Die meisten Gyrossuppen-Rezepte werfen den Metaxa zusammen mit der Brühe in den Topf und lassen alles 25 Minuten köcheln. Genau das ist der Fehler. Vom feinen Weinbrand-Aroma bleibt am Ende fast nichts übrig, der Alkohol verdampft, der charakteristische Holz- und Honigton geht mit. Wir geben den Metaxa erst in der letzten Minute dazu, gemeinsam mit der Crème fraîche, und nur kurz auf Stufe 2 verrührt. Das ist der eine Punkt, an dem unsere Suppe griechisch schmeckt und nicht wie eine generische Fleischsuppe mit Sahneschuss.

Wir kochen diese Suppe seit Jahren immer dann, wenn Gäste am Wochenende vorbeikommen und wir vorbereiten müssen, ohne am Abend selbst noch in der Küche zu stehen. Das mariniert sich nämlich von alleine. 300 g Schweineschnitzel kommen Würfel für Würfel ins Gyrosgewürz und dürfen dann mindestens vier Stunden, am liebsten aber über Nacht im Kühlschrank arbeiten. Wenn die Suppe später cremig und tief schmecken soll, fängt das mit der Marinade an, nicht mit der Sahne.
Warum Metaxa erst zum Schluss in den Mixtopf gehört
Metaxa ist ein griechischer Weinbrand mit Muskatwein-Anteil und einer dezenten Honig-Note. Sein Aroma sitzt in flüchtigen Estern, die zwischen 70 und 80 °C verdampfen. Wenn wir den Schnaps zur Brühe dazugeben und 15 Minuten bei 90 °C köcheln, verlieren wir genau das, wofür wir den Metaxa überhaupt nehmen. Der Alkohol-Charakter ist dann weg, übrig bleibt nur eine ganz leicht süßliche Note, die jeder andere Weinbrand auch liefern würde.
Deshalb arbeitet das Rezept mit zwei klar getrennten Phasen. Phase eins ist Garen: Fleisch und Gemüse werden 8 Minuten bei Varoma im Linkslauf angedünstet, danach kommen Brühe und Sahne dazu und alles köchelt 15 Minuten bei 90 °C/Linkslauf/Stufe 2. Phase zwei ist Finish: 200 g Crème fraîche und 4 EL Metaxa kommen erst dazu, wenn die Hitze schon raus ist. 30 Sekunden auf Linkslauf/Stufe 2 reichen. So bleibt der Weinbrand-Charakter erhalten, die Crème fraîche gerinnt nicht und die Suppe wird samtig statt dünn.
Was der Thermomix bei dieser Suppe konkret leistet
Einheitliche Gemüse-Stückung in einem Schritt. Knoblauch, Zwiebeln, dann Tomaten, Paprika und Champignons gehen nacheinander für jeweils 5 Sekunden auf Stufe 5 in den Mixtopf. Das ergibt eine Stückung zwischen Reis- und Erbsengröße, in der jedes Gemüse beim Köcheln gleich gar wird. Von Hand bräuchten wir für die gleiche Gleichmäßigkeit deutlich länger und das Brett wäre fünfmal zu spülen.
Linkslauf schützt das Fleisch. Wir dünsten die Schnitzel-Würfel 8 Minuten bei Varoma-Hitze ohne Messbecher an, damit Feuchtigkeit entweicht. Im Linkslauf laufen die Messer mit der stumpfen Seite voran. Das Fleisch wird gewendet, nicht zerkleinert. Am Ende haben wir noch erkennbare Würfel und kein Hackfleisch in der Suppe.
Gleichbleibende Köcheltemperatur. Bei 90 °C/Stufe 2 simmert der Mixtopf konstant, ohne dass wir am Herd nachsteuern müssen. Tomaten geben in dieser Phase ihre Säure und ihre Süße langsam an die Brühe ab, die Sahne bindet die Aromen, ohne aufzukochen und auszuflocken.
Wie die Marinade die Suppe trägt
2 EL Gyrosgewürz auf 40 g Rapsöl klingt nach wenig, ist aber für 300 g Fleisch genau die richtige Menge. Das Öl bindet die fettlöslichen Aromen aus Oregano, Kreuzkümmel, Paprika und Knoblauch und drückt sie in die Fleischfasern. Vier Stunden sind das Minimum, weil Schweinefleisch dichter ist als Hähnchen und länger braucht, um Gewürze aufzunehmen. Über Nacht ist besser, dann verteilt sich die Marinade tiefer in den Würfeln und wir kriegen beim ersten Bissen sofort den Gyros-Geschmack, nicht erst nach dem dritten Löffel.
