Süßkartoffelsuppe aus dem Thermomix®

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Süßkartoffelsuppe ist die einzige Suppe, bei der wir die Sahne weglassen können und trotzdem nichts an Cremigkeit verlieren. Der Grund liegt in der Knolle selbst.

Süßkartoffelsuppe aus dem Thermomix®Pin
Süßkartoffelsuppe aus dem Thermomix®

Süßkartoffeln enthalten mehr lösliche Stärke und gleichzeitig deutlich mehr Eigensüße als normale Kartoffeln. Gegart und püriert binden sie die Brühe von selbst und ergeben eine samtige Textur. Wir geben in unserer Standardvariante 150 g Sahne dazu, weil sie die Schärfe der Chili rundet, aber wer sie weglässt, hat keine wässrige Suppe vor sich. Die Konsistenz steht und fällt mit der Süßkartoffel.

Warum Süßkartoffel anders gart als Kartoffel

Die Knolle, die wir hier verwenden, ist botanisch keine Kartoffel. Süßkartoffeln gehören zu den Windengewächsen und haben einen höheren Zuckeranteil im Stärkegerüst. Beim Garen passieren zwei Dinge gleichzeitig: Die Stärke verkleistert ab etwa 70 °C und bindet Flüssigkeit, gleichzeitig wandeln Enzyme einen Teil der komplexen Stärke in Maltose um. Genau deshalb schmeckt die Suppe gegart süßer als roh und wird gleichzeitig dicker.

Wir nutzen das, indem wir die 600 g Süßkartoffeln und die 200 g Karotten 20 Minuten bei 100 °C auf Stufe 1 köcheln lassen. Die Stufe 1 reicht völlig, weil wir am Ende sowieso aufsteigend bis Stufe 8 pürieren. Wer ungeduldig auf Stufe 3 vorrührt, zerschlägt die Stücke und holt zu früh Stärke ins Wasser. Das macht die Suppe milchig statt cremig. Lieber 20 Minuten ruhig kochen lassen und dann in einem Rutsch glatt pürieren.

Warum die Sojasauce in dieses Rezept gehört

Die 2 EL Sojasauce am Schluss sind kein Asia-Gimmick. Sie liefern Glutamate und Salz in einer Form, die der süßen Note der Knolle einen herzhaften Boden gibt. Ohne diesen Schritt schmeckt die Suppe zu sehr nach Dessert. Wir geben sie erst nach dem Pürieren dazu und lassen sie 3 Minuten bei 100 °C auf Stufe 1 mitkochen. So bindet sich der Geschmack ein, bleibt aber nicht roh im Aroma hängen.

Die halbe Chilischote kommt schon ganz am Anfang mit Zwiebel und Knoblauch in den Mixtopf, 5 Sekunden Stufe 6. So verteilt sich die Schärfe gleichmäßig in der Suppe. Wer auf der sicheren Seite sein will, entkernt die Schote vorher. Die Schärfe sitzt in den weißen Häuten an den Kernen, das Fruchtfleisch selbst ist deutlich milder.

Wenn die Suppe zu süß wird

Wir hatten den Fall mehrfach: Je nach Sorte kann die Süßkartoffel deutlich zuckerreicher ausfallen, vor allem wenn sie schon einige Wochen gelagert wurde. Lagerung wandelt weitere Stärke in Zucker um. Wenn die fertige Suppe zu süß schmeckt, helfen drei Dinge:

  • einen kräftigen Spritzer Limettensaft am Ende einrühren, die Säure zieht die Süße zurück
  • einen weiteren halben TL Salz oder 1 EL Sojasauce ergänzen, das verschiebt die Geschmacksachse Richtung herzhaft
  • frisch gemahlenen Pfeffer in größerer Menge zugeben, schwarzer Pfeffer dämpft Süßeempfinden hörbar

Die Karotten sind hier kein Lückenfüller. 200 g Karotten balancieren die Süßkartoffel-Süße aus, weil sie zwar eigene Süße mitbringen, aber gleichzeitig Erdigkeit und mehr Faserstruktur. Nimmt man sie weg und füllt mit mehr Süßkartoffel auf, kippt das Verhältnis. Die Suppe wird dann breiig und zu süß auf einmal.

Asia-Twist mit Ingwer, Kokosmilch und Limette

Wer die Suppe in Richtung Thai-Style schieben möchte, hat es einfach. Statt der 150 g Sahne nehmen wir 200 g Kokosmilch und geben sie nach dem Pürieren dazu. Zusätzlich kommt mit Zwiebel und Knoblauch ein etwa 2 cm großes Stück frischer Ingwer in den Mixtopf, ebenfalls 5 Sekunden auf Stufe 6. Den Saft einer halben Limette rühren wir erst direkt vor dem Servieren ein, weil die Säure beim Mitkochen verfliegt.

Die Kombination aus 600 g Süßkartoffel, Ingwer, Kokosmilch und Limette funktioniert deshalb so gut, weil jede Zutat eine andere Geschmacksachse abdeckt: Süße aus der Knolle, Schärfe und Wärme aus dem Ingwer, Fett und Sanftheit aus der Kokosmilch, Säure aus der Limette. Salz und Glutamat liefert die Sojasauce. Das ist ein vollständiges Geschmacksgerüst ohne weitere Gewürze. Frisches Korianderkraut oder geröstete Erdnüsse als Topping sind optional, aber für den Geschmack nicht nötig.

Weitere Varianten, die bei uns funktionieren

Mit Apfel und Curry: Wir ersetzen 100 g der Karotten durch einen geschälten, in Stücke geschnittenen Apfel und geben 1 TL mildes Currypulver mit dem Öl in den Mixtopf. Der Apfel verstärkt die Süße, das Curry bringt die nötige Würze. Gut für die kalte Jahreszeit.

