe aus dem Liebstöckel heraus. Liebstöckel ist ein intensives Kraut, mehr als 2 Stiele werden bitter, mehr als 25 Minuten Kochzeit auch. Unsere Lösung: bei 95 °C ziehen statt sprudeln lassen. Wer den Liebstöckel besonders mild mag, gibt ihn erst in den letzten 5 Minuten dazu.
Streifen kleben in der Schüssel zusammen
Wer die Pfannkuchen einrollt und in Streifen schneidet, bekommt oft einen klebrigen Klumpen. Das passiert, wenn die Pfannkuchen noch warm sind und der Eieranteil pappt. Unsere Lösung: Pfannkuchen vollständig auskühlen lassen, dann erst rollen und schneiden. Wenn es schnell gehen muss, einzeln auf einen Kuchenrost legen, dann trocknen sie auch von unten.
Mit Kerbel, Schnittlauch oder als Hochzeitssuppe
- Mit Schnittlauch und Petersilie: klassisch österreichisch. Frische Kräuter erst beim Servieren über die Suppe streuen, sonst verlieren sie ihre Farbe.
- Mit Kräuterpfannkuchen: wir geben 2 Esslöffel gehackte Petersilie direkt in den Pfannkuchen-Teig. Das macht die Streifen grün gesprenkelt und gibt eine zweite Aroma-Ebene.
- Mit Käse-Pfannkuchen: 50 g geriebenen Bergkäse in den Teig mischen. Schmilzt beim Backen leicht an und gibt den Streifen einen würzigen Kern.
- Mit Rinderbrühe: die schwäbische Klassik. Ergibt eine kräftigere, fleischigere Variante und passt besser zu Sonntagstisch und Festessen.
- Vegetarisch im klassischen Sinn: wie hier mit Gemüsefond, Karotte, Lauch, Staudensellerie und Liebstöckel. Bleibt leicht und sommertauglich.
Was bei uns dazu passt
Pfannkuchen-Suppe ist als Vorsuppe oder leichtes Hauptgericht gedacht. Wer den Pfannkuchen-Teig gleich mehrfach nutzen will, findet bei uns das Grundrezept für die besten Pfannkuchen aus dem Thermomix®. Aus der gleichen Teigmenge kommen problemlos 8 Pfannkuchen, von denen 4 in die Suppe wandern und 4 mit Apfelmus oder Marmelade als Dessert auf den Tisch.
Wer mehr klare Suppen aus dem Thermomix® sucht, findet bei uns einige Klassiker, die wir regelmäßig kochen: Kartoffelsuppe als sämigeren Wintergänger, die Tomatensuppe als säuerlichen Sommerklassiker und die Gyrossuppe für die deftige Variante. Auch unsere Lauchcremesuppe und die Kürbissuppe stehen oft auf dem Tisch.
Brühe und Pfannkuchen getrennt aufheben
Brühe und Pfannkuchen-Streifen werden bei uns immer getrennt aufbewahrt. Die Brühe hält sich abgedeckt 3 Tage im Kühlschrank und lässt sich auch problemlos einfrieren (bis zu 3 Monate). Pfannkuchen-Streifen kommen in eine Dose mit Deckel und sind gekühlt 2 Tage haltbar, danach trocknen sie zu sehr aus und werden hart.
Reste der Pfannkuchen vom Vortag verarbeiten wir gerne weiter: aufgerollt, mit Schokocreme oder Marmelade gefüllt und in Stücke geschnitten ergeben sie ein schnelles Dessert für die Kinder. Wer zu viel Teig gemacht hat, kann diesen abgedeckt 24 Stunden im Kühlschrank stehen lassen, vor dem Backen einmal kräftig durchrühren und dann wie frisch verwenden.
Flädle, Frittaten oder Pfannkuchen-Streifen: warum die Breite zählt
Dazu passt: Brötchen.