Wer das Gyrosgewürz selbst macht, hat einen weiteren Vorteil: Salzgehalt und Schärfe lassen sich kontrollieren. Unsere Gyros-Gewürzmischung aus dem Thermomix verzichtet auf Geschmacksverstärker und Trennmittel. Bei fertigen Mischungen aus dem Glas variiert das stark, deshalb gilt: Suppe vor dem Servieren immer noch einmal abschmecken, vor allem wenn das Gewürz neu ist.
Wo die Suppe in der Praxis kippt
Crème fraîche flockt aus
Das passiert, wenn die Crème fraîche bei 90 °C oder höher in den Topf kommt. Milchsäurebakterien lassen das Eiweiß bei direkter Hitze gerinnen, die Suppe wird körnig statt cremig. Unsere Lösung: Zwischen dem Köchelschritt und dem Crème-fraîche-Schritt 2 Minuten warten, damit die Temperatur abfällt. Dann auf Stufe 2 im Linkslauf nur 30 Sekunden verrühren, nicht länger.
Suppe schmeckt flach trotz Marinade
Häufigste Ursache: zu wenig Marinier-Zeit. Vier Stunden sind das absolute Minimum. Wer das Fleisch erst eine Stunde vorher einlegt, schmeckt die Würze nur an der Oberfläche, das Innere bleibt fad. Unsere Lösung: Mariniere am Vorabend, stell die Schüssel mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank, fertig. Am nächsten Tag ist das Fleisch ready, ohne Mehraufwand.
Suppe wird zu dünn
Die 200 g Tomaten und die 200 g Champignons geben beim Garen viel Wasser ab. Wenn die Champignons zusätzlich vor dem Mixen nicht gut abgetrocknet wurden, kommt zu viel Flüssigkeit ins Spiel. Unsere Lösung: Champignons mit der Pilzbürste oder einem Küchenkrepp abreiben, nicht waschen. Wer doch wäscht, danach gut trocknen. Sonst hilft eine extra Minute beim Andünsten ohne Messbecher, damit die Feuchtigkeit verdampft.
So passen wir das Rezept an
Mit Hähnchen statt Schwein. Wir nehmen 300 g Hähnchenbrust, marinieren genauso, kürzen die Garzeit beim Andünsten aber auf 6 Minuten. Hähnchen wird sonst trocken. Die Suppe wird leichter, der Gyros-Charakter bleibt durch das Gewürz erhalten.
Vegetarisch mit Paprika und Zucchini. Statt der 300 g Fleisch nehmen wir eine gelbe Paprika und eine Zucchini und legen das Gemüse genauso in die Marinade ein. Im Mixtopf reichen 5 Minuten Andünsten. Das Gewürzöl gibt der vegetarischen Variante den Gyros-Bezug, der sonst fehlen würde.
Mit Schafskäse-Topping. Vor dem Servieren 50 g zerbröckelten Schafskäse über jede Portion streuen. Der salzige Akzent passt zum süßlichen Metaxa-Finish und macht aus der Suppe einen Hauptgang, ohne dass wir Brot brauchen.
Mit Reis als Einlage. 50 g Langkornreis 15 Minuten vor Ende mit in den Mixtopf geben. Der Reis quillt mit, die Suppe wird dadurch sättigender und für drei Hungrige als Hauptgang reichlich.
Was wir dazu auf den Tisch stellen
Eine Gyrossuppe verlangt nach Brot, weil die cremige Sahne-Brühe zum Tunken einlädt. Unser Standard ist ein frisch aufgebackenes Knoblauch-Käse-Baguette, das wir 10 Minuten vor dem Servieren in den Backofen schieben. Wer es etwas dezenter mag, greift zu unseren mediterranen Brötchen oder zu einem Stück Oliven-Walnuss-Brot. Wenn die Suppe als Vorspeise auf den Tisch kommt und ein Hauptgang folgt, lassen wir das Brot weg, damit niemand schon vorher satt ist.
Wer noch tiefer in die griechische Küche möchte, findet bei uns auch Ofen-Gyros und einen Gyros-Salat. Beide arbeiten mit derselben Gewürzmischung, sodass eine größere Charge Gyrosgewürz schnell mehrere Gerichte abdeckt.