Mit gerösteten Kürbiskernen: 30 g Kürbiskerne 5 Minuten in einer Pfanne ohne Fett rösten, grob hacken, vor dem Servieren über die Suppe streuen. Der Crunch macht den Unterschied zwischen Wochenrezept und Gästeessen.

Vegan ohne Sahne: Sahne komplett weglassen, dafür einen Klecks Natur-Sojajoghurt vor dem Servieren auf jeden Teller geben. Die Suppe selbst ist durch die Süßkartoffel-Stärke stabil, der Joghurt liefert die optische Cremigkeit.

Mit Linsen für mehr Sättigung: 80 g rote Linsen mit dem Gemüsefond zugeben, dann statt 20 Minuten 25 Minuten bei 100 °C auf Stufe 1 kochen. Die Linsen zerfallen vollständig und machen die Suppe noch nahrhafter, ohne die Textur zu stören.

Aufbewahren und aufwärmen

Die Suppe hält sich im Kühlschrank in einem geschlossenen Glas oder einer Frischhaltedose 3 Tage. Wir wärmen sie am liebsten im Mixtopf wieder auf, 8 Minuten bei 90 °C auf Stufe 1 reichen für die Restmenge aus 4 Portionen. Beim Aufwärmen bindet die Stärke nach, die Suppe wird auf dem Herd am zweiten Tag oft sogar dicker als frisch gekocht. Falls sie zu zäh wird, einfach 50 bis 100 g heißes Wasser oder Brühe einrühren.

Einfrieren funktioniert problemlos in 1-Portionen-Behältern bis zu 3 Monate. Vor dem Einfrieren weglassen sollten wir nur die Sahne, weil sie beim Auftauen leicht ausflockt. Die Suppe bis nach dem Pürieren fertig kochen, kalt in Behälter abfüllen, Sahne erst beim Aufwärmen frisch dazugeben. So schmeckt sie nach dem Auftauen wie frisch zubereitet.

Was wir gerne dazu servieren

Eine Süßkartoffelsuppe ist allein schon sättigend, aber an kalten Abenden geht bei uns gerne ein selbstgebackenes Dinkelbrot aus dem Thermomix dazu, in Olivenöl getunkt. Wer es deftiger mag, brät 100 g Bauchspeck oder Chorizo-Würfel in der Pfanne aus und streut die knusprigen Stücke über die Suppe. Das gibt der süßen Knolle einen salzig-rauchigen Gegenpol.

Als selbstgemachte Brühe-Basis verwenden wir am liebsten unsere Gemüsebrühepaste aus dem Thermomix oder die Gewürzpaste für Fleischbrühe. Beide kommen ohne Geschmacksverstärker aus und liefern den klaren, runden Brühe-Boden, von dem die Süßkartoffel lebt. Wer keinen frisch gemachten Fond zur Hand hat, sollte zumindest eine hochwertige Bio-Brühe ohne Hefeextrakt nehmen.

Lust auf weitere Cremesuppen aus dem Thermomix? Hier sind unsere meistgekochten:

Süßkartoffelsuppe aus dem Thermomix®Pin

Süßkartoffelsuppe aus dem Thermomix®

Tobias
Diese cremige Thermomix® Süßkartoffelsuppe ist pikant-scharf gewürzt und einfach zubereitet.
5 von 6 Bewertungen
Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 25 Minuten
Gesamtzeit 35 Minuten
Gericht Hauptgericht, Suppe, Thermomix® Rezepte, Vorspeise
Küche Amerikanisch
Portionen 4 Portionen
Kalorien 348 kcal

Zutaten

Anleitungen
 

  • Zwiebel und Knoblauch abziehen, Zwiebel halbieren, mit Chilischote in den Mixtopf geben, 5 Sekunden/Stufe 6 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
    2 Knoblauchzehen, 1/2 Chilischote, 1 Zwiebel
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  • Öl zugeben und 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 dünsten.
    30 g Sonnenblumenöl
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  • Inzwischen Süßkartoffeln und Karotten schälen und in Stücke schneiden.
    600 g Süßkartoffeln, 200 g Karotten
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  • Gemüse zugeben und 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 mit dünsten.
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  • Gemüsefond und Salz zugeben und 20 Minuten/100 °C/Stufe 1 kochen.
    1200 g Gemüsefond, 1/2 TL Salz
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  • Suppe aufsteigend bis Stufe 8 pürieren, Sojasauce und Sahne zugeben und weitere 3 Minuten/100 °C/Stufe 1 kochen.
    2 EL Sojasauce, 150 g Sahne
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Video

Notizen

Tipp: Falls du für Kinder kochst, lass die Chilischote weg und würze die Suppe am Schluss nach Belieben.

Nährwerte

Serving: 1PortionKalorien: 348kcalKohlehydrate: 48gProtein: 5gFett: 16ggesättigte Fettsäuren: 6gmehrfach ungesättigte Fettsäuren: 1gSodium: 2115mgZucker: 16gVitamin A: 30584IUVitamin C: 17mgCalcium: 111mgEisen: 1mg
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Autor

  • Tobias Gronau Thermomix® Profi will-mixen.de

    Tobias Gronau begeistert in der Küche mit TM31, TM5 und TM6. Als Profi am Thermomix® zaubert er alltagstaugliche und köstliche Gerichte. Zusammen mit der Bloggerin Daniela fesselt er über 200.000 Follower auf will-mixen.de, Facebook, Instagram und Pinterest. Ihre Thermomix® Kochbücher sind Bestseller. Was ist ihr Markenzeichen? Gesunde, frische und super leckere Kreationen.

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