In Schwaben heißen sie Flädle, in Österreich Frittaten, bei uns im Norden einfach Pfannkuchen-Streifen. Der Unterschied steckt weniger im Teig als in der Schnittbreite. Klassisch schwäbisch werden die Flädle in 1 cm breite Streifen geschnitten, das sieht im Teller hübsch aus, saugt aber mehr Brühe als nötig. Wir schneiden bewusst auf 5 mm: schmaler, eleganter, und die Streifen behalten in der heißen Brühe länger ihre Form. Wer es traditionell als Hochzeits- oder Sonntagssuppe servieren will, nimmt zusätzlich eine kräftige Rinderbrühe und eine großzügige Garnitur aus frischem Schnittlauch. Erst die Kombination aus dünnem Flädle, schmalem Schnitt und klarer Brühe macht den Unterschied zur durchschnittlichen Resteverwertung.
Pfannkuchen-Suppe aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 12 ✓
- 200 g Mehl
- 330 g Milch
- 1 Prise Salz
- 5 Ei
- etwas Rapsöl zum Ausbacken der Pfannkuchen
- 1 Zwiebel
- 10 g Rapsöl
- 150 g Karotte
- 150 g Lauch
- 200 g Staudensellerie
- 2 Stiele Liebstöckel
- 1500 g Gemüsefond
Anleitung 0 / 8
-
1
Pfannkuchen Teig mischen.
Mehl, Milch, und Salz in den Mixtopf geben und 20 Sekunden/Stufe 4 mischen. Eier in den Mixtopf geben und 10 Sekunden/Stufe 4 mischen.
- 200 g Mehl
- 330 g Milch
- 1 Prise Salz
- 5 Ei
-
2
Pfannkuchen Teig ruhen lassen.
Teig beiseite geben und 15 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Mixtopf spülen.
-
3
Zwiebel hacken.
Zwiebel abziehen, halbieren, 5 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
- 1 Zwiebel
-
4
Zwiebel andünsten.
Öl zugeben und ohne eingesetzten Messbecher 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 dünsten.
- 10 g Rapsöl
-
5
Gemüse putzen und schneiden.
Inzwischen Karotten schälen und in Stücke schneiden. Lauch waschen, putzen und in Stücke schneiden. Staudensellerie und Liebstöckel waschen, dicke Enden entfernen und in Stücke schneiden.
- 150 g Karotte
- 150 g Lauch
- 200 g Staudensellerie
- 2 Stiele Liebstöckel
-
6
Gemüse zerkleinern.
Gemüse in den Mixtopf geben und mithilfe des Spatels 6 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern. (Wer das Gemüse feiner gehackt möchte, gibt noch 2 Sekunden dazu).
-
7
Suppe kochen.
Gemüsefond zugeben und 20 Minuten/95 °C/Stufe 1 kochen. Mit Salz und Pfeffer nach Belieben abschmecken. Inzwischen Pfanne mit Öl erhitzen und nacheinander 6 – 8 Pfannkuchen goldgelb ausbacken.
- 1500 g Gemüsefond
- etwas Rapsöl
-
8
Servieren.
Pfannkuchen in Streifen schneiden, in Suppenteller verteilen, mit Gemüsesuppe auffüllen und servieren.
Tipp: Falls von den Pfannkuchen noch was übrig bleibt, kannst du sie mit Schokocreme oder Marmelade bestreichen, aufrollen, in Stücke schneiden und als kleines Dessert servieren.
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Nährwerte pro Portion
Mehr Suppen-Klassiker aus dem Thermomix® gibt es bei uns hier:
- Kartoffelsuppe aus dem Thermomix®
- Tomatensuppe aus dem Thermomix®
- Kürbissuppe aus dem Thermomix®
- Lauchcremesuppe aus dem Thermomix®
- Käse-Lauchsuppe aus dem Thermomix®
- Gyrossuppe aus dem Thermomix®
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Lecker wie in meiner Kindheit. Pfannenkuchen muss ich noch üben.