Vortag, einfrieren, aufwärmen
Die Suppe schmeckt am zweiten Tag besser als frisch gekocht. Über Nacht ziehen die Aromen aus Gyrosgewürz und Tomaten weiter durch, die Sahne-Brühe wird runder. Wir kochen sie deshalb für Gäste oft schon am Tag vorher bis Ende der Köchelphase, lassen sie auskühlen, stellen sie kalt und geben Crème fraîche und Metaxa erst kurz vor dem Servieren beim Aufwärmen dazu. So bleibt das Metaxa-Aroma auch beim zweiten Mal scharf konturiert.
Im Kühlschrank hält die Suppe 3 Tage in einer verschlossenen Box. Beim Aufwärmen langsam auf dem Herd erhitzen oder im Mixtopf 5 Minuten bei 80 °C/Linkslauf/Stufe 1, sonst flockt die Crème fraîche aus. Einfrieren funktioniert nur bedingt: Die Sahne-Crème-fraîche-Basis trennt sich beim Auftauen leicht und muss kräftig aufgeschlagen werden, damit die Suppe wieder homogen wird. Wer auf Vorrat kochen will, friert die Suppe besser ohne die Milchprodukte ein und gibt Sahne, Crème fraîche und Metaxa erst beim Aufwärmen dazu.
Gyrossuppe aus dem Thermomix®
Zutaten 0 / 12 ✓
- 300 g Schweineschnitzel
- 40 g Rapsöl
- 2 EL Gyrosgewürz
- 2 Knoblauchzehe
- 2 Zwiebel
- 300 g Tomaten
- 1 rote Paprikaschote
- 200 g Champignons
- 200 g Gemüsebrühe
- 200 g Sahne
- 200 g Crème fraîche
- 4 EL Metaxa
Anleitung 0 / 7
-
1
Fleisch vorbereiten.
Schnitzel waschen, trockentupfen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Rapsöl mit Gyrosgewürz vermischen, das Fleisch damit marinieren und mindestens 4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.
- 300 g Schweineschnitzel
- 40 g Rapsöl
- 2 EL Gyrosgewürz
-
2
Knoblauch zugeben.
Knoblauch abziehen, in den Mixtopf geben und 5 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern.
- 2 Knoblauchzehe
-
3
Zwiebeln hacken.
Zwiebeln abziehen, halbieren, in den Mixtopf geben und 5 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern.
- 2 Zwiebel
-
4
Gemüse zugeben.
Tomaten waschen, halbieren, Strunk entfernen und in den Mixtopf geben. Paprika waschen, vierteln, Strunk und Kerne entfernen und in den Mixtopf geben. Champignons waschen, putzen, in den zugeben, 5 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern und beiseite geben.
- 300 g Tomaten
- 1 rote Paprikaschote
- 200 g Champignons
-
5
Fleisch dünsten.
Mariniertes Fleisch in den Mixtopf geben und 8 Minuten/VAROMA/LINKSLAUF/Stufe 2 ohne eingesetzten Messbecher andünsten.
- 300 g Schweineschnitzel
-
6
Suppe kochen.
Gemüse, Brühe und Sahne zugeben und 15 Minuten/90°/LINKSLAUF/Stufe 2 köcheln.
- 300 g Tomaten
- 1 rote Paprikaschote
- 200 g Gemüsebrühe
- 200 g Sahne
- 200 g Champignons
-
7
Abschmecken.
Crème fraîche und Metaxa zugeben und 30 Sekunden/LINKSLAUF/Stufe 2 verrühren.
- 200 g Crème fraîche
- 4 EL Metaxa
Da jedes Gyrosgewürz von unterschiedlicher Intensität und unterschiedlichem Salzgehalt ist, sollte die Suppe vor dem Servieren noch einmal abgeschmeckt werden.
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Nährwerte pro Portion
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Flüssige Gemüsebrühe oder Pulver?
Liebe Manuela, bitte verwende 200 g flüssige Brühe.
Liebe Grüße Tobias
Lecker, toll gelungen und der Metaxa gibt der Suppe ein sehr gutes Aroma
Tolle Suppe, schmeckt sehr intensiv. Wir unterstreichen sie immer gern mit frischem Baguette oder Brot 😉